Eine ungewöhnliche Reise nach Indonesien – Musicambassador für die BMC Berlin in Jakarta unterwegs

 

Vorbereitungen und Anbahnung der Mission “musicambassador”

BMC – das steht für die Berlin Music Commission. Im Rahmen der Interview- und Medientätigkeit Bastian Lee Jones´ mit seiner Radiosendung “Mach Dir Lebenslust” und dessen Podcast “LebenslustTV”, ist er von der BMC gewählt worden, das Musikbusiness Indonesiens mit dem Berlins zu verknüpfen. Berlin hat eines der besten Förderstrukturen dank des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, aufgebaut. Durch die hervorragende Arbeit der Staatsministerin für Kulturelle Angelegenheiten, Frau Prof. Monika Grütters, ehemals CDU Berlin-Zehlendorf, wundert das nicht.

So hatte die Reise, die mit den Eltern dann per Internet geplant und gebucht worden ist, noch einen offiziellen ersten Teil. Die erste Woche sollte in Jakarta genächtigt werden, wo Bastian dank seines Businesspartners Suryo Purnomo, genannt Ion, der in Downtown wohnt und in Deutschland studiert hatte, einen exzellenten Partner. Diesen hatte er durch seinen Geschäftspartner, Rudy empfohlen bekommen, dessen Bruder, den er durch die Indonesische Modemacherin, Lina Berlina in Berlin kennenlernte.

Aber auch dankenswertester Weise durch Désirée J. Vach (Funktionärin u.a. beim Verband unabhängiger Tonträgerhersteller VUT und bei ingrooves musicgroup), die Bastian beim ersten Musikwirtschaftsgipfel beim Tagesspiegel traf, gab es einen Kontakt, der sich als äusserst hilfreich entpuppen wird. Dank der Freundschaft mit dem Indonesischen mittlerweile zum Star gemauserten ehemaligen Berliner Strassensänger, Sandhy Sondoro (er war auch bei Stefan RaabTV mit dabei), und dessen Management, kamen Impulse. Bastian hatte für Sandhy in Berlin ein gemeinsames Konzert organisiert und filmt regelmässig die Konzerte und Videos in Berlin für ihn, grade kam ein neuer Video Auftrag durch das Management rein – unter anderem ein Cover Song von Drafi Deutscher, welche in Februar/März Berlin gedreht werden sollen.

 

Auf die Mission “Musikbotschafter” wartete also eine Herausforderung, die von Anfang an unter sehr guten Sternen stand.

Nachdem es mit den anderen gewählten Musikambassadoren, wo ein Grossteil nach New York flog, ein letztes Treffen mit der Leitung der BMC, Herrn Olaf Kretschmar und Frau Nina Lütjens mit Anweisungen und Austausch gab, war Bastian der einzige, der nach Südostasien unterwegs war. und die Businesskarte zwischen Berlin und Südostasien – war leer. Keine Verbindungslinien! Ein Skandal! Ist doch Südostasien eines der pulsierenden Wirtschaftsräume der Welt. Und Dank Rudy und dessen Verbindung zu den Indonesischen Kulturvereinen in Köthen und anderen Städten, wurde Bastian nach Köthen eingeladen, wo er neben dem Sachsen- Anhaltinischen Wirtschaftsminister, auch seine Exzellenz, den Botschafter der Republik Indonesiens interviewte, Herrn Arif Oegroseno, der Bastian gleich zum Deutsch Indonesischen Wirtschaftstreffen einlud, denn Indonesien ist bei Deutschen Investoren das zweit wichtigste Land geworden. Prognosen sagen, dass Indonesien bis 2050 zur viert wichtigsten Wirtschaftsnation aufgestiegen sein wird. Also – da sind wir doch in Deutschland jetzt schon gerne dabei und verpassen hier nicht den Zahn der Zeit, wie leider so oft in letzter Zeit bei unseren derzeitigen Staatseliten.

Also täuschte die Intuition Bastians hier nicht.

Während sich die Eltern Bastians um die Verwandtschaft der Familie in Jakarta kümmern würde, würde Bastian mit Ion von Treffen zu Treffen schreiten.

Jakarta und eine kleine Ethnographie Indonesiens

In den Ayaka Suites wurde sich einquartiert. Mit tollem Ausblick über die Skylines Jakartas, und einem hervorragenden Frühstück, bei dem es von Müsli bis eigens zubereiteten Omelettes auch sehr viel wechselndes Indonesisches Essen gab – war das die perfekte Ausgangsbasis. Ion wartete schon in der Lobby. Er kam mit seinem Moped. Das Moped ist das beliebteste Verkehrsmittel. Mit ihm kommt man überall durch. Und man fährt durch Fluten von Mopeds, die sich scheinbar chaotisch durch die Automassen schlängeln. Eine Indonesische Grundregel gibt es. Die hatte mein Vater auch bestätigt, denn dieser bildete in Jakarta und auf Bali viele Kollegen aus. Es wirkt alles chaotisch, auch in der Planung, und man denkt: Oh weh! Doch am Ende klappt es immer! Und das auch noch mit sehr gutem Ergebnis. Ohne Kenntnis der Unfallstatistiken würde ich vermuten, dass die Rate der Verkehrsunfälle nicht höher ist, als die beispielsweise Berlins. Man fährt auf Lücke und auf Tuchfühlung. Jakarta, eine Stadt, die wächst, wo neue Hochhäuser emporschiessen, ein U-Bahn Netz gebaut wird, ist die Hauptstadt Indonesiens, dem Inselreich mit über 14.000 Inseln, teils dem asiatischen und teils der australischen Landmasse zugehörend. Indonesien, das fünft grösste Land der Erde und definitiv das grösste muslimisch geprägte Land mit 225 Millionen Einwohnern entwickelt sich prächtig. Der Islam ist nicht wahabitisch geprägt. Und man kann sagen, dass es, als präsidentielle Demokratie, neben der (mittlerweile mit Abstrichen) Türkei, die einzige blühende islamisch geprägte Demokratie ist – leider. Der Staatsgründer, Präsident Soekarno entwickelte die Staatsphilosophie namens “Pancasila” (Sanskrit: panca = 5, sila = Werte). Der Glaube an einen und einzigen Gott. Gerechtigkeit und Humanität. Einheit Indonesiens. Repräsentative Demokratie. Soziale Gerechtigkeit. Erstaunlich ist, dass jede religiöse Hauptreligion, ihre wichtigsten Feiertage konstitutionell garantiert, feiern darf.

So wundert es nicht, wenn in einem Dorf mit 5 Moscheen zu Weihnachten, grosse Banner über die Strasse gespannt werden, auf denen „Frohe Weihnachten“ gewünscht wird. Auch Indonesien hatte bereits eine Frau zur Präsidentin, Megawati Soekarnoputri, die Tochter des Staatsgründers Soekarno. Und das zu Zeiten, wo man in Europa ausser mit Margaret Thatcher noch niemanden als Frau in einer solchen Position hatte! Man kann sagen, dass seit der Post-Soeharto Zeit, das Strassenbild der Frauen sich dahin geändert hat, dass immer mehr Mädchen sich für das Tragen des Kopftuches (Hidschab) entscheiden. Und gerade Indonesierinnen stehen und schunkeln zu Amerikanischer Country Musik und “moschen” mit ihren Kopftüchern zu Hardrockbands! Wenn eine Band wie “Iron Maiden” mit ihrer eigenen Boeing einfliegen, so ist das ein Grossereignis! Der derzeitige Präsident ist ebenfalls ein grosser Hardrock Fan. ”Unter“ Präsident Soeharto wurden Islamisten verfolgt und waren generell verboten. Muslimische Hardliner gibt es jetzt aber auch. Kirchen werden durch das Militär zu Weihnachten in den grossen Städten bewacht. Spannungen haben wir aber nirgends bemerkt. Im Gegenteil. Mit Hadschis (islamische Geistliche) sassen wir beispielsweise im Angkutan Kota Transport und diskutierten und sprachen auch mit ihren Ehefrauen ganz offen und zugewandt.

Zur Zeit regiert der sogenannte “Obama Indonesiens”, Präsident Joko Widodo, genannt “Jokowi” – der eine zweite Amtszeit anstrebt. Er war als Gouverneur Jakartas ausserordentlich erfolgreich. Seine erste Legislaturperiode hat er grossen Infrastrukturmassnahmen gewidmet. Viele einfache Bürger lehnen die Politik Jakowis aber ab. Dies fand ich in zahlreichen Diskussionen heraus, auch in Deutschland. Er würde sich nicht um die Menschen kümmern, sondern in Autobahnen investieren. So ist die Provinz Papua Neu Guinea mit neusten Autobahnen und einem Preisniveau, ähnlich dem Deutschlands, gefördert worden.

Mein Indonesisch hat grosse Fortschritte gemacht. Allerdings ist das Fortschreiten der Sprache dort auch gewaltig. Die sogenannten “Singkatan” – das sind Abkürzungen und ganz viele Wortspiele, prägen neben Lehnsbegriffen aus dem Englischen die Sprachentwicklung. Da Indonesien überproportional viele junge Leute hat – ist die Jugendsprache (Bahasa Gaul) auch ein grosser Punkt.

Viele Worte stammen aus dem Sanskrit, viele aus dem Arabischen. Einige aus dem Portugiesischen und Holländischem, aber vor allem technische Begriffe aus dem Englischen. Die Lingua Franka ist das Bahasa Indonesia. In Malaysia wird es Bahasa Melayu genannt. Bei an die 400 Dialekte und Sprachen im Land, war die Vereinheitlichung mit dem Bahasa Indonesia auch nötig. Die Ausspracheregeln entsprechen unseren Ausspracheregeln zu über 90%. Ebenso wird unsere Schrift verwendet, Lateinische Buchstaben und Arabische Zahlen. Aus einem Wortstamm kann man durch Vorsilben und Endungssilben beispielsweise intransitive oder transitive Verben, Hauptworte oder Attribute bilden. Das Plural bei Hauptwörtern wird durch die Verdopplung des Wortes gebildet (man schreibt abkürzend oft die Ziffer Zwei). Wer es lernen möchte soll sich hier motiviert fühlen! Sätze sind sogar ohne Verb möglich. Die Herausforderung liegt eher in der Fremdheit der Worte aus dem Sanskrit oder dem Arabischen – und sich diese einzuprägen. Meine Mutter spricht beispielsweise fast aussschließlich Bahasa Sunda, wenn wir in Indonesien sind. Das ist die Sprache der Provinz West-Java.

Was gerade der letzte Schrei ist, sind Apps. Über Apps, meist mit der Vorsilbe “Grab-“ (Engl. = greifen) kann man Essen bestellen, Bücher, Kleider aber eben auch Transport. Das ist für Touristen wichtig zu wissen. Neben den offiziellen Taxis gibt es Busse und die öffentlichen “Angkutan Kotas”. Japanische klein Busse in bestimmten Farben. Die Farben markieren feste Routen. Dort winkt man am Strassenrand, und die “Angkutan Kotas” halten. Man sollte ein zweites Portemonnaie für Kleingeld bereit halten (Uang receh = Kleingeld). Dem Fahrer ruft man einfach zu, wenn man aussteigen möchte, indem man beispielsweise sagt – halten sie links (Bapak, kiri!), denn in Indonesien herrscht Linksverkehr. Verwunderlich. Bei über dreihundert Jahren holländischer Kolonialzeit mit Rechtsverkehr und nur knapp 10 Jahren Britischer Herrschaft! Im Angkutan Kota geniesst man den Fahrtwind – kommt aber auch sehr gut mit den Menschen in Kontakt. Man zahlt je nach Strecke zwischen 1500 bis 5000 Rupien (Ein Euro entspricht ca. 13.000 Rp.). Es gibt auch die “Ojeks” – das sind Mopedfahrer, die man mieten kann. Diese bringen einen individuell von Punkt zu Punkt. Die Fahrradrikscha (becak) gibt es nur noch vereinzelt. Viele wurden im Meer vor Jakarta versenkt.

Um auf die Apps zurückzukommen. Das was gerade halb inoffiziell gestattet wird, sind die grünlichen Apps. namens “Grabcar” und “Gojek”. Über Grabcar bestellt man sich einen Fahrer, der einen billiger als das Taxi fährt. Man zahlt über seine Indonesische SIM Karte. Wer länger dort ist, sollte sich überlegen, ein Indonesisches Smartphone anzuschaffen. Die Internet und Kommunikationspreise sind äusserst günstig. Den Grabcar Fahrer bewertet man auch. Sollte ein Fahrer beispielsweise nur einen Stern bekommen, wird er aus dem System ausgeschlossen. Sollte man im Grabcar etwas liegen lassen, so ist es nicht selten, dass der Fahrer sofort zurückkommt, um den etwaigen Gegenstand zurückzubringen. Oft hatten wir Fahrer, die sogar auch Musik, die wir mochten, anschalteten. Mit Gojeks verhält es sich ähnlich, nur handelt es sich hier um Mopeds. Man bekommt dann einen schönen grünen Helm und muss starke Nerven haben. Aber Vertrauen in die Fahrkünste sind gut. Wenn man mit geübter Gelassenheit sich durch den dichtesten Verkehr schlängeln lässt, kann man sogar gut mit dem Smartphone oder einer Action-Cam filmen, wenn man es möchte. Nur Vorsicht beim Anfahren! Festhalten! Möchte man von Stadt zu Stadt fahren, gibt es Transportunternehmen, aber auch die Bahn. Auch das Inlands-Flugnetz ist mit unzähligen Indonesischen und internationalen Billigfluglinien umfangreich. Man bucht entweder klassisch im Reisebüro – oder eben im Internet.

Von der ganzen Reise gibt es tolle LebenslustTV Podcasts auf Youtube und Facebook. Man gebe LebenslustTV ein oder LebenslustTV Travel with Bastian Lee Jones.

Am ersten Tag nahm mich Ion sofort zu jemand sehr berühmten in Indonesien mit. Ion, der lange in Deutschland mit seinem Bruder Rudy lebte und studierte, letzterer lebt in Köthen, ist der einzige zertifizierte Tango Tanzlehrer in Südostasien. Das Zertifikat erhielt er von keinem geringeren als von dem Argentinischen Tango Weltmeister Guillermo Merlo. Dementsprechend unterrichtet er das Who ist Who in Indonesien. Von Ministerinnen bis Schauspielern und VIPS und Geschäftsleuten. Und am ersten Abend ging es gleich in offizielle Schale geschmissen, d.h. in meinem edelsten Batikhemd in Gold (Batik-Hemden trägt man bevorzugt zu offiziellen Anlässen), zu einem VIP, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Soeharto, genannt Mbak Tutut. Multimilliardärin, in der “istana” (Villa), im Edelbezirk der Hauptstadt wohnend (neben natürlich unzählig anderen Domizilen). Nervös war ich schon, denn die Dame zu einem Interview zu bewegen, hiess erstens, es auf Indonesisch zu führen (und es war mein allererstes Interview auf Indonesisch!) und auch alles wichtige an Technik samt geladener Batterien und funktionierenden Speicherkarten, mitzunehmen. Aus Sicherheitsgründen sage ich nicht wo. Und da lag die Herausforderung. Einerseits ein Fest, welches regelmässig am Montag von ihr gegeben wird – in ihren Privaträumen. Das heisst für mich: was ist erlaubt, was nicht? Ion hat als Tanzlehrer das Orchester zusammengestellt. Ein Orchester von über 12 Musikern, die die Songs von Mbak Tutut spielen. Sie ist nämlich auch recht erfolgreiche Songwriterin. Natürlich veröffentlicht sie unter Pseudononym. Die Gäste sind ihre Freunde, meist Freundinnen – alles Geschäftsfrauen, quasi der “Inner Circle”. Das Fest ist zu einer “Institution” geworden. Jeder Gast ist gebeten, ein bis zwei Songs der Komponistin zu singen. Mbak Tutut singt gelegentlich auch selbst. Dazwischen wird getanzt und gegessen.

Als wir an der Villa ankamen, bat mich Ion erstmal auf der Veranda zu warten, wollte er mich erst ankündigen. So zog ich meine Schuhe aus und wurde neben unzähligem Händeschütteln direkt in die Küche geführt, wo ich gleich zum Essen eingeladen wurde. Ein tolles Buffet war für die Gäste und die Musiker angerichtet worden. Dort gab es die ersten Small Talks. Von dem riesigen Hauptraum erklang Musik. Ion erschien und nahm auch nochmal ein Süppchen. Dann gab er mir ein Zeichen, ihm zu folgen. Ich kam in einen wunderschön eingerichteten Raum, der von einer Reihe Sofas getrennt wurde. Die Wände waren mit geschnitztem Teakholz verziert, an denen riesige Ölgemälde des berühmten Vaters, der Mutter und der Familie hingen, aber auch Photos. Ein Hauch von altem Indonesien – mit sehr viel tradtionellem Kunsthandwerk und Kolorit und einer post kolonialen Attitüde. An den Wänden entlang waren die Musiker (mit den teuersten Instrumenten auf dem Markt) positioniert. Von Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboards und Streichern war es wirklich ein ganzes Orchester. Vor den Sofas am Boden hockte Mbak Tutut. Viele ihrer Freundinnen sassen um sie herum, tanzten oder sassen auf den Sofas hinter Mbak Tutut. Auf Knien näherte man sich der Dame. Nun – wenn schon in Rom, dann tue man so wie die Römer. Vieles findet aber in Indonesien je nach Umfeld auf dem Boden statt – und sich Menschen, die auf dem Boden sitzen sich im Stehen von oben zu nähern, wäre wohl auch für Europäer eine Unhöflichkeit. Hinter einer grossen Brille versteckte sich das blasse und leicht geschminkte Gesicht von Mbak Tutut, die sehr traditionell Old-School gekleidet war. Freundlich streckte sie mir die Hand entgegen und hiess mich herzlich willkommen. Ich bedankte mich für die Gastfreundschaft und die Einladung. Sollte ich gleich fragen, ob sie ein Interview geben wolle? Nein, zu früh. Es gäbe sicherlich noch des öfteren an diesem Abend die Gelegenheit, mit ihr zu sprechen. So setzte ich mich auf die hinteren Sofas. Sehr spannende Gespräche ergaben sich mit ihren Freundinnen.

So traf ich auch die erste Doktorin der Ozeonologie, die in der West Javanischen Stadt Bogor studierte, und die Indonesische Regierung durch ihre Arbeit und ihren Einfluss dazu drängte, das Dynamit-Fischen zu verbieten (siehe Photo, mit Tochter Ika, links)! Bei Ibu Yuni (Ibu= Frau) war ich dann auch gleich zum Interview in ihrer Firma, die aus Muscheln Möbel und tolle Accessoires herstellt, eingeladen. Wegen ihres Handels mit Muscheln – natürlich nur Arten, die nicht auf dem Index stehen, ist sie bei einigen Umweltaktivisten in Ungnade gefallen.

Auf einmal war Ibu Yuni vorne am Mikrophon und sang zwei Lieder von Mbak Tutut, unter Applaus. Diese holte den neusten Schrei aus Singapur hervor. Tüten mit frittierter Fischhaut. Sehr lecker. Wie Chips. Von einem Indonesier entwickelt, der dieses Produkt in Singapur produzieren lässt. Und da ergab sich auch schon die Gelegenheit. Ich kam mit meinem Smartphone und meinem Mikrophon zu Mbak Tutut.

Was mich an “Major Playern”, wie sie es ist, immer interessiert ist, wie man Entscheidungen trifft. Bei einer Person ihrer Prominenz – die man eigentlich mit ganz anderen Dingen assoziiert als mit Musik – war die Frage nach dem Stellenwert der Musik in ihrem Leben ganz wichtig – und wie sie auf ihre Ideen kommt. Wie nach der freundlichen Begrüßung zu erwarten, öffnete sie sich gern. Musik sei ihre Quelle, herunter zu kommen von dem ganzen Business Stress und den Verpflichtungen und Erwartungen. Auch sei sie überaus bemüht, gerade die Leute anzustellen, die es sehr schwer im Leben haben.

Ich weiss nicht, wie es einer Maybritt Illner, einem Markus Lanz etc. geht, wenn man mit einer skeptisch bis kritischen Einstellung einer Person gegenüber sitzt – und was dann mit einem passiert, wenn man diese Person persönlich trifft – denn das, was im Interview verbal gesagt wird ist ja bei weitem nicht das, was sonst ausgedrückt wird, auch verbal im Davor und im Danach. Sympathie und Antipathie spielen da eine grosse Rolle und inwieweit eine Person Vertrauen fassen kann und sich auch in ihrem Möglichkeitsrahmen öffnen und wirklich zuwenden kann. Ich habe eine sehr ruhige, freundlich und herzliche Dame erlebt. Und nach dem intensiven Gespräch sah ich auch das Personal mit ganz anderen Augen an – so hatte ein Mitarbeiter eine körperliche Verstümmelung. Die Anerkennung der Musiker, nicht nur die finanzielle sondern ihre Wertschätzung, die sie auch ausdrückt. Vergessen war ihr Vater. Vergessen all die Medienberichte.

Einen guten Eindruck erhalten Sie im LebenslustTV Podcast über die Situation und die Athmosphere.

Wer weiss, wie lange ich das Video Online stellen darf. Nach mehrmaliger Anfrage bei Ion, was Mbak Tutut davon hält – liess eine Antwort bisher auf sich warten, was für mich gleich Veröffentlichungsgenehmigung heisst.

Auch Indonesien hat eine lebendige Musikkultur und kulturelle Szene. Soaps werden produziert, Filme, Musikvideos und Quiz Shows, aber auch Talk-Shows. Wer gute Karten hat, dort Karriere zu machen, dass sind Menschen multikultureller Herkunft. Man sieht Eurasier in vielen Werbespots und Videos. Der Kontakt zu Nurani Amalia ist durch Désirée J. Vach (ingrooves musicgroup & der VUT=Verband unabhängiger Tonträgerhersteller) dankenswerter Weise entstanden. Auch Désirée traf ich abermals beim ersten Musikwirtschaftsgipfel beim Tagesspiegel Berlin. Die Schauspielerin Sophia Latjuba gehört dazu. Ich traf im Plaza Senayan die Recordlabel Managerin Amalia Nurani. Amalia, gennant Rani, ist Jetset. Sie betreute die grössten Indonesischen Bands, wie beispielsweise “Peter Pan”, lässt sich mit grossen westlichen Bands ablichten und jettet auch mal nach Berlin oder London oder in die USA. Man trifft sich – eben “man trifft sich” zu informellen Gesprächen oft in den unzähligen Cafés im Plaza Senayan, auch wenn man Business machen möchte. Das Plaza ist ein riesiges sehr schickes Einkaufszentrum, wie überhaupt viel der Musikkultur in ihnen statt findet. Dort treten MusikerInnen und Bands auf, finden Model Wettbewerbe statt, ebenso auch in Restaurants. Ein abermaliges Treffen mit Rani fand mit Eva Celia und deren Freund Demas (Jazz Drummer) statt (siehe Photo oben rechts). Eva Celia ist die Tochter der oben genannten Sophia Latjuba. Demas und Eva haben beide in L.A. studiert. Eva, bekannt aus erfolgreichen Indonesischen Soaps, ist auch als Jazz Sängerin bekannt, die sich dem Mainstream aber eher verschliesst. Sehr interessant, dass Rani, Eva und Demas westlicher, teils ökologischer und “trendier” waren als ich. Ein Kult um das Essen wird zelebriert. Natürlich no gluten-, lactose-free und Pilates. Man wendet sich da bevorzugt spirituellen Themen zu.

Rani war gerade auf Diät. Und berichtete von den neuen Wegen der CD-Distribution in Indonesien über eine bekannt und beliebte Amerikanische Hühner Fastfood Kette. Ein absoluter Gegensatz zu den älteren Damen und Mbak Tutut.

Aber auch Singer/Songwriter Star Sandhy Sondoro (siehe Photo, oben rechts) mit seinem Manager Eric Quomrul von Best Beat Indonesia war dabei – den Bastian immer wieder auch in Berlin trifft und teilweise auch gemeinsame Konzerte organisiert und regelmässig seine Konzerte videotechnisch aufnimmt – samt dem THE VOICE Kandidaten Julio Lasut (siehe Photo unten rechts), der mit Sido sehr gut klar kam und recht weit im Casting kam. Sandhy Sondoro war in Berlin Strassensänger und kam in die Stefan Raab Show auf RaabTV. Er schreibt auf Deutsch, Indonesisch und Englisch. Gelegentlich spielt Bastian ihn mit seinem Song „Berlin, Berlin, ick liebe dir so sehr“ auf seiner Radiosendung „Mach Dir Lebenslust“ auf UKW 91.0 und Kurzwelle6150.

Singer Songwriter Urgestein und bester Freund von Ben Sleo (er hat einen ähnlichen Status wie Nena in Deutschland) ging es mit Ion zu Eramono Soekaryo (siehe Photo links unten), der am Berklee in Boston studierte. Er ist Musikdirektor, Produzent, Songwriter, Texter und Pianist und schreibt für viele Indonesische Künstler. Er ist sehr engagiert für die Autorenrechte der Indonesischen KomponistenInnen und TexterInnen und vertritt diese beiden er Indonesischen GEMA, welche grade im Aufbau ist. Die GEMA, das ist das Inkasso für KomponistenInnen und TexterInnen in Deutschland und vertreten diese – damit sie ihre urheberrechtlich zugestandenen Tantiemen bekommen. Mit Eramono gab es eine tolle Session am Flügel.

Aber Gegensätze, das macht Indonesien aus. Man findet schlicht viel mehr in den Shops als in Europa und schlicht: alles. Man jet-settet – nicht mehr nach nur nach Bali. Die In-Leute verschlägt es auf die coolen Resorts auf den anderen kleinen Sunda Inseln. Oder eben mal nach Singapur nebenan. Slums. Ja, sie gibt es. Aber die Armut ist von 75% in den 70igern auf nur 15% angeblich gesunken. Es riecht auf der Hauptinsel Java förmlich nach Mittelstand und aufwärts.

MANADO auf Sulawesi.

Gegensätze. Die wollten wir auch gezielt. Und vor allem nicht das übliche “Bali” – und es fällt mir schwer die Insel, die zu den drei schönsten Inseln der Welt zählt (und auch noch meine Geburtsinsel ist), zu “dissen”. Wir wollten dorthin, wo wir noch nie waren. Die wie ein Seestern geformte Insel Sulawesi und deren nördlicher Zipfel mit der Hauptstadt Manado. Würde man von Manado aus übers Meer blicken, würde man auf die Philippinen schauen., führe man gen Norden über das Meer. Wir wussten nicht viel über Manado. Nur, dass, was von unseren Berliner Indonesischen Freunden, die teils, wie meine ehemalige Konfirmations- und Sonntagsschullehrerin Jeanet Karinda (siehe Photo), die als Deutsch und Englisch Lehrerin wieder nach Manado in ihre Heimat gezogen ist, uns erzählten. Sie ist dort sehr erfolgreich und unterrichtet dort Kinder und Erwachsene und angehende Studenten, die nach Deutschland kommen wollen. Letztere haben wir mit ihrem genesenden Ehemann besucht. Das Essen soll sehr lecker sein. Es ist Christlich geprägt. Und man soll da Hunde essen. Also Vorsicht mit dem Fleischgenuss. Ehrlich gesagt – das war es an Vorwissen.

An der Küstenpromenade haben wir über www.booking.com unser Zimmer gebucht. Ein Zimmerkomplex auf einem Einkaufszentrum – mit schöner Aussicht und riesigem Swimmingpool. Also würden wir dort nicht unvorbereitet völlig ins Neue gestossen, ankommen. Den Flug Jakarta-Manado hatten wir ebenso von Berlin aus im Internet gebucht, zur Sicherheit mit Versicherung. Der Anflug auf Manado war wunderbar. Man sah auf den Vulkankegel der Manado vorgelagerten Inseln um Bunaken – dem berühmten Schnorchel und Taucher-Paradies. Sehr viel Wald und kurvige Strassen waren zu sehen – und der Begrüssungsspruch (“Sitou, Timou, Tumou, Tou” = Der Mensch lebt, um andere auszubilden, im Bahasa Minahasan) auf dem Airport “Sam Ratulangi” dem berühmten Gelehrten und Freiheitskämpfer, ist dieser Spruch. Der schöne Flugplatz wurde von Japanern erbaut. Er liegt 13 km von der Stadt entfernt.

Durch einen Regenschauer war es nicht ganz so heiss, zugegeben und erschreckenderweise fast der einzige Schauer in den knapp 5 Wochen!  Als wir mit den Koffern  zu den Taxis wollten, wurden wir von Fahrern umringt. Wir wählten einfach einen, der uns sympathisch war. Sein Name: Frets. Mit ganz dunkler Haut (er kommt aus Ambon, wo die Ethnien etwas dunkler sind). Er war sehr redselig und gab uns viele Informationen. Über die Grundstückspreise und Hauspreise und all dies. Ihn nahmen wir für all unsere Touren in die Umgebung und liessen uns seine Telefonnummer geben.

Nach dem Einchecken in unserem Zimmer, gingen wir in das Shopping-Paradies hinunter. Sehr spannend, die Preise zu vergleichen. Im Kellergeschoss gab es einen Imbissstand mit Theke, wo man sich die Speisen aussuchen konnte. Das Frühstück war gesichert.

Wir liefen in die Stadt, die sehr organisiert und sauber ist. In einer weiteren Shopping Mall trafen wir auf sehr freundliches Security Personal, welches wir nach einem Travelbüro fragten, um Touren zu machen. Die Jungs waren – wie überhaupt alle, denen wir auf der Strasse und in den Läden begegneten – sehr zugewandt, interessiert und freundlich. Man spürt in Manado keine Spannungen, auch nicht interreligiös, wie gelegentlich in manch wenigen Situationen woanders. Und geschäftstüchtig waren sie auch – denn Anton wollte uns gleich einen Bootsführer organisieren, der uns auf die vorgelagerten berühmten Inseln bringen könnte, samt Transport zum Hafen. Nach dem Austausch von Telefonnummern liessen wir ihn organisieren. Mal schauen, was uns erwarten würde.  Eine Bootstour hatten wir noch nicht gemacht – und somit wäre dies ein guter Start. Es wurde vereinbart, dass wir von der Shopping-Mall abgeholt würden. Früh um 8 Uhr. Wir liessen uns überraschen. Der Portugiesische Einfluss neben dem der Holländer ist in Manado unübersehbar, wird die Stadt auch die Stadt mit den Hundert Kirchen genannt. So liefen wir in eine dieser, kurz bevor wir abgeholt wurden. Und – da stand auch schon Anton und der Wagen kam und brachte uns zum Hafen.

Dort mussten wir eine Versicherung abschliessen. Der Bootsführer geleitete uns sodann auf das schmale Boot in Pink. Zum Glück war es überdacht, sportlich und schnell. Das Wasser war ruhig. Hinter uns wurde Manado kleiner und kleiner und vor uns lagen drei Inseln, Manado Tua (die wie ein Vulkankrater aussieht) und die flachen Inseln Bunaken und die kleine Insel Siladen. Nur wenig Müll schwamm im Wasser. Durch ganz viele schreckliche Videos im Internet über das Müllproblem und die Meere, war man sehr sensibilisiert.

Wir landeten mit etwas Robinson Crusoe Feeling auf der kleinsten Insel an, die in Sichtweite von Bunaken liegt. Herrlich blaues Meer und weisse Korallen Strände. Verschlafen wirkte die Insel. Anton machte sich auf einer Hängematte bequem. Wir liefen den langen Strand entlang an dessen Ende ein wunderschönes Ressort lag. Durch Felsen watete ich, an denen sich der Dschungelartige Wald schmiegte. Vögel schrieb auf. Überall im Wasser herrschte pralles Leben, Eidechsen, Unzählige Seesterne in verschiedenen Farben. Ein Paradies für Naturfreunde und Wasserfreunde. Wir bahnten uns einen Weg durch den Dschungel. Die Sonne fand kaum Durchlass. Bananenhaine. Es roch auf einmal nach Holzkohle. Und nach einem kurzen Fussmarsch trafen wir auf Holzhütte und Stallungen und waren auf einem befestigten Weg, der zurück ins Dorf führte. Kein Auto, nicht einmal ein Moped. Stille. Der Weg führte in das Dorf mit alten Grabsteinen und portugiesischen Namen darauf. Eine Kirche überragte das Dorf und genau durch den Ort führte das Sträßchen, wo man in die Wohnstuben der Einwohner schauen konnte. Beschaulich. Und ganz weit Weg von der Welt.

So fuhren wir mit dem Boot weiter nach Bunaken. Der länglich im Winkel gezogenen Hauptinsel. Dort schien das Leben zu spielen. Entlang an langen Stränden, am Bug unseres Bootes sitzend und die Gischt und den Wind geniessend vorbei an Booten, die Schnorchler und Wassersportfreunde an die schönen Stellen brachten. Anton fragte mehrmalig, ob wir denn schnorcheln und tauchen wollten, was sich bestimmt gelohnt hätte. Auf der ganzen Insel liegen schön eingepasst in die Natur, Ressorts und kleine Kirchentürmchen. Wir landeten an – an einem ebenso schönen Strand. Mit Kokosnusspalmen und allem was man sich erträumt. Direkt am Strand nahmen wir unser leckeres Mittagessen zu uns, überdacht von Strohmatten, offen und kühl. Wir bestellten Fisch mit Reis. Und “kelapa muda” (frische Kokosnuss, die aufgeschlagen mit einem Strohhalm ausgetrunken werden kann, und dessen Fruchtfleisch man ausschaben kann). Für die Insel mit dem Vulkankrater reichte der Sprit nicht.

Nun denn – es ging auch einem herrlichen Tag auf dem Meer wieder in unsere Unterkunft.

Frets riefen wir an, um uns am nächsten Tag in die Hafenstadt Bitung zu fahren, um auf die Mangroveninsel Lembeh überzusetzen. Das Ekowisata Mangrove ist da sehr empfehlenswert. Über Stege läuft man dort durch die Mangroven Wälder. Und man bekommt tolle Erklärungen und Erläuterungen. Zuvor haben wir die nach Rio de Janeiro, zweitgrösste Jesus Statue der Welt besucht.

Die Strassen sind sehr gut ausgebaut und schlängeln sich passartig durch viele Wälder. Die berühmten Holzhäuser, die auf Pfählen stehen mit den charakteristischen Dächern und geschnitzten Fenster- und Türrahmen sind weltweit beliebt und werden sogar nach Australien, Kanada und und in die USA exportiert. Und à Propos: das Land der Gegensätze. Im Traum würde einem nicht einfallen, dass im grössten muslimischen Land der Erde, eine katholische Prozession mit unzähligen Vatikanischen gelb weissen Flaggen auf der Strasse zu sehen sein würde!

Auf dem Weg nach Bitung besuchten wir einen Zoo mit Schlangen und den dort ansässigen Weisskopfseeadlern. Das Wetter sah nicht gut aus an dem Morgen. Zu allem Überdruss wollte man uns viel zu viel Geld pro Person für die Überfahrt nach Lembeh abknüpfen, welches vielleicht 200 m entfernt lag, so dass wir uns für eine Planänderung entschlossen – nämlich an den Pantai Paal über die Pässe zu fahren und die Nordspitze der Insel zu umrunden, was eine sehr weise Entscheidung war. Denn hinter dem Berg sah das Wetter ganz anders aus. Am Pantai Paal (pantai=Strand) gab es dann auch die berühmten frittierten Bananen, von einer Bananensorte (pisang goroho), die es nur auf Sulawesi gibt. Das Bubur Manado (“Tinutuan” – Reis Porridge mit Huhn) aber auch die tollen Smoothies von Sirsak (sehr gut gegen Krebs) oder Avocado sind immer einladend. Die Minahasan geniessen wie gesagt auch Hund, Katze und Ratte (also Waldratten!) – von daher war unser eh sehr seltener Fleischkonsum dort auf Null gesetzt. Fisch und Meeresfrüchte kann man herrlich und bedenkenlos geniessen.

Sehr aufwühlend sind Fahrzeuge, die einem dann und wann begegnen. Pick-Ups, die riesige Lautsprecher als Aufbauten besitzen und durch die Gegend fahren. Nun – mit sehr lauter Technomusik aber auch Dangdut Musik. Ein Ausweis der Lebenslust dort.

Eine weitere Tour führte uns nach Tomohon, im Inland gelegen. Und recht hoch. Makaber startete der Tag, als wir an einem Markt ankamen. Ich hatte verstanden, dass da am Waldrand wilde Tiere rauskommen würden – aber völlig fehlgelagert. Statt dessen gab es die besagten Ratten, Katzen und Hunde in der Fleischabteilung des Marktes, noch lebend in Käfigen. Weiter muss ich das nicht beschreiben, denn ich suchte umgehend eine Toilette, weil mir schlecht wurde – und sie gab es. Natürlich ein Plumpsklo. Deswegen habe man immer Taschentücher oder Toilettenpapier und ggf. ein Stück Seife dabei und parat.

An einem bunten Vulkansee durften wir einer Lansia beiwohnen. Eine Lansia, das ist ein Treffen der Älteren mehrer Gemeinden – wo gemeinsam gesungen und getanzt wird aber eben auch einer Predigt gelauscht wird und gemeinsam gebetet wird. Mit Blick auf den ruhigen Vulkansee mit Dampfschwaden – etwas äusserst beruhigendes.

Die Pagode ist eine Tempelanlage mit unzähligen Buddhas und Pagoden und Stufen und einem Lehrzentrum. Neben dem Gardenia Gartenzentrum gelegen. Eine wunderschöne Gartenanlage mit Bungalows zum Übernachten, aber auch einer herrlichen Restaurantanlage. Diese lädt zum Essen förmlich ein. Mit Blick auf den Gunung Mahawu (gunung = Berg), kommt man auch hier ins Träumen.

Auch ein Abstecher zur grossen interreligiösen Anlage von “Bukit kasih” (Bukit = Hügel, kasih = Liebe) ist lohnenswert. Umringt von heissen Schwefelquellen in einem Hufeisenförmigen Tal, steigt man auf Stufen über den Kamm hoch und kommt oben an einen balinesischen Tempel, einen buddhistischen Tempel, eine katholische und evangelische Kirche und eine Moschee. Das ist die Idee, die dahinter steckt. Interreligiosität. Gerne haben wir für den Erhalt der Anlage gespendet, denn diese ist schon arg am Verfallen. Die Aussicht ist beeindruckend, aber auch die Belohnung, wenn man sich eine Fuss- und Beinmassage gönnt – in dem heissen Schwefelwasser. Allein die Anfahrt durch die Dörfer lohnt den Abstecher.

 

BATU – Malang – Ostjava.

Von Manado ging es mit dem Flugzeug nach Surabaya. Hier wurde ein Transport vom Airport über ein indonesisches Unternehmen im Internet organisiert, der in die hochgelegene schöne Stadt Malang und in dessen noch höher gelegenen Vorort Batu bringt. Malang liegt im Talkessel zwischen den Bergen Gunung Arjuna, Gunung Kawi, Gunung Semeru und dem berühmten Gunung Bromo.

Die Fahrt von Surabaya führt an Siduarjo vorbei, der Ortschaft, die von einem Schlammvulkan (lumpur = Schlamm) verschluckt wurde. Die Ansicht der Ruinen ist gespenstisch. Die Schwefelgerüche tun ihr Übriges, wenn nicht da die imposanten Berge locken würden.

Malang ist das kleinere Bandung. Bandung – die Hauptstadt West-Javas ist von den Holländern gebaut und angelegt worden und wird als das Paris des Ostens betitelt. Malang ist die etwas kleinere Schwester – denn auch hier prägen prächtige Alleen und Gebäude aus der Kolonialzeit weite Teile des Stadtgebietes. Ähnlich wie Bandung, liegt es in hoch oben und hat ein subtropisches Klima. Von daher waren immer viele Europäer in Malang und Umgebung.

In Batu gibt es viele Hotels und Ressorts. Wir waren im Kusuma Agrowisata Resort, mit eigenen Plantagen, Pools, Tenniscourts, Freizeitparks – hochgelegen mit phantastischem Frühstücksbüffet. Beeindruckend ist das Museum Angkut – ein komplex zwischen Freizeitpark mit Städten der Hauptregionen und Inseln des Landes, dem Verkehrsmuseum und dem Heritage Museum. Man sieht das Hauptgebäude schon von weitem, da auf dessen Dach eine Boeing 737 steht. Geboten wird sehr viel. Eine stattliche Sammlung von Oldtimern und Modellen aber auch eine beachtliche Sammlung der Ratusan Topeng Masken im Heritage Museum, für die die Gegend um Malang berühmt ist. Man kann dort einen ganzen Tag verweilen, und ind en Outdoor Pavillons, die jeweiligen Küchen des Landes probieren – je nach Lust und Laune. Tanz- und Musikvorführungen runden das Erlebnis ab.

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Die Gegend um Malang – vor allem mit dem Bromo – einem eingebrochenen Vulkankegel in dem sich zwei kleine Vulkankegel befinden ist voller High Lights. Sehr früh am Morgen kann man das grosse Glück haben, die Bergspitzen der umliegenden Vulkane über den Wolken zu erhaschen, ausserdem lädt auch der Nationalpark Semeru zu Touren und Wanderungen ein. Natürlich lässt sich auch der Gunung Semeru besteigen.

Dass wir mit dem Zug nach Bandung – das Paris des Ostens und der Hauptstadt der Provinz West-Java zurückgekehrt sind sei abschliessend erwähnt. Die Bandung Episode erfahrt Ihr im Zeitblatt Travel Magazin im Print exklusiv.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Indonesien kommt! Für Familien und für Individualisten. Man merkt und geniesst die anderen Schwingungen dort. Das Land ist durchdrungen von verschiedensten Traditionssträngen. Sprachen. Volksgruppen. Die Stärke Indonesiens ist dessen Offenheit und Neugier für Fremdes, aber eben auch dessen Gegensätze – die sich in Kreativität entladen, und das nicht nur auf der Insel Bali. Natürlich sollte man das Deutsche Auge, den Kritiker nicht zu laut werden lassen. Aber mit ein paar gelernten Worten Indonesisch – öffnet man die Herzen vieler Menschen dort als sogenannter “Orang Bule” (Weisser Mensch) noch weiter. Das sieht man hier auf dem letzten Photo am Pantai Paal bei Manado – stellvertretend mit dieser Indonesischen freundlich fröhlichen Reisegruppe, die mir gleich ihr Baby in den Arm drückten, ein Video drehten und sich mit meinen Eltern lange unterhielten, während ich im Meer schwamm. All das auf den „LebenslustTV/TZeitblattTV Travel with Bastian Lee Jones“ auf Youtube in Kürze zu sehen.

 

 

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