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Leipzig ist die nächste Stelle meiner ZeitBlatt hilft! Tour. Es ist die Stadt, die einen geschlossenen Bestand an Gebäuden vom Historismus und Jugendstil hat, wie kaum eine weitere Stadt in Deutschland.
Meinen Vermieter Marcel habe ich nicht nur mit einer Wohnung in Magdeburg und Leipzig bei AirBnB entdeckt, sondern mit einigen Wohnungen mehr. Von daher treffen wir uns auch bei Marcel in seiner Privatwohnung, in der sein AirBnB-Business begonnen hat. Er kommt gerade aus Halle vom streichen zweier neuer Wohnungen.

2017, nach einem Jahr Reisen nach dem Abitur, kam er nach Leipzig, um sein Studium zu beginnen. All seine Ersparnisse waren jedoch für AirBnB-Wohungen in dem Jahr der Reise draufgegangen. Er hatte nur noch einen 100 €-Schein. Doch in eine WG wollte er nicht ziehen. So kam die Idee das Schlafzimmer seiner neu angemieteten 2-Zimmer-Wohnung über AirBnB ab und an unterzuvermieten und auf dem Sofa zu schlafen.

Aber aus „ab und an“ wurde nichts, da seine erste Buchung schon eine 1-Monats-Anmietung war und auch danach war er zu über 90% ausgebucht. So war es doch wie eine WG, nur mit dem Unterschied, dass die Vermietungseinnahmen seine gesamte Miete ausfinanzierte und noch einen kleinen Überschuss generierte. Das begeisterte ihn, sowie auch der Nebeneffekt viele spannende Menschen kennenlernen zu dürfen.

Er hatte schnell die Idee weitere Wohnungen anzumieten und über AirBnB zu vermieten, doch der Respekt war zu groß auf den Kosten sitzenzubleiben. So schob er die Idee noch ein Jahr, so dass im Sommer 2019 eine 1-Zimmer-Wohnung dazukam und innerhalb von 2 Wochen ungewollt die Nächste, da ein Freund nach Stockholm umziehen wollte und Marcel die möblierte Wohnung zur Übernahme anbot.
Jetzt hatte er 3 Mieten jeden Monat zu stemmen, als Student ohne festes Einkommen. Putzen der 3 Wohnungen kam hinzu, was ihm nichtmal mehr die Freiheit gab selbst zu verreisen. Doch das war nicht alles. Steuerliche und rechtliche Themen kamen auch auf ihn zu, die eine Expansion eher ausbremste, als sie umsetzen zu können. So suchte er parallel nach einem Studentenjob. Als er in den Vorstellungsgesprächen erwähnte in welchem Zeitraum er täglich frei haben müsse, um seine Ferienwohnungen zu reinigen, bevor die neuen Gäste eintreffen, waren die Arbeitgeber darüber nicht sehr begeistert. Doch so sollte es sein. Alles hat einen Grund.
Er erzählt, dass er in einem Vorstellungsgespräch mit dem Arbeitgeber plötzlich mehr über sein AirBnB-Business erzählen musste, da dieser sehr neugierig war. Der Arbeitgeber rief Marcel am nächsten Tag an und schlug ihm vor das AirBnB-Business professionell zu zweit aufzubauen.

So gründeten sie im Januar 2020 gemeinsam eine UG, mieteten 4 weitere Wohnungen an und stellten 2 Reinigungskräfte ein. In der Euphorie hatten sie ganz vergessen die Vermieter zu fragen, ob eine Untervermietung gestattet sei. Doch das haben sie alles nachgeholt und heute wird in den Mietverhandlungen offen darüber gesprochen. Die Vermieter kommen heute sogar auf die beiden von sich aus zu, wenn Wohnungen von festen Mietern gekündigt werden, da sie die Vorteile auch als Vermieter erkannt haben: gute Instandhaltung, sichere Mieteinnahme, keine Mietnomaden.

Im ersten Lockdown, kurz nach Gründung der gemeinsamen Unternehmung, waren sie kurz in Panik. Die Rücklagen reichten gerade für 1 Monat. Doch sie hatten Glück. Über ebay-Kleinanzeigen meldete sich ein Frachtpilot von DHL in Leipzig, der nicht in seine Heimat zurückkam. Am Ende waren 4-6 Wohnungen an die Frachtpiloten vermietet. Alles lief zumindest kostendeckend.

Im Sommer war die Auslastung sehr gut, auch durch viele deutsche Touristen, so dass sie 2 weitere Wohnungen in Halle dazunahmen. Der Herbst war in Ordnung und dann kam der zweite Lockdown. Aus den Erfahrungen aus dem ersten Lockdown gingen sie mit einem besseren Gefühl an die Sache ran.

Im November kam eine Wohnung in Magdeburg dazu. Von November 2020 bis zum heutigen Gespräch haben die beiden von 8 auf 18 Wohnungen aufgestockt. „Wir haben nur Einnahmen, um kostendeckend zu laufen, haben die Mieten herabgesetzt, sind aber zu 80% dadurch vermietet und die Reinigungskräfte können ihren Job behalten“, sagt Marcel. Das Duo setzt auf das Ende vom Lockdown und einer verstärkten Nachfrage innerhalb Deutschlands. Zudem bereinige sich der Markt gerade.

Sie sind nun verteilt in den Städten Leipzig, Magdeburg, Halle und Dessau. Es sind Städte, wo sie keine Beschränkungen für AirBnB-Vermieter von Seiten der Stadtverwaltung sehen. Marcel hat sogar seine Bachelor-Arbeit dem Thema gewidmet: „Auswirkungen von AirBnB auf dem Wohnungsmarkt und deren Verknappung von Wohnraum“ und konnte auch deutlich in der Arbeit aufzeigen, dass es kaum signifikante Gründe gibt.

Jede Wohnung ist durch eine Schlüsselbox kontaktlos zu beziehen, in jeder Stadt sind eigene Reinigungskräfte und ein Ansprechpartner, der schnell vor Ort sein kann, wenn es gewünscht oder notwenig ist. Die beiden haben weitere Pläne und freuen sich auf die Zeit nach dem Lockdown.

Ich danke Marcel für das herzliche und offene Gespräch und wünsche ihm und seinem Geschäftspartner alles Gute für die Pläne.
Die Wohnungen können angesehen und gebucht werden unter:
https://www.airbnb.de/users/show/94916393

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