Während die KI-Welt auf Rechenzentrums-GPUs starrt, läuft parallel ein zweites Rennen: der Wettlauf um Chips für Maschinen, die in der physischen Welt denken. Diese Woche hat GlobalFoundries seine grösste Wette auf dieses Rennen platziert: eine neue Chip-Plattform namens FDX Fusion – plus eine 1,1-Milliarden-Euro-Erweiterung des Werks in Dresden. Die Botschaft von der Bühne war unmissverständlich: Die Chips, die Roboter, Autos und autonome Maschinen antreiben, sind eine andere Klasse von Problem als die Chips für Chatbots.
Die Ankündigung kam am 9. Oktober in Dresden. Dort feierte GlobalFoundries das Richtfest des SPRINT-Erweiterungsprojekts – und enthüllte im selben Atemzug FDX Fusion. Die Plattform ist die nächste Evolutionsstufe der FD-SOI-Technologie des Unternehmens (vollständig verarmtes Silizium auf Isolator), gebaut für das, was die Branche Physical AI nennt: Maschinen, die in Echtzeit fühlen, rechnen, steuern und kommunizieren müssen – ohne den Stromverbrauch eines Rechenzentrums.
Die Zahlen sind ambitioniert. Die erste Generation soll digitale Leistung auf 7-nm-Niveau bieten – mit mehr als doppelter Transistor-Dichte gegenüber der ersten FDX-Generation. Doch rohe Dichte ist nicht die Schlagzeile. Die Plattform vereint dichte Logik mit Hochfrequenz, Analog, Mixed-Signal, eingebettetem nichtflüchtigem Speicher und sogar In-Memory-Computing – auf einem einzigen energieeffizienten Prozess.
Ein Roboter-Chip kann nicht nur rechnen. Er muss Sensoren lesen, Motoren ansteuern, mit dem Netz sprechen – und das alles mit Batterie. Manfred Horstmann, Senior-Vizepräsident und Generaldirektor der europäischen Werke, sagte es in einem Exklusiv-Interview mit EE Times deutlich: Rechenzentrums-KI ist extrem stromhungrig, aber Physical AI braucht mehr als Rechenleistung – Sensoren, Aktuatoren, Kommunikation, wenig Strom, Kosteneffizienz. Genau für diesen Mix ist FDX Fusion gebaut.
FD-SOI hat hier einen echten Vorteil. Die Back-Gate-Steuerung gibt Designern einen Regler, den konventionelle FinFET-Prozesse nicht haben: Leistung gegen Stromverbrauch dynamisch tauschen – im selben Chip. Für eine Maschine, die ruht, dann sprintet, dann wieder ruht – also fast jeden Roboter – ist diese Flexibilität mehr wert als Spitzen-Durchsatz.
Die Chip-Plattform steht nicht allein. Im SPRINT-Projekt investiert GlobalFoundries 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau des Dresdner Werks. Bis Ende 2028 sollen über eine Million 300-mm-Wafer pro Jahr vom Band laufen – das würde Dresden zum grössten Foundry-Standort Europas machen. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Chip-Gesetzes gefördert. Rund eine Milliarde Dollar will das Unternehmen in den kommenden Jahren in die FDX-Fusion-Entwicklung stecken, darunter etwa 250 Millionen für die erste Werkzeugausstattung.
CEO Tim Breen rahmte den Ausbau als Frage industrieller Souveränität: Europas Fabriken brauchen Chips, die verfügbar, vertrauenswürdig und nah bei den Kunden gebaut werden. Die zusätzliche Kapazität bedient Automobil, Luftfahrt, industrielles IoT und Verteidigung – Märkte, in denen Physical AI die Nachfrage zunehmend prägt. Demonstrator-Silizium ist für Anfang 2027 geplant, ein erstes Prozess-Design-Kit für Mitte 2027.
Es gibt eine geopolitische Ebene, die man nicht ignorieren sollte. Die modernsten Logik-Chips der Welt werden an einer Handvoll Orten gefertigt – und Europa arbeitet seit einem Jahrzehnt daran, einer davon zu sein. FDX Fusion ist ausdrücklich für Entwicklung und Fertigung in Dresden vorgesehen – in Europa designed und gebaut, für europäische Industrien. In einer Welt, in der Lieferketten zur Strategie geworden sind, ist eine Million Wafer differenzierten, lokal gefertigten Siliziums pro Jahr nicht nur ein Geschäfts-Meilenstein. Es ist eine Versicherung.
Für alle, die die KI-Wirtschaft verfolgen: Beobachten Sie das zweite Chip-Rennen. Das erste – wer die grösste Rechenzentrums-GPU baut – ist vorerst entschieden. Das zweite – wer die effizienteste Denkmaschine für die physische Welt baut – ist weit offen. GlobalFoundries hat gerade einen Milliarden-Euro-Marker auf den Tisch gelegt. Demonstrator-Silizium Anfang 2027, Design-Kits Mitte des Jahres, echte Produkte danach. Das ist eine Wette darauf, wo die Branche 2028 steht. Wenn die Roboter weiter so aus den Laboren strömen wie dieses Jahr, könnte Dresdens Timing genau richtig sein.
Der Autor ist Award Winning Hollywood Managing-Journalist Seine Hoheit und Exzellenz Dr.iur. Mag.iur. PRINZ MARIO-MAX ZU SCHAUMBURG-LIPPE, MAS, LL.M.
Prinz Mario-Max ist der Sohn der hochfürstlichen Würdenträger Seine Hoheit Dr. h. c. Prinz Waldemar zu Schaumburg-Lippe und Ihrer Hoheit Dr. Prinzessin Antonia zu Schaumburg-Lippe. Seine Großmutter ist Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Feodora von Dänemark. Die Familie ist die königlich-dänische Nachoder Linie der Prinzen zu Schaumburg-Lippe, die Gründerfamilie von Hamburg, Lübeck und Kiel.
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