spotlight 2019 – Die Bilanz. Die Gewinner

In Stuttgart ging die 22. Ausgabe von spotlight mit der festlichen, hervorragend besuchten AWARD GALA im Hospitalhof Stuttgart zuende. Zum fünften Mal in der Landeshauptstadt, aber nun wieder auf dem bewährten früheren Termin kehrte Deutschlands führendes Festival für Bewegtbildkommunikation wieder zu seiner angestammten Rolle zurück: mit seinen begehrten spotlight-Awards Indikator zu sein für die Bewertung des aktuellen Kreativjahrgangs.

Für Spannung sorgte nicht nur der Wettbewerb, bei dem Experten- und Publikumsmeinung direkt und aufschlussreich aufeinandertreffen. Mit dem medienpädagogischen Format spotlight DURCHBLICK, der hochkarätigen Vortragsreihe spotlight FORUM und reichlich Gelegenheit zum kollegialen Austausch regte das Festival auf ganz unterschiedlichen Ebenen dazu an, sich mit dem kreativen Bewegtbild auseinanderzusetzen. 

Kreativer Fels in der Brandung

Die gut 60 Spots der Publikumsrolle 2019 erzählen ganz eigene Geschichten in ganz unterschiedlichen Handschriften. Wer das Festival kennt, weiß: In der Gesamtheit genommen, spiegeln sie trotzdem frappierend konkret den Zeitgeist wider. Schon bei den Einreichungen ließen sich zwei übergeordnete Strategien ausmachen:
Viele Spots stellen sich mit Warmherzigkeit, Selbstironie und viel Humor gegen den Stress, die Kälte und das diffuse Unsicherheitsgefühl, das unsere Gesellschaft erfasst hat. Diese Linie kam vor allem beim Publikum gut an, das unter anderem den minimalistischen Spot Stecker drin des Verbands Fenster + Fassade ebenso mit Gold belohnte wie die chaotischen Headbanger in Metalheads für VW Golf IQ.DRIVE. Aber auch die Jury wusste diesen Trend zu schätzen und vergab Awards für zwei Spotserien: Christian Ulmens Kampagne für MagentaTV, die ihn zusammen mit Fahri Yardim als liebenswert sentimentale Couch Potatoes inszenierte, sowie die übrigens auch vom Publikum sehr goutierten DIN-Belastungstests im Auftrag des toom Baumarkts.
Eine weitere signifikante Strategie war das Plädoyer für mehr gesellschaftliches Engagement, ganz stark zu beobachten bei den Studentenarbeiten oder bei zwei Profi-Spots für die Tierrechtsorganisation PETA. Best Friends und besonders die PETA-Kampagne Eye to Eye, bei der Interessierte über VR-Brille mit einem per Motion Capturing animierten Hasen in Dialog treten, sahnten groß ab, mit Jury-Gold in der Kategorie Digitale Innovation und Publikumsgold in der Kategorie Animation. Im Studentenwettbewerb punkteten unter anderem der Social Spot Dark Red, der das Thema Leukämie in einen ebenso bewegenden wie überraschenden Vampir-Plot verpackt, myBorder’s joyFence, der Tendenzen zur gesellschaftlichen Abschottung mit einem herrlich übersteigernden Twist entlarvt, oder, ebenfalls mit einer grandiosen Schlusswendung, Would You Listen für Troubled Desire, einem Online-Selbsthilfe-Programm für Pädophile. Die enorme Qualität gerade der studentischen Beiträge wurde von der Jury besonders hervorgehoben. „Polymorph kreativ“ nannte Helmut Hartl, der Fachjury-Vorsitzende von spotlight STUDENTS, den Jahrgang 2018/19 – und beschrieb damit sehr genau die überzeugende Mischung aus handwerklicher Perfektion, tollem Storytelling und vor allem: sehr viel Herz.

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spotlight FORUM: Wohin geht die Reise?

In der Vortragsreihe spotlight FORUM diskutierten deutsche Top-Kreative im voll besetzten besetzten Elisabeth-und-Albrecht-Goes-Saal des Stuttgarter Hospitalhofs über aktuelle Entwicklungen der Bewegtbildkommunikation. Ihr bewusst offenes Leitthema What’s Next? stieß auf großes Interesse. Schließlich sind kluge Strategien gerade im Zeitalter der Unübersichtlichkeit notwendiger denn je. Nach neuen Wegen und Modellen suchten: Matthias Storath (CCO Heimat, Berlin), Tom Schwarz (ProSiebenSat 1, Unterföhring), Jo Marie Farwick (Gründerin Überground, Hamburg), Catherine Baikousis (Managing Partner ANORAK Film, Berlin) sowie Henrik von Müller (Executive Producer Woodblock, Ludwigsburg/Berlin).

Festlicher Abschluss: AWARD GALA im Hospitalhof

Zum dritten Mal konnte spotlight den Hospitalhof Stuttgart bespielen – und scheint in dem zentral gelegenen, architektonisch ausgezeichneten Bildungs- und Kulturzentrum seine ideale Location gefunden zu haben. Hier stimmt weit mehr als das Design. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr präsentierte das spotlight-Team die Wettbwerbsbeiträge erneut auf dem topmodernen, dreigeteilten Super Wide Screen. Gestochen scharfe Projektion, rahmende Credits und begleitende Informationen machten für das Publikum die Einteilung in die verschiedenen Award-Kategorien hier problemlos nachvollziehbar. Durch den Abend führte einmal mehr die Süddeutsche Zeitung-Videoredakteurin Laura Terberl, die im letzten Jahr ihren ausgesprochen gelungenen spotlight-Einstand gegeben hatte. Ihre ebenso lockere wie sachkundige Moderation traf genau den Spirit von spotlight. Glänzend aufgelegt und kompetent präsentierte sich auch der Ehrengast. In ihrer kurzen, engagierten Ansprache unterstrich die Stuttgarter Bürgermeisterin für Jugend und Bildung Isabel Fezer die Bedeutung von spotlight. Mit seinem Fokus auf kreativer Exzellenz passe das Festival perfekt zum Kultur- und Wirtschaftsstandort Stuttgart.

spotlight-Awards: das Erfolgskatapult

Die spotlight-Awards werden in der härtesten Währung der Branche vergeben: Punkte im deutschen Kreativ-Ranking. Die Chance darauf wollen sich weder die Agenturen noch die Werbefilm-Studierenden entgehen lassen. 269 Arbeiten hatten sich für den Wettbewerb 2019 qualifiziert. Vollständig gesichtet wurden sie allerdings nur von der Fachjury. Für das Stuttgarter Publikum wurde eigens eine Best-of-Auswahl, ähnlich der „Cannes-Rolle“, zusammengestellt.
Die Preise werden traditionell in zwei Wettbewerben vergeben: spotlight PROFESSIONALS für die Besten der Branche und spotlight STUDENTS für den studentischen Nachwuchs. Die Arbeiten konkurrieren in den Kategorien TV & KINO, WEB & MOBILE, TRAILER / TEASER / TRENNER, ANIMATION, DIGITALE KAMPAGNE und DIGITALE INNOVATION. Die Preisentscheidungen werden jeweils doppelt getroffen: erstens von allen live abstimmenden Zuschauern im Kino und bei der AWARD GALA sowie zweitens von einer hochrangigen Fachjury aus Kreativen. Neben den willkommenen Punkten im Kreativ-Ranking konnten sich die studentischen Gold-Gewinner der Fachjury zudem über Preisgelder von insgesamt € 4.500 freuen, die vom Festivalpartner ProSiebenSat.1 gesponsert werden.

Das 22. spotlight-Festival fand am 11. und 12. April 2019 zum fünften Mal in der Landeshauptstadt Stuttgart statt. Location für sämtliche Events am Publikumstag 12. April 2019 war der Hospitalhof Stuttgart.
spotlight hat sich am Standort Baden-Württemberg zum größten Festival für Bewegtbildkommunikation im deutschsprachigen Raum entwickelt und zählt zu den weltweit wichtigsten Kreativwettbewerben in den Top-Rankings der Fachmagazine W&V und Handelsblatt sowie HORIZONT. Die Besonderheit von spotlight ist das Nebeneinander von Profi- und Nachwuchsarbeiten, die jeweils von einer hochkarätig besetzten Fachjury und live vom Publikum im Saal bewertet werden. Das Festival trägt mit seinen Kategorien sowohl den klassischen Formaten Rechnung als auch sämtlichen innovativen Formen der Bewegtbildkommunikation – die sich insbesondere im Online-Bereich rasant entwickeln.