Jan Ehret feiert für Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika

Jan Ehret veranstaltet am Samstag, den 02.03.2019 ab 21 Uhr in Zusammenarbeit mit der Berliner Volksbühne die Benefizparty für das internationale Kunstprojekt von Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika.

Der Abend in der Volksbühne – Schlingensiefs künstlerischer Heimat – startet mit einem Konzert der Band popkornzone. Ferdinand und Milan Dölberg (popkornbrueder) sowie Fabian Hub waren bis Januar 2019 in der dreimonatigen Künstlerresidenz im Operndorf Afrika in Burkina Faso. Gemeinsam mit Max Selvi, Gabriel Helfenstein und Antonio Colli versorgen sie uns unter dem Motto „Vom Korn zum Popkorn, von Allen für Alle“ mit Rock und Popkorn. Danach übernimmt jan.ehret die Gestaltung des Abends. Der Resident DJ des Kit Kat Clubs ist der Initiator der Benefizveranstaltung und switcht als Künstler zwischen Underground und Hochkultur, zwischen Ausstellung und Club.An seiner Seite spielt sein Dj Partner und Musikproduzent Sinan Mercenk.

Christoph Schlingensief gründete 2009 das Operndorf Afrika in Burkina Faso. Er war ein Ausnahmekünstler, der das experimentelle Theater entstaubte und revolutionierte. Immer anders, immer eigen; immer war Schlingensief er selbst, eben Schlingensief; ein Motivator für eine ganze Generation an Künstler*innen. Ob seine Filme, die Wagner Festspiele in Bayreuth, MTV oder die Volksbühne, mit Konventionen hatte er wenig am Hut.

Benefizparty am SAMSTAG den 02.03.19
Beginn um 21:00 Uhr
Eintritt für 12 €

Alle Eintrittseinnahmen des Abends gehen an die gemeinnützige GmbH des Operndorf Afrika.

Foto©Michael Bogar

Das internationale Kunstprojekt Operndorf Afrika 

Das Operndorf Afrika ist ein internationales Kunstprojekt, das seit 2009 in Burkina Faso/Westafrika entsteht und auf die Idee des deutschen Künstlers Christoph Schlingensief (1960–2010) zurückgeht. Das Projekt steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Horst Köhler.

Foto©Lennart Laberenz

Mit dem Operndorf Afrika war Christoph Schlingensiefs Wunsch verbunden, einen Ort internationaler Begegnung zu schaffen. Hier sollen Menschen unterschiedlicher Herkunft künstlerisch arbeiten und sich über die Kunst miteinander austauschen können. Seit 2009 manifestiert sich diese Plattform für interkulturelle Austauschprogramme und relevante postkoloniale Diskurse, die ein neues und differenziertes Bild von Afrika sichtbar macht. Eingebettet ist der Austausch in die Alltagswirklichkeit eines neu entstehenden Dorfes, ca. 30 km entfernt von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos. Das Projekt soll mittelfristig in die Souveränität seiner Bewohner übergehen.

Operndorf Afrika©Marie Koehler

Im Februar 2010 wurde der Grundstein für das Operndorf Afrika gelegt. Bis heute wurden auf dem von der burkinischen Regierung bereitgestellten Areal 23 Gebäude errichtet.

Das Gesundheitsprogramm im Operndorf Afrika

Die Krankenstation im Operndorf Afrika besteht aus einer Notaufnahme, einer Entbindungsstation, einer Apotheke sowie einer Zahnarztpraxis und verfügt über angeschlossene Wohnhäuser für das Personal. Die Einrichtung wurde 2014 eröffnet und bietet rund um die Uhr Zugang zu medizinischer Versorgung für die Region.

Foto©Omar Ouedraogo

»Was für eine Oper, wenn in der Krankenstation, die wir bauen wollen,
ein neugeborenes Kind schreit.« Christoph Schlingensief

Das Bildungsprogramm der Operndorf Grundschule

Im Oktober 2011 wurde der erste Projektbaustein des Operndorf Afrika, eine Grundschule mit angeschlossener Kantine, eröffnet. Zusätzlich zu den Klassenräumen ist die Schule mit einem Tonstudio, einem Filmvorführraum, Lehrerwohnhäusern und Büros ausgestattet. Die Operndorf Schule hat eine maximale Auslastung von insgesamt 300 Kindern aufgeteilt in sechs Klassen. Die LehrerInnen der Operndorf Schule sind im Staatsdienst und werden durch das Bildungsministerium Burkina Fasos finanziert – dies ist ein wichtiger Aspekt um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten.

Der künstlerische Schwerpunkt

Das Schulkonzept verfolgt einen künstlerischen Schwerpunkt: Neben den klassischen Fächern wird die filmische, musikalische und darstellende Kreativität der Kinder gefördert. Zu diesem Zweck steht ein Filmvorführraum zur Verfügung, der auch für Musik- und Bewegungsworkshops genutzt wird. Schuldirektor Abdoulaye Ouedraogo hat eine theaterpädagogische Ausbildung genossen. Er hat die LehrerInnen, die im Operndorf Afrika unterrichten, über die letzten Jahre fortgebildet und unterrichtet die 300 Schulkinder mit einem Team aus sechs LehrerInnen. Extraschulische Angebote in Form von regelmäßigen Workshops burkinischer KünstlerInnen, Atelierbesuche und feste Kooperationen zu Filmhochschulen und Tanzstudios ergänzen den staatlichen Lehrplan. Dieses Angebot, das auch in Kooperation zum Goethe Institut und diversen lokalen Kultureinrichtungen entsteht, richtet sich neben den Schulkindern auch an die Jugendlichen der Umgebung.

Foto©Lennart Laberenz

Das burkinische Bildungsministerium betont den Vorbildcharakter des Schulmodells und diskutiert das Modell innerhalb einer geplanten Bildungsreform. Auch die UNESCO ist auf das Modell der Schule aufmerksam geworden und belegt in zwei Studien in Zahlen ihren Erfolg: eine Schulabbruchquote von unter einem Prozent und deutlich weniger Fehlzeiten als in allen anderen Schulen des Landes – damit liegen die Ergebnisse der Operndorf-Schule deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Geschäftsstruktur des Operndorf Afrika Burkina Faso

Neben dem Büro in Berlin hat das Projekt 18 Angestellte in Burkina Faso. Sechs LehrerInnen und ein Schuldirektor leben und arbeiten im Operndorf Afrika: Edwige Compaoré Kiswendsida, Habibou Bonkoungou/Zongo, Moussa Sawadogo, Nicole Ilboudo-Zongo, Asséta Sawadogo, Victoire Marie Yidiè Tianhoiun/Kamund und Abdoulaye Ouedraogo.

Das Team der Krankenstation umfasst eine Pharmazeutin, einen Zahnarzt, einen Allgemeinmediziner, eine Hebamme und eine Krankenschwester, die ebenfalls im Operndorf Afrika arbeiten und leben: Blandine Tiendrebeogo, Issa Ouedraogo, Omar Ouedraogo, Pascaline Millogo-Sawadogo und Gildas Ouédraogo.

Zwei Verwaltungsangestellte arbeiten für das Projekt: Motandi Ouoba (Adminisitrativer Leiter) und Sévérin Sobgo (Koordinator).

Alex Moussa Sawadogo, kultureller Programmleiter, kuratiert und organisiert das monatliche Kulturprogramm.

Außerdem beschäftigt das Projekt eine Köchin in der Kantine, Wachpersonal und Hausmeister: Denise Compaoré, Tapsoba Tennoaga (genannt Prospere), Patouletale Tapsoba (genannt Abdoulaye) and Dieudonné Touwendabo.

Alle Angestellten sind krankenversichert durch die Festspielhaus Afrika gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin. Ein Projekt was sich lohnt zu untersatützen findet das Zeitblatt Magazin Team.

 

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Comments

2 Monaten ago

Touche. Outstanding arguments. Keep up the amazing spirit.

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