„Die Wunde“ – Liebe zwischen Neigung und Traditionen

Mit dem dokumentarisch anmutenden Filmdrama – „Die Wunde“ – zeichnet der südafrikanische Regisseur John Trengove das Porträt einer geheimen Liebe zweier Männer zwischen Neigung und alten Traditionen. In prägenden Bildern schildert er die Geschichte des Fabrikarbeiters Xolani (Nakhane Touré) aus Queenstown. Einmal im Jahr zieht es ihn in seine bergige Heimat, um in einer kleinen Gruppe als Mentor in einem Beschneidungsritual Jungen des Xhosa-Volkes auf dem Weg zum Mann zu begleiten. Sein Schützling ist der aus der Großstadt stammende Kwanda (Niza Jay Ncoyini). Wie es das Ritual vorsieht, wird Kwanda nach der Beschneidung weiß bemalt und muss für acht Tage im Busch leben. Schnell kommt es zwischen dem intellektuellen Jungen, welcher die alten Traditionen hinterfragt – ihnen trotzt -, und seinem Mentor zu Spannungen. Nicht zu letzt, da Kwanda die homosexuelle Neigung seines Mentors zu Vija (Bongile Mantsai), einem anderen Ausbilder der Gruppe, herausfindet.

Schonungslos lässt Trengove in seinem Drama zwei Welten, die des Städters und Außenseiters Kwanda, sowie die des auf Riten besonnene und homophobe Xhosa-Volkes auf einander prallen. Und genau zwischen beiden Welten spielt die moralische Beschneidung von Xolani und Viia: ihre Liebe zu einander im Geheimen. Um letztlich die Traditionen und ihr Gesicht im Stamm zu wahren ist beiden jedes Mittel recht. Auch Mord.

 

Text: ZeitBlatt / Andre Biakowski

 

 

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