Travel with Bastian Lee Jones – das Land der 100 Schlösser – Potsdam

Historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser - Potsdam

EINE HISTORISCHE WANDERUNG mit Bastian Lee Jones mit Photos von BLJ und André Looft

Vorab: Auf die üblichen berühmten Schlossansichtsbilder und „Klischée Bilder“ wurde hier weitestgehend verzichtet. Die Pohos sind sowohl von Bastian Lee Jones, als auch von André Looft. Im Teil II in der nächsten Ausgabe wird es mehr um Institutionen, Örtlichkeiten, Unternehmen und Ausflugsziele im kommerzielleren gehen. Wer daran Interesse hat, mitzuwirken oder vmit seinem oder ihrem Unternehmen, Projekt oder Institution vorgestellt zu werden,  meldet sich bitte in der Redaktion bei Bastian Lee Jones/Zeitblatt Magazin /LebenslustTV.

Der Südwesten Berlins und die Umgebung Potsdams sind besonders gesegnet. Einerseits landschaftlich. Die Havel und all die Kanäle und Seen samt den Havelbergen, prägen die Landschaft mit ihren Obstbaumplantagen und selbst dem nördlichsten Weinberg Deutschlands in Werder. Wassersportfreunde und Wanderer kommen hier auf ihre Kosten. Noch dazu spielt das ganze Schlösser Ensemble, welches von der UNESCO zum Weltkulturerbe bestimmt wurde samt der bewegten und schillernden Historie Preußens und den Hohenzollern, eine herausragende Rolle. Kunst- und Kulturfreunde werden hier Epiphanien erleben – fühlt man sich doch stets wie eine der ehemals königlichen Herrschaften, durch die Parks und Schloßanlagen lustwandeln – und das als Bürgerlicher! Man kann hier Geschichte durchleben. Selbst Sport- und Wissenschaftsgeschichte, denkt man an den Telegraphenberg und die Institute wie das berühmte Deutsche Geo-Forschung-Zentrum, welches für Indonesien jüngst ein Tsunami Frühwarnsystem entwickelte, aber auch das Alfred Wegener Institut, das Helmholtz Zentrum und den Wissenschaftsparkpark “Albert Einstein” mit dem grossen Refraktor und dem von Erich Mendelssohn entworfenen Einsteinturm.
Da Bastian Lee Jones in Berlin und Potsdam lebt und lebte, nimmt er Sie natürlich gerne an die Orte mit, die er schon teils als Kind intensiv durchwandern und erleben durfte. Dabei ging es meist sehr königlich zu.
Die Vorschläge einer Rundwanderung kann man an einem Tage gerade schaffen, läßt man die Abstecher weg. Natürlich kann man die Tour auch auf mehrere Tage strecken und verteilen. Wie herrlich die Umgebung ist, lässt sich an einer Bootstour um Werder festmachen. Dazu siehe man das LebenslustTV Video: https://www.youtube.com/watch?v=dGSu_wetshc&list=PLf_VzR0PbXkpjcEHo1IQ1-cE26KXSezOZ 

Einsteinturm am Telegraphenberg Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Einsteinturm am Telegraphenberg – photo by André Looft
Babelsberger Schlosspark Flatowturm Potsdam Brandenburg
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Sicht auf den Flatowturm im Babelsberger Schlosspark
Hans Otto Theater Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Hans Otto Theater welches an der Promenade an das Opernhaus in Sydney erinnert

ANREISE MIT DEM ÖPNV VON BERLIN

Das schöne an Berlin ist, dass es nach wie vor das beste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt besitzt, und man mit der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) und der DB (Deutsche Bahn inklusive der S-Bahn) mit einem Dreizonen-Fahrschein ABC für 7,70 Euro (ermässigt 5,30 Euro) für günstiges Geld bis tief in das brandenburger Umland fahren kann.
So fahren wir mit der Regionalbahn vom Bahnhof Friedrichstrasse oder Hauptbahnhof mit der Regionalbahn 1 (Brandenburg) bis nach Potsdam und Werder oder eben mit der S-Bahn, Linie S7 bis zur Endhaltestelle. Da wir aber einen Tagesausflug mit Rundgang ab Schloss Glienicke vorhaben, fahren wir mit der S-Bahn bis S-Bahnhof Wannsee und steigen von dort in den Bus 316. Dieser fährt die Königsstrasse über den Schäferberg bis an das Schloss Glienicke. An den Strassenrändern sieht man noch teilweise die alten Meilensteine aus der Zeit der preußischen Könige. Auf jener Strasse fuhren die Herrschaften zwischen den Anwesen in Berlin und Potsdam in ihren Gefährten entlang.
Für die vorgeschlagene Tour braucht man gutes Schuhwerk und sollte gut zu Fuss sein. Die Abstecher nach Caputh, an den Schwielowsee nach Petzin oder nach Werder, sollte man mit dem Zug oder mit dem BUS in Angriff nehmen. Natürlich ist all das auch an mehreren Tagen zu erforschen und zu besichtigen. Was einem auffällt ist, dass es so viele Schlösser, Gärten und Sehenswürdigkeiten gibt, dass man niemals den Eindruck hat, man würde von Touristenmengen erdrückt werden. Zudem ist Potsdam eine beinahe mediterran wirkende helle Stadt. In der Brandenburger Strasse ist das höchste Gebäude lediglich dreistöckig. So fällt viel Licht in die Strassen und die Innenstadt wirkt dadurch sehr hell und einladend.
Warum ich sehr detailliert auf Glienicke und Potsdam eingehe, ist der Tatsache geschuldet, dass ich als Kind mit meinen Eltern, teils mit meinen Großmüttern regelmässig im Glienicker Park spazieren ging. Es gab oft strenge Winter, wo die Havel zugefroren war, und man bis zu den Lastkahn Fahrrinnen laufen hätte können, wären da nicht die Grenzpolizei der DDR gewesen. Im Winter wehte oft ein beissender SMOG von Potsdam herüber. Leid taten einem die Menschen, die an ihren Seegrundstücken nicht an das Wasser konnten, weil davor die Mauer stand. So ist der historische Streifzug auch für mich eine Wissensergänzung und Bereicherung, zumal ich mit die schönste Zeit meines Lebens in Potsdam verbracht habe – sehr emphatisch gesprochen.

Schloss Babelsberg Berlin Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Sicht auf Schloss Babelsberg
Schloss Glienicke berlin Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Frauenstatue im Schlosspark Glienicke
Potsdam Schloss Glienicke Schloss Babelsberg Bastian Lee Jones
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung Frauenbüste am Schloss Glienicke

SCHLOß GLIENICKE UND SCHLOß BABELSBERG

Sämtliche Schlösser sind von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet. Das Gebäudeensemble des Schlosses Glienicke ist seit 1990 Weltkulturerbe der UNSECO.
Wenn man aus dem Bus aussteigt, läuft man vielleicht erst in Richtung Schloß Babelsberg, die Mövenstrasse entlang. An der Ecke Wilhelm-Leuschner Strasse sieht man auf der linken Seite die winzige Klein Glienicker Kapelle. Dort eine Christmette mitzumachen, ist ein Erlebnis.
Seinem Sohn Friedrich Karl Nikolaus von Preußen kaufte Prinz Carl von Preußen 1859 das Glienicker Jagdschloss, welches zwischen Schloß Glienicke und Schloß Babelsberg gelegen ist, und das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg beherbergt. Man braucht lediglich die Königstrasse überqueren, um an das Jagdschloss zu kommen. Dieses passiert man – geht man die Mövenstrasse entlang.
Die Waldmüllerstrasse läuft man entlang, um dann nach rechts abbiegend über eine Brücke den Teltowkanal zu überqueren, der hier den Griebnitzsee mit dem Tiefensee verbindet. Am Studentenwohnheim vorbei bergauf, befindet man sich schon im Schlosspark Park Babelsberg.
Vom Schloß Babelsberg hat man eine phantastische Sicht auf die Glienicker Brücke bis hin zur Pfaueninsel, über die Schloßanlagen Glienickes bis zur Berliner Vorstadt, der Halbinsel mit all den Villen.
Schloß Babelsberg wurde von Prinz Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm dem I. in zwei Bauphasen nach Plänen Karl-Friedrich Schinkels und seinem Meisterschüler Ludwig Persius erbaut. Schinkel verstarb in der Planungsphase und Persius musste sich mit den Änderungswünschen von Prinzessin Augusta auseinandersetzen. Die Parkanlage um den Babelsberg wurde von Peter Joseph Lenné geplant und von keinem geringeren als dem exzentrischen Fürst Pückler fortgeführt. Der Park Babelsberg hat bis Indien hin nicht an Strahlkraft eingebüßt. Ich mußte schon zwei Hindus in den Babelsberger Park führen. Die Herren wollten dort die Energieströme aus den alten Bäumen ziehen, indem man sie umarmt. In Indien wären diese Bäume “heilige” Bäume.
Das Schloß Babelsberg ist in gotischem Stil englischer Provenienz erbaut. Dieser Stilmix des gesamten Schlösser Ensembles ist äußerst vielfältig und interessant. Auch spiegeln die Entwürfe die Sehnsucht der Romantik nach Ruinen und Burgen wieder – auch als Zeichen der Deutschen Nationalstaatswerdung. So sind das Schloß Pfaueninsel oder die Brücken, die die kleinen Schluchten der Havelberge überqueren als Ruinen angelegt. Im Schloßpark Babelsberg findet man die Gerichtslaube, das Matrosenhaus, als auch den wehrhaft erscheinenden nach dem Architekten Strack erbauten Flatowturm, an dessen Stelle ursprünglich eine Windmühle Friedrich des Großen stand, die allerdings abbrannte.

Zurück zum Schloß Glienicke. Es war das Sommerschloss des Prinzen Carl von Preußen (1801-1883), dem dritten Sohn Friedrich Wilhelm des III. und Königin Luise.
Da Prinz Carl von Preußen seit 1810 bis 1820 der Schüler von dem Historiker und Archäologen Heinrich von Minutoli war, der 1820 auf Ägypten Expedition war, legte der Prinz sich eine Sammlung antiker Kunstwerke zu. Minutoli und dessen 2. Ehefrau, Gräfin von der Schulenburg, schrieben die Erlebnisse in einem Reisebericht, welcher in mehrere Sprachen übersetzt wurde, nieder. Die Sammelstücke bildeten den Grundstock für das neue Ägyptische Museum, wofür Minutoli zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften auserkoren wurde und die höchsten Staatsauszeichnungen erhielt. Durch Minutoli inspiriert, legte sich Prinz Carl von Preußen eine Kunstsammlung an. Teile dieser Sammlung wurden in das Schlossgelände und in die Gebäude des Schlosses Glienickes verbaut, so etwa ein karthagisches Mosaik, welches in die 1826 erbaute Rotunde, namens “Grosse Neugierde”, integriert wurde. Diese Rotunde ist ein Blickfang und markiert das den Schlosspark abschließende Eck zur berühmten Glienicker Brücke hin. Zwei Jahre zuvor kaufte der Prinz das im Landschaftspark Klein-Glienicke gelegene Landhaus, welches Carl-Friedrich Schinkel zu einem Schloss im neo-klassizistischen Stil umbaute.
Im Schloß Glienicke finden heute regelmäßig klassische Kammermusikkonzerte statt. Eine offene Kirche im italienischen Stil als auch Brücken und Jagdhäuser befinden sich auf dem gesamten Areal des Volksparkes. Zwischen griechisch anmutenden Statuen, einem Brunnen von zwei goldenen Löwen auf Säulen gesäumt, findet man auch ägyptische Sphinxe.

Läuft man den Weg vom Schloss Glienicke durch den Park, geht es recht hügelig über Brücken durch den Wald zum Blockhaus, zur Kirche Sankt Peter und Paul, als auch zur Pfaueninsel.
In der malerisch gelegenen Kirche Sankt Peter und Paul, eine der schönsten Kirchen Berlin-Brandenburgs in der gerne mit Pomp und Circumstance geheiratet wird, liess Prinz Carl von Preußen eine Gruft für Prinzessin Marie und sich selbst errichten. Die hellen Backsteine ragen bis in die Turmspitze hoch, die einem russischen Zwiebelturm nachempfunden wurde. Um Zwölf Uhr erklingt das wunderschöne Glockenspiel über die Havel bis weit an das andere Ufer. Die Kirche liegt auf einem Höhenzug, den sogenannten Haveler Bergen. Wenn man tief durchatmen möchte und meditieren oder kontemplieren möchte, so ist das ein geeigneter Ort. Gut 50 weiter findet sich das Blockhaus Nikolskoe. Ein Blockhaus, ebenso im russischen Stil gebaut und beliebtes Ausflugslokal.
Mit einer kleinen Fähre läßt sich auf die Pfaueninsel übersetzen (http://www.Pfaueninsel.info/Preise, Erwachsene 4 Euro, Ermäßigt 3 Euro).
Das weiß leuchtende Schloss Pfaueninsel bildet eine Sichtachse hin zum Marmorpalais am Heiligen See, welches 1787-1792 zum Sommerschloß König Friedrich-Wilhelm des II. errichtet wurde. Schloss Pfaueninsel sollte als Lustschloss für Übernachtungen von Tagesausflügen dienen. Die ganze Insel wurde von Peter Joseph Lenné 1816 gestaltet. Die Preußische Madame Pompadour, Wilhelmine Encke, die durch die Liebesäffaire mit Friedrich-Wilhelm, den Adlestitel Gräfin von Lichtenau erhielt (sie hatten eine Romanze), war an den Planungen des Schlosses beteiligt. Die Insel hat neben der Meierei, dem Jakobs Brunnen, dem Luisen Tempel, der Vogelvoliere, dem Kavalierhaus und anderem auch wirkliche Pfauen zu bieten.
Läuft man an der Havel entlang zurück zum Schloß Glienicke, sieht man am anderen Ufer die Sakrower Heilandskirche (im Schlosspark des Schoßes Sakrow in der Havel gelegen, ebenso nach Entwürfen von Ludwig Persius und Ferdinand von Arnim erbautet – der Park ist ebenso von Peter Joseph Lenné angelegt) – die zu Mauerzeiten im Niemandsland im Wasser stand. Dank Richard von Weizsäcker (ehemals Regierender Bürgermeister Berlin Wests), wurde das Äussere der Kirche nach langen Verhandlungen mit der Regierung der DDR durch die DDR restauriert. Man soll während der Predigten das Wasser plätschern hören). Und zu Mauerzeiten war der Havel-Zugang der am Wasser gelegenen Anwesen durch die Mauer verhindert worden. Nach ca. 2 km kommt man an die Moorlake. Das Gasthaus an der Moorlake ist im alpenländischen Stil erbaut und liegt an der mit Seerosen geschmückten malerischen Bucht, wo im Sommer gelegentlich gebadet wird und Segelboote vor Anker gehen.
Ist man an der Glienicker Brücke – so findet man auf der rechten Strassenseite eine Inschrift und Aufsteller, die die schillernde Geschichte der Brücke die je hälftig zu Berlin und zu Brandenburg gehört, sehr gut auch mit historischen Photos erläutert. Zu Zeiten der Mauer und der Alliierten – wurden dort unzählige durch die Russen gefangengenommen Agenten des CIA und M5 und unzählige durch die Westmächte gefangen genommene KGB Agenten ausgetauscht. Dreimal – sehr gut medial inszeniert, und zuletzt 1986. Ein Hauch von James Bond liegt in der Luft. An der Glienicker Brücke (1907 als vierte Brücke und als Fachwerkbrücke erbaut) kann man natürlich auch einen Dampfer der Weißen Flotte nehmen. Es befindet sich dort ein Anlegeplatz. Die Seen und Flüsse mit dem Dampfer zu erkunden und Potsdam bis Caputh und Werder vom Wasser aus zu bereisen ist ebenso herrlich (https://www.schifffahrt-in-Potsdam.de).

Gleinicker Brücke Berlin Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Glienicker Brücke – Photo by André Looft
Belvedere Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Herrliche Sicht auf Potsdam vom „Schloss im Himmel“ Belvedere hinter Schloss Cecilienhof – photo by André Böhm mit Bastian Lee Jones

 

VON DER GLIENICKER BRÜCKE ZU DEN SCHLOßANLAGEN UM DEN HEILIGEN SEE

Überquert man die Brücke von Berlin aus, betritt man die Landeshauptstadt Brandenburgs, Potsdam. um genauer zu sein – die Berliner Vorstadt. Eine vorgelagerte Halbinsel. Wir biegen gleich scharf nach rechts in die Schwanenallee ab, um am Wasser entlang Richtung Heiliger See zu laufen. An Villen Vorbei, die einen teils an Häuser in Genf erinnern, aber auch an der gerade in Sanierung befindenden Kaiserlichen Matrosenstation – wo bald auch die königliche Fregatte en miniature, die Royal Louise liegen, einem Geschenk des britischen Königs William IV. an König Friedrich Wilhelm III. als Dank für die Unterstützung Preußens beim endgültigen Sieg über Napoleon, wieder liegen wird. Auch dieses Schiff ist Teil des Weltkulturerbes der UNESCO (http://www.royal-louise.de). Das Ensemble an Holzblockhäusern ist hier nicht im Russischen Stil, jedoch aber im Norwegischen Stil erbaut. Auf der anderen Uferseite sieht man das wunderschöne “Kasino” des Schlosses Glienicke, der Villa mit Kolonnadengang im Stil des italienischen Klassizismus. Über die Schwanenbrücke überquert man den malerischen Hasengraben und betritt das Gartengelände um den Heiligen See. Einem der saubersten Badeseen der Gegend, ebenso mit FKK Abteilung. Man munkelt, dass rußische Panzer am Grunde des Sees liegen würden. Das Baden dort im Sommer ist ein tolles Familienerlebnis. Von der Eremitage bis zur Muschelgrotte an der Havelufer Seite, bietet der sogenannte Neue Garten auch das grüne Haus, eine Pyramide und am Südzipfel des Sees die gotische Bibliothek, um mit den kleineren Attraktionen zu starten.
Schloß Cecilienhof war der letzte Schloßbau der Hohenzollern. Zwischen 1913 und 1917 im englischen Landhausstil durch den Architekten Paul Schultze-Naumburg entworfen, wurde es unter Kaiser Wilhelm II. für dessen Sohn, den Kronprinzen Wilhelm und dessen Gemahlin Cecilie erbaut. Nach der Abdankung des Kaisers 1918, übergab der Staat 1926 das Gebäude Wilhelm und Cecilie, die bis 1945 darin wohnten. Die Sowjets enteigneten das Kronprinzenpaar entschädigungslos. Sämtliches Inventar wurde zurückgelassen. Für die Potsdamer Konferenz (17.Juli bis zum 2. August 1945) wurde aber umgeräumt. Josef Stalin, Harry S. Truman und Winston Churchill bekamen ihre eigenen Zimmer, und Truman gab während der Konferenz den Befehl zum Atombomben Abwurf auf Hiroshima. Nach Beerdigungen der Kampfhandlungen in Europa wurde das Dreimächte Abkommen von Berlin besiegelt. Berlin wurde zwischen Großbritannien, den USA und der Sowjetunion in drei Teile eingeteilt. Frankreich wurde vergessen. Die Sowjetunion lehnte Nachverhandlungen ab. So bekam Frankreich den nördlichen West Berliner Bezirk Reinickendorf. Im Ehrenhof legten sowjetische Soldaten einen Stern aus roten Blumen an. Die Potsdamer Konferenz.
Von Cecilienhof läuft man auf der Strasse “Am Neuen Garten” zur Leistikowstrasse am Mirbachwäldchen entlang um einen der absoluten Höhepunkte zu erreichen, dass sogenannte “Schloß im Himmel” auf dem Pfingstberg, dem Belvedere mit vorgelagertem Pomonatempel. Der Pfingstberg ist mit 76 m die höchste Erhebung in der Gegend. König Friedrich Wilhelm IV zeichnete die ersten Entwürfe im italienischen Renaissance Stil (eine Kopie der Römischen Villa Palazzo Farnese), die Ludwig Persius, Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse dann in die Umsetzung brachten. Die Parkanlagen wurden von Peter Joseph Lenné entworfen. Der Pfingstberg hiess ursprünglich “Judenberg” – und Friedrich Wilhelm II., hatte bereits 1793 die Idee, auf dieser Anhöhe ein Belvedere zu erbauen, was den Grundstückspreis aber derart in die Höhe schnellen ließ, dass von dem Bauvorhaben Abstand genommen wurde. Eine Kasinoterrasse mit Fontäne und doppelläufiger Treppe sollte noch herunterführen. Ein Aquarell des Architekten Ferdinand von Arnim existiert. Zum Bau dessen kam es aber nicht. Deswegen genießt man einen beladenen Anstieg und kommt am Pomonatempel vorbei. Im Sommer finden hier gelegentlich Jazz Konzerte bei Kaffee und Kuchen statt. Dieser Tempel, der erste Bau von Schinkel, hätte bei einer etwaigen Umsetzung der Kasinoterrasse, abgerissen werden müssen.
Passiert man den Tempel – erreicht man das Belvedere durch Baumkolonnaden. Majestätisch erhebt sich das Gebäude mit seinen zwei Türmen vor einem. Im Innenhof befindet sich ein grosses Wasserbassin. Erklimmt man die ersten Stufen, kommt man auf ein Zwischenpodest, an dessen Ballustraden eine wunderschöne Pegasus Skulptur steht. Erklimmt man die nächste Ebene, läuft man durch einen Kolonnaden gang wie durch den Himmel in einen der Türme. Über eine Wendeltreppe geht nach oben. Die Ampeln sind nicht immer verläßlich. Man schaut am besten selbst, ob gerade andere Besucher die Treppe herunter kommen. Was einem nach dem Aufstieg erwartet ist eine herrliche Sicht, weit ins Brandenburger Land mit den herrlichen Windkraftanlagen, die die Landschaft verschandeln – oder auch nicht. Die Biosphäre liegt vor einem, schaut man gen Westen. Man sieht, dass Potsdam ähnlich wie Rom, von sieben Hügeln umsäumt wird. Schaut man gen Osten, sieht man den Fernsehturm am Alexanderplatz von Berlin, den Turm am Schäferberg und Spandau. Alles ist mit Kilometerangaben gut beschrieben. Höhenangst sollte man keine haben. Über das wunderschöne Gebäude und die beeindruckende Aussicht, vergisst man die Frage, nach dem eigentlichen Sinn des Gebäudes – ausser dem nach Ästhetik und Genuss. Aber durch die vielleicht “unsinnigen Bau Gedanken” der damaligen Machthaber, können wir uns heute erfreuen. So wird es auch mit der Frauenkirche in Dresdens, der Garnisonskirche und dem Schloß in Potsdam und in Berlin sein, den Widerständen wegen der Finanzierungsfragen zum Trotz.
Auf dem Rückweg in den neuen Garten – streifen wir das Marmorpalais (1787-1793) von Carl von Gontard (Erbauer des Brandenburger Tors in Berlin) und Carl Gotthard Langhans, im Frühklassizitischen Stil, welches den musisch begabten Friedrich Wilhelm II von dem damals unbeliebten kinderlosen Onkel Friedrich den Großen, der das Rokoko liebte, distanzieren sollte. Die Sichtachse zum Schloß auf der Pfaueninsel verlockte die königliche Gesellschaft, Tagesausflüge mit dem Boot bis in das Schloß Charlottenburg in Berlin zu unternehmen. Schaut man auf das gegenüber liegende Ufer – sieht man auf die Villen Wolfgang Joops als auch Günther Jauchs. Durch die Seenlage in Kombination mit dem historischen Umfeld – sind die Grundstückspreise hier mit die höchsten in Europa.

Schlägt man den Rückweg aber auf die Westseite ein, kommt man an der russischen Kirche, der Alexander Newski-Gedächtniskirche vorbei, hin zur zwischen Obstbäumen gelegenen Siedlung Alexandrowka, welche 18267/1827 von Friedrich Wilhelm III von Preußen für die letzten 12 russischen Sänger des ehemals 62 Soldaten bestehenden Chores anlegte. Wunderschöne russische Blockhäuser. Preußen mußte mit Napoleon eine Zwangsallianz gegen Rußland eingehen. 1812 wurden 1000 russische Soldaten gefangen genommen. Zweiundsechzig blieben in Potsdam. Diese bildeten einen Chor, welcher dem König im ersten preußischen Garderegiment unterstellt wurde, da Preußen 1813 die Seiten wechseln konnte. Die Romanows waren ja mit den Hohenzollern familiär verbunden. Eingedenk des Zaren Alexander I., der nicht nur den Verbleib der russischen Soldaten erlaubte, sondern zusätzlich sieben Grenadiere von seinem Regiment nach Potsdam schickte. Friedrich Wilhelm III. ordnete nach dem Tod des Zaren an, die Sänger als “Kolonisten” der Siedlung Alexandrowka anzusiedeln. Die Kolonisten bekamen noch eine Kuh geschenkt und durften die Anwesen nur an ihre männlichen Nachkommen vererben. Die Entwürfe der aus 12 Höfen bestehenden Siedlung (ebenso vom Blockhaus Nikolskoe) übernahm der italienisch russische Architekt Carlo Rossi.

Der zweite Teil über das Potsdam Feature wird ebenso in hier als auch im Zeitblatt Magazin TRAVEL im Print erscheinen. Unternehmende, Institutionen und Projekte aus Potsdam können sich gern melden, wenn sie gefeatured werden wollen.

Holländische Viertel Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Holländische Viertel
Holländische Viertel Potsdam Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Holländische Viertel
Holländische Viertel Potsdam Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung
Nauener Tor Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Nauener Tor
Nauener Tor Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Nauener Tor – Photo by André Looft
Sans Souci Potsdam Mineralwasser Friedrich der grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – die Marke „Schloss Sans Souci“ selbst als Potsdamer Mineralwasser
Schloss Sans Souci freidrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Geheimtipp: Idylle im Paradiesgarten neben dem Schloss Park Sans Souci
Schloss Sans Souci Potsdam Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Mühle am Schloss Sans Souci – photo by André Looft
Schloss Sans Souci normannenturm Potsdam Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Normannenturm hinter dem Schloss Sans Souci – photo by André Looft
Brandenburger tor Schloss Sans Souci Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Brandenburger Tor vor dem Eingang Schloss Sans Souci – photo by André Looft

 

 

POSTDAM UND DAS HOLLÄNDISCHE VIERTEL UND SANSSOUCI

Unter Hilfestellung des niederländischen Königshauses, wurde die in der DDR verfallene größte Gebäudekomplex im niederländischen Stil außerhalb der Niederlande saniert. 134 Ziegelsteinhäuser um die Mittel- und Benkertstrasse. Vor der Bebauung war das Gelände Sumpfgelände. Im Zuge der zweiten Stadterweiterung Potsdams und weil der sogennante “Soldatenkönig”, der Vater Friedrich des Großen, Friedrich I., ein ausgesprochener Niederlande Fan war, die wegen ihres Staatsmodells und ihres technischen und händlerischen Fortschritts, bewundert wurden. So wurde der niederländische Architekt Johann Boumann berufen, die Planungen vorzunehmen. Friedrich der I war 1704/05 auf einer Bildungsreise in Den Haag und Amsterdam. Alles was er während seiner Regentschaft errichten ließ, war niederländisch inspiriert.
Liebevoll eingerichtete Boutiquen und Cafés laden heute zum Flanieren und Verweilen ein. Einen niederländischen Speckkuchen meine ich, vor wenigen Jahren dort gegessen zu haben. In der Benkertsraße 16 befindet sich im Übrigen das ehemalige Wohnhaus des Architekten des Berliner Brandenburger Tors, Carl von Gontard.
Biegt man von der Mittelstrasse kommend auf die Friedrich Ebert Strasse nach rechts, sieht man auf das Nauener Tor, welches von Cafés umringt ist. Schaut man nach links, kommt man auf den Platz der Einheit. Wir biegen nach links um auf die Brandenburger Strasse, der Einkaufsmeile Potsdams Richtung Luisenplatz und Brandenburger Tor zu laufen.
Überquert man den Luisenplatz, kommt man an den Haupteingang des Schlossparks Sanssouci, nachdem man linker Hand das unheimlich wirkende Sankt Joseph Krankenhaus passiert hat. Wir nehmen aber nicht den Haupteingang, sondern den kleinen Durchgang rechts, der zur Friedenskirche führt. Die Friedenskirche ist im gleichen Stil wie die Heilandskirche am Port Sakrow mit romanischen Elementen oberitalienischer Klosterbauten nachempfunden. Der preußische König, Friedrich Wilhelm IV liess die Kirche samt der 42 m hohen Campanile, dem Glockenturm, erbauen und ist dort neben seiner Gemahlin Elisabeth Ludovika in der Gruft begraben.
Im rechten Seitenschiff liegt die Taufkapelle. Die Apsis der Kirche schmücken byzantinische Mosaike aus dem 13. Jahrhundert. Es befand sich in einer venezianischen Kirche, die abgerissen wurde. Zar Nikolaus I. schenkte die dunkelgrünen Säulen aus sibirischem Jaspis des Altarziboriums.
Der Kreuzgang strahlt eine erhabene Ruhe aus. Die grosse Jesusstatue im Atrium ist eine Kopie, der Originalstatue in der Kopenhagener Frauenkirche (1821 von Bertel Thorvaldsen geschaffen). Ein Arkadengang umschließt den Innenhof.
Über den Marylgarten nähern wir uns dem Lustgarten mit dem Brunnen und der hohen Fontäne, hinter der sich auf einem stilisierten Weinberg aus Terrassen das Prunkstück der Schlösser, Schloß Sanssouci befindet. Rechts davon die Bildergalerie und links davon die Neuen Kammern. Nach eigenen Skizzen von Friedrich II. gezeichnet und 1745 bis 1747 im Rokoko nach Wenzeslaus von Knobelsdorff durchgeführt, erbaut. Das preußische “Versailles” wurde durch die Küchen- und Damenflügel später erweitert. Auf der rechten Seite des Schlosses befindet sich nun das Grab Friedrich des Großen, auf dessen Grabplatte ständig Kartoffeln liegen (er hatte die Frucht samt Rezepturen in Preußen eingeführt), neben den Gräbern seiner geliebten Windhunde. Der geniale Komponist, Flötist (gelernt bei Johann Joachim Quantz) und Feldherr führte Preußen in die Pentarchie der europäischen Großmächte und stand für einen aufgeklärten Absolutismus. Er definierte sich als oberster Diener des Staates und umgab sich mit Philosophen wie Voltaire und spielte Johann Sebastian Bach das “königliche Thema” vor, auf dass das “Musikalische Opfer” entstand. Kein geringerer als der berühmte Sohn Bachs, Carl Philipp Emanuel Bach, arrangierte 1747 den Aufenthalt seines Vaters in Sanssouci. Zu Friedrichs Verdiensten gehörte auch, dass er die Folter abschaffte und das Staats- und Bildungswesen massgeblich reformierte.
Wenn man sehen möchte, von wo der Wasserdruck der Fontäne des Brunnens vor dem Sanssouci kommt, der steige hinter dem Sanssouci auf den Ruinenberg zum Normannischen Turm und wird dort neben der Aussicht und der Tempelruine ein riesiges Wasser Bassin finden. Laufen wir hinter dem Sanssouci in Richtung historischer Mühle, können wir uns entscheiden, ob wir einen Abstecher zum Krongut Bornstedt und zur Bornstedter Kirche und Friedhof machen. Auf dem Friedhof liegt u.a. der preußische Hofgärtner Peter Joseph Lenné begraben.
Bleiben wir auf dem Gelände des Schlossparks können wir an den Neuen Kammern vorbei in den Sizilianischen Garten auf dem Weg zum Neuen Palais laufen. Überqueren wir die Maulbeerallee – kämen wir zur Orangerie. Ein Geheimtipp ist neben dem Prinzenspiel aber auch der Paradiesgarten, mit einer angelegten Wasserkaskade und einem ägyptisch anmutenden Tempel. Am Wasser und zwischen den herrlich angelegten Pflanzenbeeten, läßt sich hervorragend ausruhen. Das Belvedere auf dem Klausberg und das Drachenhaus seien hier nur der Vollständigkeitshalber erwähnt. Um das Neue Palais, den sogenannten Communs, befinden sich die ganzen Sportinstitute der Universität Potsdam. Das Neue Palais wurde nach dem Siebenjährigen Krieg 1763 erbaut und ist das letzte Barockschloss der Hohenzollern. Für Friedrich den Großen diente es als Gästeschloß. Erst Kaiser Wilhelm der II. machte es zu seiner Sommer Residenz. Wer Kunst liebt, sollte die Bilderausstellung im neuen Palais nicht verpassen.
Man läuft gen Süden in Richtung Fasanerie und Hippodrom, um an die romantische Schloßanlage Schloß Charlottenhof zu kommen. Karl Friedrich Schinkel und sein Schüler Ludwig Persius, gestalteten den Wohnsitz des Kastellan Friedrich des II. nach Vorbild einer römischen Villa um. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm, der König Friedrich Wilhelm der IV. von Preußen wurde, diente das bukolische Anwesen als Sommerresidenz. Die grosse halbrunde Flüsterbank sollte man ausprobieren. Folgendes Experiment ist angeraten. Eine Person sollte sich an das eine Ende der Bank setzen, die andere ans andere Ende. Eine von beiden sollte gegen die Wand flüstern! Das Halbrund der Mauer leitet den Schall perfekt an das Ohr der gegenübersitzenden Person! Ein großer Spass heute und auch damals. Im berühmten Zeltzimmer des Schlosses hauste auch Alexander von Humboldt!

Die Italien Sehnsucht Friedrich Wilhelm des IV. spiegelt sich auch in den nordöstlich gelegenen Römischen Bädern wieder. Pergolen, Arkaden und ebenso im italienischen Villenstil und römischen Thermen nachempfunden, durch Ludwig Persius und seinem Lehrer Karl-Friedrich Schinkel entworfen, wurde hier aber nie gebadet. Der künstliche Maschinenteich heisst wegen einer nicht mehr vorhandenen Dampfmaschine so. Diese sollte das Wasser zirkulieren lassen. Auch hier ist die Gartenanlage von Peter Joseph Lenné entworfen.

Läuft man weiter gen Norden, kommt man zum Chinesischen Teehaus. Friedrich der Grosse liess es durch Johann Gottfried Büring errichten. Chinoiserien und Turqoiserien waren in der Zeit äußerst beliebt. Dass es ein recht unaufgeklärter Exotismus zu dieser Zeit war, zeigt schon die Tatsache, dass die goldenen Statuen zwar chinesisch anmutende Kleider trugen, allerdings europäische Gesichtszüge tragen. Für exotische Gartenfestivitäten entstand auch das Drachenhaus (hinter der Orangerie). Das Räuchergefäss neben dem Teehaus ist ein Geschenk des 42 Jahre amtierenden thailändischen Königs (damals Siam) Rama dem V. – welches ursprünglich vor dem Neuen Palais stand. Die Swastika sollte einen nicht überraschen – ist dieses Symbol dort ein Symbol des Glücks.

Museum Barberini Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Museum Barberini – photo by André Looft
Marstall Filmmuseum Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Marstall (Filmmuseum Potsdam) – photo by André Looft
Marstall Filmmuseum Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – hinter dem Marstall – photo by André Looft
potsdamer Stadtschloss Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Potsdamer Stadtschloss & Ringkolonnaden – photo by André Looft
Potsdamer Stadtschloss Friedrich der Grosse
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Originalteile am Stadschloss
Nikolaikirche Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Nikolaikirche Potsdam

 

DAS STADTSCHLOSS UND ABSTECHER IN DAS UMLAND

Wenn wir wieder Richtung Sanssouci laufen – hin zum Ausgang und über den Luisenplatz die Brandenburgische Strasse zurücklaufen, können wir mit der Strassenbahn in Richtung Stadtschloss fahren. Mit dem Lustgarten, dem Neptunbrunnen und dem Marstall hatte das Schloß eine große Bedeutung. Darin äußerten sich der Barock eines Schlüters, das friderizianische Rokoko eines Knobelsdorff und der Klassizismus eines Schlüters im harmonischen Trio. Das Schloß wurde 1945 zerstört und zu DDR Zeiten beseitigt. Die SED Führung hatte es sich nicht leicht gemacht, denn 83% der Bausubstanz waren noch in Ordnung. Man entschied sich aber für das Karl-Liebknecht Forum Platz zu schaffen. Für den Wiederaufbau machten sich u.a. Günther Jauch (Fortunaportal) und SAP Gründer Hasso Plattner stark. Der Innenausbau besticht durch Schlichtheit und ist von Peter Kulka entworfen worden. 2014 war Einweihung. “Céci n´est pas un chateau” – das ist kein Schloß ist an die Fassade angebracht, die originalgetreu und mit unzähligen Originalteilen versehen, wieder aufgebaut wurde. Zum Schloß gehören die Reste der Ringkolonnade als auch der Marstall (heute das Filmmuseum). Unweit neben dem Schloß steht die Nikolaikirche mit ihrer an die St. Pauls Cathedral in London erinnernden Kuppelkonstruktion. Am Alten Markt befindet sich auch das neue Museum Barberini im Palast Barberini. Hasso Plattner und seine Stiftung sind mit Sitz in Kalifornien und dessen Privatsammlung sind dort ausgestellt. Schwerpunkte sind die Kunst der DDR als auch der Impressionismus (Claude Monet, Edvard Munch und Auguste Renoir). 2019 ist das Jahr der absolut sehenswerten Pablo Picasso Ausstellung.
Fährt man auf der Bundestrasse 2 zum Hauptbahnhof Potsdam, kann man den BUS 677 nach Caputh nehmen, welches das Albert Einstein Haus als auch das Caputher Schloß zu bieten hat. Auch ein Abstecher an den Schwielowsee nach Petzin (welches selbstverständlich auch ein Schloß hat!) oder in die Havelstadt Werder lohnt sich allemal. Und das nicht nur zum Baumblütenfest. Überhaupt ist das Seengebiet um die Havel mit all den Seen ein absolutes Muss für Wasserfreunde. Bootstouren im Sommer sind einfach herrlich.

Schloss Caputh Albert Einstein Brandenburg
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Wasseransicht auf Schloss Caputh – photo by André Looft
Werder an der Havel Potsdam
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Wassersport im Umland von Potsdam – photo by André Looft
Werder an der Havel Potsdam Brandenburg
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Werder an der Havel – photo by André Looft
Werder an der Havel Obstbaumblüte Brandenburg
Travel with Bastian Lee Jones – historische Wanderung durch das Land der 100 Schlösser – Potsdam & Umgebung – Obstbaumblüte bei Werder an der Havel – photo by André Looft

 

 

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