documenta 14

SAVVY Funk

Im Rahmen des Radioprogramms Every Time A Ear di Soun präsentieren die documenta 14, Deutschlandfunk Kultur und SAVVY Contemporary SAVVY Funk, ein Radioprojekt und offenes Archiv in Form eines Lese- und Hörraums sowie eine Reihe von „Fußnoten“ der eingeladenen Künstler_innen.

SAVVY Funk geht am 16. Juni um Mitternacht auf Sendung und sendet bis zum 8. Juli auf UKW 103.0 MHz in Berlin, UKW 90.4 MHz in Kassel, SW 15560 kHz und auf documenta14.de.

Offene Galerie und Radiostudio vom 17. Juni bis 8. Juli täglich von 9–24 Uhr, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin

Eröffnungsparty 17. Juni, 18 Uhr, SAVVY Contemporary im silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

Live auf der Bühne: Adespotes Skyles, Satch Hoyt, AGF (Antye Greie-Ripatti) und Mista Wallizz

SAVVY Contemporary wird für 22 Tage zu einem Radiosender, der sich als offenes Studio und Plattform versteht und Audiomaterial und Hör-Inhalte live produziert und sendet. SAVVY Funk, ein 24/7-Radioprogramm und -Kunstwerk, ist ein Raum für Hörexperimente, neue Formen der Partizipation, Performativität und erkenntnistheoretische Vielfalt. Als Projekt mit einer breiten Palette von Praktiken und Sprachen, erkundet SAVVY Funk klangliche und auditive Phänomene – Stimme, Geräusch, Musik und Sprache – als Medien, um kontrahegemoniale Geschichten zu schreiben; reflektiert wird zudem, wie durch Klang psychische und physikalische Räume geschaffen und organisiert werden.

SAVVY Funk setzt auf die Kraft des Sounds und des Radios bei der Ausgestaltung von Wissen und Aktion. Inspiriert von Frantz Fanon und seiner Auffassung des Radios als Mittel des politischen Kampfs und des Widerstands sowie von Rudolf Arnheims Aufruf, ausdrücklich die Dichter „in die Funkstudios“ zu holen, hat das Projekt 18 Künstler_innen eingeladen, das Radioprogramm zu gestalten. Die Künstler_innen haben mit Studierenden der von Professor Nathalie Singer und Martin Hirsch geleiteten Klasse für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar Formen der Zusammenarbeit entwickelt.

Die Bauhaus-Universität Weimar stellt zudem ein offenes Archiv mit über zweihundert Gegenständen zur Verfügung, das von Singers Privatsammlung (darunter wichtige Buchpublikationen, Schallplatten und historische Objekte aus der Frühzeit des Sendebetriebs und des Hörspiels) bis zu dem digitalen Archiv für Radiokunst EXPA reicht, einem Projekt und einer Ausstellungsreihe der Bauhaus-Universität Weimar. Besucher_innen sind eingeladen, diese Sammlung von mehr als 7000 Audioarbeiten, die über ein Jahrhundert Radio- und Audiokunstgeschichte umfasst, zu durchstöbern und anzuhören. Am Klangarchiv für Audiokunst EXPA ist SAVVY.doc, die offene Bibliothek von SAVVY Contemporary mit seltenen Publikationen und Magazinen ebenso beteiligt wie Colonial Neighbours, SAVVY Contemporarys dauerhaftes radikales und partizipatives Archiv zur deutschen Kolonialgeschichte.

Zusätzlich zum Radioprogramm und dem Lese- und Hörraum stellt eine Reihe von „Fußnoten“ in Form von Kunstwerken, Dokumenten, Videoarbeiten und Hörstücken Überlegungen über die Macht des Hörens und die poetischen und politischen Dimensionen des Klangs an. Neben den Beiträgen der SAVVY Funk Künstler_innen präsentiert Rui Vilela seine Recherchen über das guinea-bissauische Rádio Libertação, welches 1967 während der kolonialen Besetzung durch Portugal gegründet wurde und eine wichtige Rolle spielt für die von Amílcar Cabral ins Leben gerufene afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und den Kapverden (PAIGC).

Diese Arbeiten, die sich über die Räume von SAVVY Contemporary verteilen, sind mit den Strukturen des Sendestudios durch eine von Igor Eskinja entworfene Raumintervention verknüpft. Besucher_innen des SAVVY Funk sind eingeladen, in dieses vielschichtige Forschungsmaterial einzutauchen, das Radio machen in vivo zu erleben und zugleich Akteure in einer „einfallsreichen Partnerschaft zwischen Ausübenden und Publikum zu werden“ (Seán Street, The Poetry of Radio: The Colour of Sound, New York: Routledge, 2012).

Teilnehmende Künstler_innen und Radiomacher_innen

AGF (Antye Greie-Ripatti), Leo Asemota, Gívan Belá, Alessandro Bosetti, Alberto de Campo, Igor Eskinja, Islands Songs (Silvia Ploner & Nicolas Perret), Tim Etchells, Abrie Fourie (Colonial Neighbours), Dani Gal and Achim Lengerer, Satch Hoyt, Felix Kubin, Brandon LaBelle and Anna Bromley , Missy Magazine (Gina D’Orio & Margarita Tsomou), Mobile Radio (Sara Washington & Knut Aufermann), Nástio Mosquito, Ahmet Öğüt, reboot.fm (Diana McCarty & Pit Schultz), Natascha Sadr, Haghighian and Nicholas Bussmann, Saout Radio (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali), Rui Vilela , Tito Valery, James Webb

SAVVY Funk Team

Programmverantwortliche und Kuratoren:

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Marcus Gammel, Elena Agudio

Koordinatoren:

Tina Klatte, Maximilian Netter

Kuratorische Assistentin:

Sol Izquierdo de la Viña

Management:

Lema Sikod

Management Assistentin:

Lynhan Balatbat

Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, Studiengang Kunst und Gestaltung:

Unter Leitung von Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch

Radiosendung:

Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Grit Lieder, Johann Mittmann, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch, Markus Westphal

Ausstellungsdesign und Archivrecherche:

Anna Rupp, Rosa Süß, Rafael Brasil Sabino, Alejandro Weyler. Aus dem EXPA Archiv und der Sammlung von Nathalie Singer

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der documenta 14.

Heute eröffnet die Ausstellung der documenta 14 in Kassel

Heute, am 10. Juni 2017, eröffnet die Ausstellung der documenta 14 in Kassel. An mehr als 30 verschiedenen Orten, öffentlichen Institutionen, Plätzen, Kinos und Universitätsstandorten werden mehr als 160 internationale Künstler_innen ihre für die documenta 14 konzipierten Arbeiten vorstellen. Die Ausstellungsorte sind täglich von 10-20 Uhr geöffnet.

Orientierung auf der documenta 14

Der Künstlerische Leiter Adam Szymczyk schlägt einen Parcours für den Besuch der documenta 14 in Kassel vor. Dieser beginnt am ehemaligen unterirdischen Bahnhof (KulturBahnhof) und erstreckt sich über die Nordstadt über den Friedrichsplatz in Richtung Süden bis zu der Torwache, dem unvollendeten Tor zur Stadt. Den Parcours sowie Informationen zu den Ausstellungsorten finden Sie auf der Webseite der documenta 14. Die Info-Karte mit allen Ausstellungsorten der documenta 14 in Kassel können sie hier herunterladen.

Die beiden Hauptpublikationen der documenta 14 sind das documenta 14: Daybook und Der documenta 14 Reader. Der documenta 14 Reader, eine kritische Anthologie, behandelt Fragen der Ökonomie, der Sprache und der Kolonialität von Macht, während das documenta 14: Daybook den an der documenta 14 beteiligten Künstler_innen gewidmet ist. Ergänzt wird das Daybook durch zwei Broschüren (Map Booklets), jeweils eines für Athen und Kassel, die überall dort erworben werden können, wo die Publikationen erhältlich sind. Die Broschüren können in den Schutzumschlag des Daybook eingelegt werden und vervollständigen damit das Buch. Sie liefern generelle Informationen zu den Ausstellungsorten und eine Liste der ausgestellten Werke.

Weiteres Informationsmaterial über die documenta 14 sowie das tägliche Veranstaltungsprogramm erhalten Sie im Presse- und Informationszentrum am Friedrichsplatz 4 in 34117 Kassel und im Public Paper, der zweiwöchentlichen Zeitung der documenta 14, die in allen Ausstellungsorten kostenfrei ausliegt.

Das vollständige Veranstaltungsprogramm der documenta 14 finden Sie im Kalender auf der Webseite der documenta 14.

Bücherspenden für The Parthenon of Books

The Parthenon of Books ist ein Kunstwerk im Prozess, das auf der Beteiligung der Öffentlichkeit basiert. Tausende Bücher wurden bereits für die Installation nach Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis gespendet, die derzeit auf dem Kasseler Friedrichsplatz erbaut wird. Auch während der Ausstellung können vor Ort noch Bücher abgegeben werden, um den Parthenon mit einst oder gegenwärtig verbotenen Büchern aus der ganzen Welt zu gestalten.

Wir laden Sie herzlich ein, zu Ihrem Besuch der Ausstellung ein Buch mitzubringen und so selbst ein Teil des Werks zu werden.

Besucher_innenumfrage

Während die documenta 14 in Kassel heute eröffnet wird, ist die Ausstellung seit dem 8. April in Athen zu sehen. In Athen zählt die documenta 14 bereits 244.000 Besuche an den verschiedenen Ausstellungsorten, den Werken im öffentlichen Raum und bei den zahlreichen Veranstaltungen und Performances rund um die Stadt. Die Besuche werden am Eingang von jedem Veranstaltungsort der documenta 14, Werken im öffentlichen Raum sowie Veranstaltungen gezählt.

Die documenta 14 hat während der ersten neun Wochen Besucher_innenbefragungen durchgeführt: 43 Prozent der Ausstellungsbesucher_innen sind griechische Besucher_innen und kommen aus Athen, Thessaloniki, Patras, Volos und anderen Teilen Griechenlands; ein Viertel der Besucher_innen kommen aus Deutschland, die weiteren Besucher_innen kommen aus der ganzen Welt (mehr als 56 verschiedene Länder), um die Ausstellung an den verschiedenen Orten zu besichtigen, an Veranstaltungen teilzunehmen, Konzerte zu hören und die vielen Ebenen des Programms der documenta 14 in Athen zu erleben. Laut Umfrage ist es für viele der griechischen und internationalen Besucher_innen der erste Besuch einer documenta. Die Besucherumfrage wurde von der Universität Kassel in Zusammenarbeit mit der Universität Athen durchgeführt