artspring berlin: Kunstraum KORN NEULAND – Wandel, Abriss, Neubesinnung

Ein neues Projekt für Pankow: Nachdem artspring berlin im Mai 2020 das Schaufenster erstmals als Kunstprojekt gestaltete, entsteht hier nun ein jederzeit einsehbarer Kunstraum. Im Jahr 2021 wird das Schaufenster von Dirk Teschner kuratiert und mit der Ausstellungsreihe NEULAND – Wandel, Abriss, Neubesinnung bespielt.

KORN, der Kunstraum im Schaufenster, eröffnet die Ausstellungsreihe NEULAND mit einer Ausstellung der Berliner Künstlerin Inken Reinert ab Donnerstag, den 25. Februar 2021.

KORN Kunstraum – im Schaufenster der Heinrich-Böll-Bibliothek
Greifswalder Straße 87, 10409 Berlin-Prenzlauer Berg
Ein Projekt von artspring berlin, kuratiert von Dirk Teschner

In der Ausstellungsreihe NEULAND werden sich Künstler*innen in Installationen, Collagen und Fotografien mit der „DDR-Moderne“ in Architektur und Design und ihren tragenden kollektiven Träumen, Utopien und Täuschungen befassen und ihre Sicht auf den anhaltenden Prozess der „Gentrifizierung“ und seine stadträumlichen Folgen präsentieren.

Die Reihe wird vom Künstler Dirk Teschner kuratiert, der für sie das große Schaufenster der Heinrich-Böll-Bibliothek zum Kunstraum KORN umgewidmet hat. Sie findet im Rahmen des Kunstfestivals artspring berlin statt, das schon im letzten Jahr mit der Heinrich-Böll-Bibliothek kooperiert hat.

Den Auftakt macht:

Typensatz 2 – eine Ausstellung von Inken Reinert
25. Februar bis 4. April

Ausstellungsbeginn: 25. Februar 2021, 18 Uhr
Finissage: 04. April 2021, ab 18 Uhr

Vorschau:

15. April – 23. Mai 2021 | Roland Boden
03. Juni – 01. August 2021 | Astrid Busch
und 3 weitere Ausstellungsinterventionen bis 02.01.2022

Die jeweilige Ausstellung im Schaufenster ist täglich 24 Stunden besuchbar.
Alle 2021 geplanten Veranstaltungen der Reihe sind kostenfrei.

Realisiert in Kooperation von artspring berlin und der Heinrich-Böll-Bibliothek.
Die Ausstellungsreihe NEULAND wird gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin.

1. NEULAND – Wandel, Abriss, Neubesinnung

Die deutsche Vereinigung liegt über dreißig Jahre zurück – noch lebendige Erinnerung für viele, aber nicht mehr gegenwärtig. Nicht nur die Zeit davor, auch die ersten Jahre der tiefgreifenden Umwälzung im neuen „Ostdeutschland“ entfernen sich aus dem Leben, den Haltungen, den Stimmungen und werden zu archäologischen Schichten des kollektiven Unbewussten. Hier liegen die vergessenen Abdrücke verschwundener Erfahrungen, Krisen, Brüche und Kämpfe um die Wiederkehr von Marktbeziehungen, die Transformation der Rechtsverhältnisse, den Abbruch sozialer Institutionen, die Schließung von Industriebetrieben und den Umbau ganzer Stadtlandschaften des Ostens.

Die Geschwindigkeit und Tiefe der Verwandlung hat neben Überholtem auch Brauchbares beseitigt und neben produktiver Erneuerung auch seltsam altmodische Ersetzungen hervorgebracht – nicht zuletzt im Wohnungs- und Städtebau. Bekannte Beispiele sind der Palast der Republik, ersetzt durch die Kopie eines Hohenzollernschlosses, das Ahornblatt, ersetzt durch gesichtslose Renditearchitektur, und die sorgfältige Restaurierung vieler Mietshausfassaden im Stil des wilhelminischen Kaiserreichs.

Zugleich ziehen Teile der DDR-Architektur und ihres Designs ein wachsendes Interesse auf sich.

In der Ausstellungsreihe NEULAND werden sich Künstler*innen in Installationen, Collagen und Fotografien mit der „DDR-Moderne“ in Architektur und Design und ihren tragenden kollektiven Träumen, Utopien und Täuschungen befassen und ihre Sicht auf den anhaltenden Prozess der „Gentrifizierung“ und seine stadträumlichen Folgen präsentieren.

2. Typensatz 2 – Ausstellung von Inken Reinert

Den Auftakt bildet am 25.02. die Pankower Künstlerin Inken Reinert mit einer Installation aus Elementen von in der DDR gefertigten Schrankwänden, die dort in fast jedem Haushalt zu finden waren. In wechselnd raumgreifenden Konstellationen spielt sie kontext- und ortsbezogenen Konstruktions-Varianten durch, die in den starren Grundrissen der Plattenbau-Wohnungen nicht möglich waren. Sie zerbricht die starren Formen der standardisierten Wohnmöbel und öffnet den Blick auf eine voraus liegende archäologische Schicht, von der die Idee der architektonischen Moderne, mehr statt weniger Spielräume und Varianten zu schaffen, in Erinnerung gerufen wird: Der vergessene Raum zwischen Schrank und Wand – Schrank/Wände zerlegt, gestürzt und umgebaut. Varianten, die nicht vorgesehen waren.

Inken Reinert studierte Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Viele ihrer Arbeiten basieren auf gefundenem und gebrauchtem Material und setzen dessen historische, politische und soziale Konnotation und die in ihm gespeicherte Erinnerung in einen neuen Kontext.

3. KORN

Der Name des Kunstraums KORN bezieht sich sowohl auf den Architekten Roland Korn als auch auf den Namen des Wohnquartiers, in dem sich die Heinrich-Böll-Bibliothek befindet. Korn entwarf zahlreiche Repräsentationsbauten in Ost-Berlin z.B. das Staatsratsgebäude, das Hotel Stadt Berlin, die Wohnsiedlung Berlin Marzahn und die Bebauung des Quartiers Mühlenviertel im Prenzlauer Berg.

Korn ist zudem ein Saatgut, aus dem Pflänzchen entspringen: und nun Kunst – in einem ungewöhnlichen Stadtquartier.

4. Der Kurator 2021

Dirk Teschner ist Kurator und Publizist. Seit 2014 ist er Mitbetreiber des Ausstellungsraums HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU in Erfurt. Er organisiert seit vier Jahren die Ausstellungsreihe KUNST GEGEN RECHTS und ist aktiv bei der Initiative DIE VIELEN.

5. artspring berlin

artspring berlin veranstaltet alljährlich im Mai ein Kunstfestival im Großbezirk Pankow – einen ganzen Monat Kunstaktionen, Konzerte, Performances, Lesungen, Ausstellungen, Screenings, Workshops und vor allen Dingen Offene Ateliers. artspring wächst in jedem Jahr ein Stück weiter, stößt neue Ideen für die Sichtbarkeit von Kunst und Kultur an und schafft Kooperationen sowie Synergieeffekte.
www.artspring.berlin

6. Die Heinrich–Böll–Bibliothek

ist eine klassische Bibliothek für Menschen jeden Alters, unabhängig von Status und Herkunft, ist die Bezirkszentralbibliothek von Pankow. Neben Lesungen und Ausstellungen veranstaltet sie, unter der Leitung von Tim Schumann, Konzerte und beteiligte sich an der Fête de la Musique.

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