KOPF AN KOPF vom 17.08. bis zum 08.09.2019

Der Ausstellungstitel „Kopf an Kopf“ hat hier eine Doppelbedeutung: Einmal werden in der Ausstellung viele Köpfe zu sehen sein, es befindet sich also tatsächlich Kopf an Kopf. Andererseits geht es auch um Kommunikation. Der Kopf ist dabei gleichzeitig Sender und Empfänger. Ein Kopf sendet über Laute, Sprache, Blicke und Mimik Infos an einen anderen Kopf, die dort mit den Augen und Ohren empfangen werden.

KOPF AN KOPF vom 17.08. bis zum 08.09.2019

Künstler
Anna von Bassen – Malerei
Sandra Becker – Fotografie und Video
Joax – Skulptur
Schlangenbader – Malerei

Anna von Bassen ist eine sehr genaue Beobachterin. Ihr großes Thema ist der Mensch in seinen alltäglichen Handlungen und Gesten.
Ihre Acrylgemälde sind Momentaufnahmen der Physiognomie und des psychologischen Ausdrucks. Durch ihre Mimik scheinen die Dargestellten mit einem unbekannten, nicht sichtbaren Gegenüber
zu kommunizieren. Für die Ausstellung hat sie einen Freund beobachtet, der Texte aus dem Shakespeare-Stück „AS YOU LIKE IT“ rezitiert und seine wechselnde Mimik in sieben Einzelportraits festgehalten.

Sandra Becker beschäftigt sich mit der Kommunikation zwischen zwei Menschen. Was kommt an, was nicht? In ihren Videos, Fotos und Zeichnungen visualisiert sie Kommunikationsprozesse. Manchmal
findet keine Kommunikation statt, andere Male funktioniert sie gut. Gefühle, Mimik und Gestik sind wichtiger als die reine Sprache. Sie beschäftigt sich mit Gesichtern und ihren Erzählungen. Ein Gesicht ist
mehr als ein Code, Emotionen und Bewegungen haben ihre ganz eigene Bedeutung. Alltägliche Protagonist*innen stehen im Vordergrund. Als Persona Grata werden Passant*innen zu Held*innen des Alltags.

Joax verarbeitet in seinen Skulpturen und Stahlbildern aktuelle Zeitgeschehen. Er sagt dazu: Fast alles was der Mensch denkt, was also aus seinem Kopf herausquillt, herausfließt, hervorkommt und aktiviert
wird, symbolisiert den Wunsch nach ständigem Forschen und Entwickeln. Die Revolution der Wissenschaft hat es geschafft, Gene zu manipulieren und Kreaturen wie das Klonschaf Dolly sind lange Wirklichkeit. Der Mensch der heutigen Realität befindet sich in der ersten Generation einer Dopplung zwischen natürlichem und künstlich von Menschenhand erzeugtem Leben. Erschreckende, faszinierende
Hybrid- Kreaturen werden geboren. Die Spätfolgen sind nicht bekannt. Der Mensch erdenkt mit seinem Gehirn Prozesse, macht sich die technischen Möglichkeiten zunutze und geht über ethische und
moralische Bedenken hinaus. Manipulation wird zum Instrument, ja zur Normalität.
Schlangenbader präsentiert expressiv mit Öl oder Acryl gemalte Köpfe. Ihm geht es dabei überhaupt nicht um Portraitähnlichkeit, sondern um Fantasie, den Ausdruck von innerer Kraft, und das
Sichtbarmachen der Gedankenwelt. Seine Kopfgeburten entwickeln sich vom Menschlichen zum Künstlichen. Die Thematik von Cyberspace und Algorythmik inspiriert ihn seit Jahren, diese den
Menschen neu definierende Entwicklung malerisch umzusetzen

 

VEREIN BERLINER KÜNSTLER
Das Baudenkmal Schöneberger Ufer 57,1858-59 von Carl Wilhelm Reiniger und R. Hosemann errichtet, ist eines der letzten Relikte des alten Geheimratsviertels um die Matthäikirche. Der Erstbesitzer des Neubaus war der Kaufmann Wilhelm Robert Scholvien, der hier einen Kolonial – und Italiener-Warenladen eröffnete. Sein Sohn, Dr. Ludwig Scholvien, gründete 1902 eine Fabrik zur Herstellung von Aromen für die Limonadenproduktion. 1908 erfand er die in Berlin berühmte Fassbrause, welche vom Spreequellkonzern bis auf den heutigen Tag nach seinem Rezept produziert wird.In diesem seltenen spät-klassizistischen Mietshaus hat seit 1964 seinen Sitz der VEREIN BERLINER KÜNSTLER. Der Verein Berliner Künstler (VBK) ist eine selbstverwaltete Vereinigung professionell tätiger KünstlerInnen. Gegründet 1841, engagiert er sich für Kunst und Künstler in Berlin.

„Das Künstlerprogramm der Veduten im Haus der Künstler. Malereien und Farbfassungen auf mineralischem Untergrund im Eingang des Baudenkmals Schöneberger Ufer 57“

Unter Veduten versteht man möglichst realistische Darstellungen von Stadt- und Landschaftsansichten, die als Grafik oder als Gemälde erstellt werden. Im Eingang des Baudenkmals Schöneberger Ufer 57 sind sie als Wandmalereien zu bewundern. Vermutlich um 1860 entstanden, gehören sie zu einem besonderen Genre, das ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. vermehrt als beliebte Art der Wiedergabe von Stadt und der umgebenden Landschaft Berlins, in vielen Bürgerhäusern zu finden waren.

Die kreative Entwicklung der Vereinsaktivitäten basiert auf dem Engagement aller Mitglieder, die in kollegialer Zusammenarbeit Ausstellungskonzepte entwickeln und diskursive Auseinandersetzungen zu Kunst, Kultur und Kulturpolitik führen und sich damit an gesellschaftlich relevanten Diskursen beteiligen. Der VBK fördert und unterstützt seine Mitglieder in ihrer Arbeit und bei künstlerischen Projekten sowie bei der Entwicklung von Kooperationen mit nationalen und internationalen Künstlervereinen und Kunstinstitutionen und deren Realisierung im Kontext des VBK. In der Galerie des Vereins Berliner Künstler werden jährlich 10-12 Ausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen verwirklicht.

Weitere Informationen- hier.

Related Posts

LEAVE A COMMENT

Make sure you enter the(*) required information where indicated. HTML code is not allowed

*