Komfortrauschen – Plaste

Komfortrauschen schaffen mit ihrem neuen Album „Plaste“ erneut den Sprung in die Welt des dreidimensionalen musikalischen Storytellings

Komfortrauschen starten mit einnehmender Präzision. Der erste Track „Dorian“ läuft exakt wie eine Maschine – das komponierte Déjà-vu. Wir fragen uns: Moment, war ich hier schon mal? Im zweiten Track „Hank“ finden wir die gleiche Präzision. Zunächst begleitet von einem dumpfen Klopfen drängt sich auf halber Strecke etwas Weicheres, Waberndes ins akustische Bild. Schleichend verwandelt sich diese musikalische Ebene in einen funky Upbeat-Sound, der sich weiter durch die Komposition webt. Im dritten Track „Massefhase“ übernimmt das Virtuelle völlig und kreiert eine scheinbar unüberbrückbare Distanz zur Realität. Wir verlieren uns im Klang. Das Dumpfe wird zum freundlichen Summen, deutliche Anleihen von Post-Rock und Blues erscheinen. Wir können die Hitze förmlich fühlen. Auf der B-Seite finden wir den Track „Malo“. Die Musik ist schneller, vielleicht sogar unruhig, getrieben. Dieses Mal hören wir Kafka on speed. Als wir uns der Musik ergeben, nimmt sie uns mit zu „Jänna“. Ein Track absolut im Einklang mit sich selbst. Genau das richtige Tempo. Die fast perfekte ASMR-Klangerfahrung.

Komfortrauschen tauchen vorsichtig ein in die Fetischwelt der Hörerfahrungen. Den Abschluss macht „Le Stuff“. Komfortrauschen leiten uns zurück in eine seltsame Zwischenwelt. Was ist los mit dem Zeug? Welches Zeug? Nicht mein Zeug? Wo ist das Zeug? Wo ist Kafkas Zeug? Wer ist Kafka? Kafka ist tot, Baby, Kafka ist tot.

Komfortrauschen spielen Minimal Techno und zwar mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und dem ein oder anderen Effektgerät. Es ist ein elektroakustisches Live-Set, dass nicht nur zum Zusehen, sondern auch zum ausgelassenen Tanzen anregt. Die Tracks sind dabei verspielt und treibend, zugleich aber auch stets deep und verzerrt. Sounds die in dunkle Kellerclubs sowie auf die Jazzbühnen dieser Welt passen. Kurz gesagt steht Komfortrauschen für 3 ambitionierte Jazzmusiker, die elektroakustische Tanzmusik spielen und manchmal eher wie ein DJ als eine Band klingen. Auf jeden Fall hören- und sehenswert.

Sie teilten sich die Bühne mit: Jacob Korn (Uncanny Valley), Niklas Kraft aka Talski (Rivulet, DUR) und David Campesino.

Zudem spielten sie bereits auf folgenden Festivals: Fusion Festival (2016), XJAZZ Berlin (2016), Lunatic Festival (2016), Festa do Jazz do Sao Luiz (Lissabon 2016), XJAZZ (Istanbul 2015), DAVE – Dresden Audio Visual Experience (2015), XJAZZ (Berlin 2015), Torino Jazz Festival (2015), XJAZZ/Extreme Chill Festival (Reykjavik 2015), Bandstand Festival (Hellerau 2014), Sisyphos‘ Tanzspektakel (2013).

Related Posts

LEAVE A COMMENT

Make sure you enter the(*) required information where indicated. HTML code is not allowed

*