Ferienwohnung in Wolfenbüttel, dem „Wohnzimmer der Region“

ZeitBlatt Magazin hilft! haben wir ins Leben gerufen. Wir berichten kostenfrei über Vermieter von Wohnungen / Ferienwohnungen, wie es ihnen durch die Corona-Maßnahmen geht, was sie erlebt haben und möchten mit unserem Bericht unterstützen, um ihnen zu beruflichen Gästen in den Zeiten der Corona-Maßnahmen und neue Gäste verhelfen.

Wir starteten in der Lessing-Stadt Wolfenbüttel, welche 12 km südlich von Braunschweig liegt, 12 km östlich von Salzgitter und somit auch in einer starken Wirtschaftsregion.

Ich durfte eine wunderschöne Ferienwohnung von zwei sehr herzlichen Gastgebern kennenlernen – eine von sechs Wohnungen, die die beiden betreiben.

In Wolfenbüttel, dem „Wohnzimmer der Region“, wie die beiden Gastgeber Gustavo und Dennis mit erzählen, wie ihre Heimatstadt genannt wird, sitze ich. Zwei herzliche Menschen, gestandene Personen, die mit ihren Ferienwohnungen sich ein Stück Altersvorsorge aufbauen. Ein interessanter Aspekt, wie ich ihn noch nicht gehört habe. Doch selbst dieses Stück Altersvorsorge sorgt in diesen Zeiten für Bauschmerzen. Was ist noch sicher, wie kann man planen.

Doch einen Schritt zurück. Wie begann alles? Eine bemerkenswerte Geschichte. Vor über 10 Jahren hatte Gustavos Bruder die Idee seine eigene Wohnung ab und an unterzuvermieten, um die Kasse etwas aufzubessern. Aus der eigenen Wohnung anfangs, sind es mittlerweile über 20 Wohnungen geworden, die er erfolgreich vermietet. Hier können wir sehen, dass aus kleinen Ideen oft was Großes erwachsen kann.

Aus den Erfahrungen des Bruders entstand der Gedanke es selbst zu probieren, als plötzlich eine vermiete Wohnung leer stand. Möbel waren im Keller, um die Wohnung auszugestalten und die eigene Reinigungskraft könne die regelmäßige Reinigung übernehmen. Gesagt, getan ging es 2017 selber los erste Vermieter-Erfahrungen mit Untervermietung von Ferienwohnungen zu sammeln. Ein wenig mulmiges Gefühl war dabei. Zu dem Zeitpunkt gab es jedoch in Wolfenbüttel 30 Ferienwohnungen, heute ca. 100. Doch das Risiko war überschaubar, ein Versuch war es wert.

Um 18:00 Uhr haben die beiden seinerzeit die Annonce bei AirBnB online gestellt, um 18:05 Uhr kam die erste Buchung – für den gleichen Tag. Ein gutes Gefühl, eine Bestätigung, dass die Entscheidung richtig war.
Der erste Gast kam aus China, sie hatte bei Siemens zu tun. Gustavo und Dennis berichten, dass Gäste aus aller Welt in den Jahren kamen, aus ganz unterschiedlichen Gründen, womit man vorher nie gerechnet hätte, weshalb Menschen Wolfenbüttel aufsuchen.
Die AirBnB-Community sei ohnehin anders, nicht mit klassischer Ferienwohnungen-Mietern vergleichbar.

„Man lernt unterschiedliche Menschen kennen, kann sich unterhalten, am Abend beim Glas Wein zusammensitzen“, erzählt Gustavo. Dennis berichtet von einigen Gästen, wie dem Direktor der belgischen National-Bibliothek, der beruflich in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel zu tun hatte. Oder einem Ingenieur aus Rostock, der seine eigenen Lämmer züchtet, der die beiden am Abend ins Restaurant einlud, was teuerer als die Miete war. Die Frage von Dennis an ihn, weshalb er überhaupt ein Zimmer gebucht habe, antwortete er, dass man sonst alleine im Hotel sitzen würde und man mit den Gastgebern so ein nettes Gespräch beim Wein führen kann.

Auch längerfristige Bekanntschaften entstehen daraus, wie eine junge dänische Informatikerin, die für Volkswagen arbeitete und für einen Monat eine Wohnung buchte. Daraus sind 1,5 Jahre geworden. Zwischenzeitlich hat sie die beiden schon zweimal privat wieder besucht. Diese Begegnungen, nette Menschen, Gespräche beim Wein sind mehr wert als die Vermietung selbst, berichten die beiden mit einem herzlichen Lächeln.

So ist nach dieser „Testphase“ klar gewesen, dass das Business Spass macht und eine Nachfrage in Wolfenbüttel besteht. Nicht nur aus touristischer Sicht, sondern auch durch Einrichtungen, wie die Bibliotheca Augusta / Herzog August Bibliothek, die Bundesakademie für kulturelle Bildung, das Schloss, die Bundesmusikakademie oder auch Unternehmen in der Region, wie Alstom, MAN und Volkswagen.

Ich merke nicht nur die Freude an ihrem Tun, sondern auch, wie sie sich für ihre Gäste einsetzen und eine große Hilfe sein mögen. So erzählen sie mir, dass eine 83 jährige Dame aus Australien nach Wolfenbüttel kam, um die Gräber ihrer jüdischen Vorfahren zu besuchen. Dennis, der beim erzählen Gänsehaut bekam, recherchierte für die Dame, telefonierte herum, um ihr zu helfen, konnte ihr aber leider nur berichten, dass der jüdische Friedhof schon Ende der 30er Jahre komplett zerstört wurde. Er begleitete die Dame, um ihr wenigstens zu zeigen, wo die Synagoge und der jüdische Friedhof sich früher befanden.

Aus den Erkenntnissen zum Thema Vermietung und vor allem den vielen herzlichen Begegnungen zu Menschen war den beiden klar tiefer einzusteigen. Erst eigene Wohnungen umzugestalten in Ferienwohnungen, welche sie zuvor fest vermietet hatten. Dann folgte Ende 2019 der Kauf des Objektes in der „Enge Straße 22“ in Wolfenbüttel, am Rande der Fußgängerzone. So ist der Bestand auf 5 Wohnungen in Wolfenbüttel und eine Wohnung in Braunschweig gewachsen.

Die Geschichte des Hauses bewegte die beiden auch. Der Innenstadtbereich Wolfenbüttels besteht fast nur aus Fachwerkhäusern, wovon viele Anfang der 1980er Jahre ziemlich heruntergekommen waren. So wurde der gesamte Bereich als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Eine sanierte das Fachwerkhaus in der „Enge Straße 22“, bewohnte das Dachgeschoss selbst und vermietete Ferienwohnungen im Erdgeschoss und in der 1. Etage. So konnten Dennis und Gustavo ein Objekt übernehmen, welches schon sehr gut eingerichtet war, mussten nicht viel zusätzlich hineinstecken. Doch die beiden sind Perfektionisten. So berichten sie mir, dass der eigene Stil nach und nach weiter umgesetzt werden muss, auch das Treppenhaus, welches den 80er Jahre Look hat, erneuert werden sollte.

Doch durch die Corona-Maßnahmen ist auch der Wunsch leider erstmal ausgebremst.

3 Monate nach dem Kauf, großer Freude und Plänen, kam der erste Lockdown überraschend. Der Sommer lief wieder hervorragend, schon kam im November der zweite Lockdown.

Nicht nur die Stornierungen, die bearbeitet werden mussten, auch viele Telefonate mit Fragen der Gäste, Recherchen wie die Rechtslage ist, wer kommen darf und wer nicht, was man als Gastgeber zu erfüllen hat, macht mehr Arbeit bei weniger Geld.
Es wurde dafür gesorgt, dass alle Hygienemaßnahmen in den Wohnungen umgesetzt werden, sowie ein kontaktloser Check-In und Check-Out möglich sind, was auch hervorragend funktioniert hat.

Hinzu kommt, dass die beiden aus den Plänen und dem Kauf der „Enge Straße 22“ auch 3 Mitarbeiter eingestellt haben. Sie wollten Menschen eine berufliche Perspektive geben, eine kleine Familie werden. Doch auch diese zusätzliche „Last“ müssen sie als Unternehmer nun schultern. Hinzu kommt die Ungewissheit wie es weitergeht, wann der Lockdown endet, ob es einen dritten Lockdown geben wird. So schwierig sind die Umstände, um planen zu können, auch für die Mitarbeiter und Investitionen in die bestehenden Objekte.
Hinzu kommt, dass sie keinerlei Corona-Hilfen erhalten. Hätten sie eine Firma dafür speziell gegründet wäre das anders. So fallen sie aber durch das Raster. Das ist erschreckend, wie viel kleine Anbieter somit durch das Raster fallen. Oftmals genau sie Menschen, die es in dem Moment am nötigsten hätten.

Gustavo und Dennis haben noch ihre Hauptberufe und können daher die Situation auffangen, doch ist das keine Dauerlösung. Ein klein wenig konnten sie den touristischen Einbruch, der normalerweise 70-80% ausgemacht hat, durch zusätzliches Engagement ausgleichen, doch sind die Einbrüche spürbar und legen sämtliche Planungen und Investitionen auf Eis.

Derzeit sind es viele Handwerker, die in Wolfenbüttel zu tun haben. Aber auch Menschen, die eine medizinische Behandlung haben, zwischen ihren Behandlungen jedoch einige Tage ruhen müssen und aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen im Krankenhaus, der Reduzierung der Ansteckungsgefahr mit Corona, außerhalb des Krankenhauses die Tage verbringen müssen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Patienten sich weitaus wohler in einer der schönen Ferienwohnungen fühlen, als in einem Krankenhauszimmer.

Ich selber durfte in der „Enge Straße 22“ das Dachgeschoss bewohnen und genießen, welches früher die ehemaligen Eigentümer in ihren Anfängen als Wohnung selbst bewohnt hatten. Heute trägt die Ferienwohnung den Namen „Anton Ulrich“ und besticht durch Ihre Großzügigkeit. Tritt man ein, ist die große offene, sehr gut ausgestattete, moderne Küche mit Kochinsel ein Blickfang. Das Badezimmer hat Dusche und Wanne, ist sehr modern eingerichtet. Zwei Schlafzimmer und ein geräumiges, offenes, gemütliches Wohn-und Esszimmer laden zum verweilen ein. Direkt vom Wohnzimmer aus geht es auf die Dachterrasse, welche bei meinem Eintreffen jedoch, wie ganz Wolfenbüttel, mit viel Schnee bedeckt war. Im Sommer kann man hier sicher wundervolle Abende in der Stadt, dem „Wohnzimmer der Region“ verbringen oder aber im Winter (wenn kein Schnee liegt), nach einem Gang über den bekannten und sehr geschätzten Weihnachtsmarkt den letzten Glühwein auf der Dachterrasse genießen.

Diese Wohnung und die weiteren 5 Wohnungen können auf der Internetseite www.altstadt-ferienwohnungen.de angesehen und gebucht werden. Eine Buchung über AirBnB ist selbstverständlich auch möglich.
Das Gastgeber-Profil finden Sie hier, sowie über 100 Bewertungen von Gästen: https://www.airbnb.de/users/show/129274489

Ich bedanke mich für das Zusammentreffen, herzliche Gespräch und die Gastfreundlichkeit und wünsche Euch alles Gute, dass Ihr gut durch die Corona-Maßnahmen kommt und die Vermietungen bald wieder gestattet sind, damit Gäste sich wohlfühlen können in einer Eurer Ferienwohnungen und dem „Wohnzimmer der Region“. So können auch Eure wundervollen angedachten Pläne fortgeführt werden und Eure Mitarbeiter eine tolle Zukunft mit Euch als Arbeitgeber haben.

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