Stephan Graf v. Bothmer-Festival: NOSFERATU in concert

Zum Jahresbeginn wartet Pianist und Komponist Stephan Graf von Bothmer mit einem ganz besonderen Festival auf.
Zum Auftakt wird an zwei Abenden im Theater im Delphi NOSFERATU in concert – vollkommen neu inszeniert mit dem Berliner Live-Filmmusic-Orchestra und dem Chor Silent Voices – zu sehen und hören sein.

Eine völlig neue, begeisternde Inszenierung: Stephan Graf v. Bothmer setzt innerhalb seines Konzerts den Filmklassiker in ganz neues Licht – mit einer Musik, die Archetypen lebendig werden lässt, suggestiv und packend – an einem geradezu mystischen Ort. Mit dem Berliner Live-Filmmusic-Orchestra & Chor

Das Novum dieser Aufführungen: Der Stummfilm macht nur ein Teil des Konzerts aus.

Graf Bothmer gibt Dracula die Ehre

Zwei Grafen, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Der eine ist leidenschaftlicher Komponist und Pianist, lebendig, quirlig und international bekannt für seine mitreißende Live-Filmmusik. Der andere ist ein Vampir, untot, aber auch ausgestattet mit einer Leidenschaft, die er im Film mit folgendem Satz andeutet: „Einen schönen Nacken hat Eure Frau…“ Sind sie vielleicht doch nicht so verschieden?

Theater im ehemaligen Stummfilmkino Delphi

Stephan Graf v. Bothmer tritt mit dem Berliner Live-Filmmusic-Orchestra und dem Chor Silent Voices im ehemaligen Stummfilmkino Delphi auf. Dieser fast mystische Ort mit seinem morbiden Charme bietet dem Spektakel einen beeindruckenden Schauplatz.

Kult-Klassiker

Der Kult-Klassiker ist die erste und charismatischste Dracula-Verfilmung der Filmgeschichte. Eine ebenso wunderbare wie unheimliche Reise ins Unbewusste, ins Land der eigenen Ängste und verborgenen Wünsche. Die Geschichte eines jungen Mannes, der auszog ein Haus zu verkaufen und in einen Alptraum gerät. Der Film gehört zu den künstlerisch wertvollsten deutschen Filmproduktionen aller Zeiten. Die poetische Bildsprache, Naturaufnahmen, wie sie vorher noch nie eingesetzt wurden und die sensationelle Darstellung Max Schrecks sorgen zusammen mit von Bothmers Musik für ein mystisches Erlebnis. [F.W. Murnau, D 1922]

Live-Filmmusik

Die Musik des Komponisten und Pianisten Stephan Graf v. Bothmer ist schaurig und ergreifend schön – und die erfolgreichste Filmmusik zu diesem Film seit der Stummfilmzeit. Sie wurde weltweit, von den Philippinen bis nach Kolumbien, aufgeführt – sogar am Grab des Regisseurs. Sie verleiht dem Film eine Tiefe, die unerreichbar schien. Graf Bothmer hat mit seinen Konzerten mit Filmklassikern bisher über 200.000 Gäste begeistert.

Live-Filmmusic-Orchestra: Fanny Rennert (Sopran), Kristoff Becker (Cello), Stephan Graf v. Bothmer (Klavier, Komposition, Leitung), Florian Goltz (Perkussion) | Chor: Silent Voices

Zweiter Festivalteil:

24.01.–01.02.20, Evangelische Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg, An der Apostelkirche 1 

Termine s.u., Programmbeschreibung s. Extraanhang

Stephan Graf von Bothmer

Der ausgebildete Pianist Stephan Graf v. Bothmer füllt mit seinen spektakulären Stummfilm-Konzerten Konzertsäle wie intime Theater auf fünf Kontinenten. Göttliche Diven, skrupellose Ganoven und skurrile Gestalten erstrahlen durch seine Musik in neuem Licht.

Bothmer spielt im klassischen Rahmen, wie der Laeiszhalle Hamburg, im Deutschen Theater Göttingen oder auf dem Justus-Frantz-Festival auf Gran Canaria ebenso wie auf populären Bühnen, wie beim Rock-Pop Festival im Flughafen Tempelhof, wo er nach Björk und den Pet Shop Boys auftrat, im Admiralspalast oder im Wintergarten Berlin. Er trat live im NDR-Fernsehen und auf SKY auf, seine Orchester-Kompositionen liefen auf ARTE, ZDF, 3Sat, WDR und der Deutschen Welle. Nationale Medien wie Der Spiegel, Die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Bild und Deutschlandradio berichten von seinen Konzerten.

Stephan v. Bothmer hat insgesamt über 500 Stummfilme aus den Archiven geholt und vor über 90.000 Gästen neu vertont. Er war der erste Komponist, der eine Neukomposition zur neuen restaurierten Fassung von „Metropolis“ vorstellte: im zwei Mal ausverkauften Zoopalast Berlin. Neben Stummfilmen vertonte er die Spiele der Fußball-WM und -EM live an der Kirchenorgel – und schuf damit eine vollkommen neuartige Show aus Sport, Musik und nervenzerrendem Drama.

Der klassisch ausgebildete Pianist (UdK) studierte u.a. bei den Professoren Koenen und Sava in Berlin und Hamburg. Sein Examen im Fach Klavier legte er an der Hochschule der Künste Berlin mit der Bestnote 1,0 ab – unter besonderer Erwähnung der herausragenden interpretatorischen Leistung. Daneben studierte er an der Jazz und Rockschule Freiburg und spielte in zahlreichen Bands. Intensive Studien außereuropäischer Musik, experimenteller und Neuer Musik folgten. Filmmusik-Komposition lernte er bei Prof. N.J. Schneider, Niki Reiser und dem Morricone-Schüler Fabrizio Sabarino. Bothmer gibt selbst Meisterkurse und Workshops in verschiedenen Ländern.

NOSFERATU

Nosferatu ist die erste Dracula-Adaption der Filmgeschichte und gleichzeitig die charismatischste: eine ebenso schöne wie unheimliche Reise ins Unterbewusste, in das Reich der verborgenen Ängste und Wünsche.

Der junge Häusermakler Hutter wird nach Transsilvanien geschickt, um den Grafen Orloc ein verfallenes Haus zu verkaufen. Dieser findet in Ellen, der Braut Hutters das Objekt seiner Begierde und macht sich auf nach England. Überall wo er erscheint, bricht die Pest aus. Ellen aber erkennt in Graf Orloc den Vampir und gibt sich ihm hin, so dass dieser den Hahnenschrei verpasst und von der aufgehenden Sonne verbrannt wird. Im selben Augenblick verschwindet auch die Pest.

Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1930) inszeniert den Stoff als Gegensatz von Tag und Nacht, Licht und Schatten, von bürgerlicher Verklemmtheit und sexueller Unersättlichkeit. Er verlässt die Filmstudios, dreht in er Natur und verleiht dem Film dadurch eine eigentümliche mystische Stimmung. Gleichzeitig wird der Vampir zum verletzlichen Wesen der Schöpfung.

Auf einer tieferen Ebene greift NOSFERATU die haltlose und verworrene Zeit nach dem Ersten Weltkrieg auf: Ein Mann verlässt seine Braut und geht in die Ferne. Etwas später ist das Land nicht nur mit Tod und Elend überzogen; als er zurückkommt, findet er einen anderen, dem sie sich hingibt. NOSFERATU als verschlüsseltes Heimkehrerdrama. Interessant ist, dass es im Kino der Weimarer Republik praktisch keine Kriegsfilme gab, wie man es in beinahe allen Nationen nach allen Kriegen beobachten kann.

STEPHAN GRAF VON BOTHMER: NOSFERATU in concert

mit dem Berliner Live-Filmmusic-Orchestra + Chor

17.+18.01.2020 | 19:30 | Theater im Delphi, Weißensee

Eintritt: 19,50 – 32 Euro

Infos und Tickets: www.stummfilmkonzerte.de

Zweiter Festivalteil:

24.01.–01.02.20, Evangelische Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg, An der Apostelkirche 1

24.01.2020 | 19:30 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  BEN HUR in concert

25.01.2020 | 18:00 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  AFRIKA FLUG in concert

25.01.2020 | 20:00 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT in concert

30.01.2020 | 18:00 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  Orgel Concert

31.01.2020 | 19:30 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  BUSTER KEATON – THREE AGES in concert

01.02.2020 | 16:00 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED in concert

01.02.2020 | 20:00 | Zwölf-Apostel-Kirche: STEPHAN GRAF VON BOTHMER:  SUNRISE in concert

Programmbeschreibung s. Extraanhang

Fotocollage (c) Birgit Meixner, Pandig, Deutsche Kinemathek

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