ROM – Strahlend steht er am Fenster des Apostolischen Palastes, winkt den Menschen auf dem Petersplatz zu und lächelt in die Kameras. Papst Leo XIV. feiert einen ganz besonderen Tag: 800 Jahre ist es her, dass Franz von Assisi starb – der Friedensheilige, den die Deutschen so lieben wie kaum einen anderen.
Auf Instagram teilte der Papst ein Foto von seinem Auftritt am Balkon: das Mikrofon vor sich, ein durchsichtiges Rednerpult, darunter das rote Papstbanner. Dazu schrieb er bewegende Worte. Er wolle an einen ‚Arbeiter erinnern, der mit großer Fruchtbarkeit im Weinberg des Herrn gearbeitet hat‘. Gemeint ist Franziskus, den Jesus selbst gebeten habe, seine Kirche wieder aufzubauen.
Die Geschichte ist weltberühmt und rührt noch heute zu Tränen: In der verfallenen Kapelle von San Damiano hörte der junge Franziskus eine Stimme vom Kreuz: ‚Baue meine Kirche wieder auf.‘ Zuerst nahm er den Auftrag wörtlich. Er bettelte um Steine, schleppte Holz auf dem eigenen Rücken und baute drei zerfallene Kapellen rund um Assisi mit bloßen Händen wieder auf. Erst später verstand er: Gemeint war die ganze Kirche.
800 Jahre später – Franziskus starb 1226 – fragt Papst Leo XIV.: Was heißt es heute, die Kirche zu reparieren? Seine Antwort ist so einfach wie herausfordernd: Vertrauen zwischen Nachbarn wieder aufbauen, Türen öffnen statt schließen, für die Armen und Einsamen da sein. Nicht mit Steinen bauen, sondern mit dem Herzen.
Und dann der Satz, der unter die Haut geht: ‚Lasst uns beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern zu schaffen.‘ Beharrlich – also nicht einmal, sondern immer wieder. Frieden ist für den Papst keine Stimmung, sondern eine tägliche Entscheidung.
Franziskus wusste, was das bedeutet. Mitten in den Kreuzzügen, als Christen und Muslime sich im Heiligen Land bekämpften, ging er unbewaffnet ins Lager des Sultans – und redete, statt zu kämpfen. Er kam lebend zurück, und beide Männer trennten sich in gegenseitigem Respekt. 800 Jahre später hält der Papst genau diesen Mut als Vorbild hoch.
Kein Heiliger ist den Deutschen so nah wie Franz von Assisi. Überall in Deutschland tragen Kirchen seinen Namen, Franziskaner-Klöster prägen ganze Stadtbilder, und sein Sonnengesang gehört zum Schönsten, was je über die Schöpfung geschrieben wurde. Auch der 4. Oktober ist bei uns ein besonderer Tag: Vielerorts werden an seinem Festtag Tiere gesegnet – eine liebevolle Erinnerung an den Heiligen, der jedes Geschöpf als Bruder und Schwester sah.
Das Franziskanische Jubiläumsjahr, das die Kirche derzeit feiert, bringt Tausende Pilger nach Assisi. Sie kommen in die kleine Stadt auf dem Hügel in Umbrien, um dort zu beten, wo alles begann. 800 Jahre nach dem Tod des Heiligen ist seine Bewegung lebendiger denn je: Franziskanerinnen und Franziskaner wirken auf allen Kontinenten – in Schulen, Krankenhäusern und Suppenküchen.
Schon in den vergangenen Tagen hat Papst Leo XIV. ähnliche Töne angeschlagen: Er betete öffentlich für psychisch kranke Menschen und stellte die Schwächsten in die Mitte der Kirche. Bei der Eröffnung des akademischen Jahres feierte er die Eucharistie für Frieden und Einheit. Seine Botschaft ist klar: Eine Kirche misst sich daran, wie sie mit den Übersehenen umgeht.
Der Balkon-Moment selbst war typisch Leo XIV.: kein steifes Zeremoniell, sondern ein lächelnder Papst am Fenster, der winkt wie ein Pfarrer, der seine Gemeinde wirklich mag. In dieser Einfachheit steckt eine stille Botschaft – ganz im Geist des Franziskus, der zu den Vögeln predigte und die Sonne seine Schwester nannte.
800 Jahre – so lange überlebt eine Botschaft nur, wenn sie wahr ist: Baue auf, was zerbrochen ist. Mach den Frieden zu deinem Lebenswerk. Besitze nichts und schenke alles. Vom Balkon in Rom hat der Papst den Deutschen ihren Lieblingsheiligen neu vorgestellt. Und leise gefragt: Wer macht mit?
Photo: @pontifex
Der Autor ist Award Winning Hollywood Managing-Journalist Seine Hoheit und Exzellenz Dr.iur. Mag.iur. PRINZ MARIO-MAX ZU SCHAUMBURG-LIPPE, MAS, LL.M.
Prinz Mario-Max ist der Sohn der hochfürstlichen Würdenträger Seine Hoheit Dr. h. c. Prinz Waldemar zu Schaumburg-Lippe und Ihrer Hoheit Dr. Prinzessin Antonia zu Schaumburg-Lippe. Seine Großmutter ist Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Feodora von Dänemark. Die Familie ist die königlich-dänische Nachoder Linie der Prinzen zu Schaumburg-Lippe, die Gründerfamilie von Hamburg, Lübeck und Kiel.
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