Die “MEN OF THE YEAR” 2019

Am 07. November war es wieder so weit: die GQ „Men of the Year“ Awards. Bei einer der glamourösesten Veranstaltungen der Show-Branche waren nationale und internationale Superstars geehrt worden- im Rahmen einer unvergesslichen Show.

Die Highlights der großen Gala

Hollywood-Stars auf der Bühne, große Emotionen und ein Gänsehaut-Auftritt von Marius Müller-Westernhagen.

Klaas Heufer-Umlaufs Laudatio auf „Sports Icon“ Toni Kroos sorgte für Lacher, genauso wie die Antwort des Fußballspielers. Außerdem sprach Schauspielerin und „Woman of the Year“ Sharon Stone ungewohnt offen über ihre Erfahrungen in Hollywood. Wir haben die besten Bilder von der Verleihung! Glamouröse Roben, messerscharf sitzende Smokings und ein Promi strahlender als der nächste. Mit dabei unter anderem Sharon Stone, Toni Kroos, Lewis Hamilton, Billy Porter, Lena Gercke und viele mehr.

Ausgezeichnet: Das sind die Preisträger der GQ Awards 2019

Zwei Weltmeister, eine Hollywoodikone, ein Mann, der die Modewelt verändert, ein Mann, der den Roten Teppich verändert hat, und viele ehrliche Momente. Zum 21. Mal hat GQ die „Men of the Year“-Awards in insgesamt neun Kategorien verliehen. Das sind die Preisträger.

Diese GQ Awards waren ein historischer Abend. 30 Jahre nach dem Mauerfall und in einer Zeit, in der alte Gewissheiten und bekannte Geschlechterrollen auf dem Prüfstand stehen, in einer Zeit, in der Toleranz und Offenheit wieder stärker verteidigt werden müssen als je zuvor, da stand die GQ „Men of the Year“-Gala ganz im Zeichen der Freiheit.

So waren Jessica Peppel-Schulz, der neuen CEO von Condé Nast Deutschland, diese Worte bei der Eröffnung der Gala besonders wichtig: „Es berührt uns, dass wir heute fast genau auf den Tag 30 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht nur die neue Männlichkeit feiern können, sondern auch Freiheit, freie Meinungsäußerung, Toleranz und Liebe.“ (Hier können Sie noch einmal die ganze Rede von Jessica Peppel-Schulz sehen)

Damit fiel schon das Stichwort für den ersten Auftritt des Abends. Auch wenn er bereits 1987 erschien, so gehört dieser Song doch zum Soundtrack der Wende. 30 Jahre nach der friedlichen Revolution, eröffnete „Freiheit“ im vereinten Berlin die GQ Awards, live performt von niemand Geringerem als Marius Müller-Westernhagen.

Lewis Hamilton: Mit Kreativität auf der Überholspur

„Sein Auto ist silber, aber alles was er anfasst wird zu gold.“ Mit diesen Worten leitete Lena Gercke die nächste Überraschung des Abends ein: Der GQ Award in der Kategorie „Creativity and Design“ ging an Lewis Hamilton. Eine echte Sensation für die über 800 geladenen Gäste in der Komischen Oper: Der frisch gekürte Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wurde nicht im Sportbereich geehrt. Der 34-Jährige ist zwar nur noch einen WM-Titel von Michael Schumachers Siebenfach-WM-Rekord entfernt, aber er hat sich ganz nebenbei auch noch eine zweite Karriere als Fashion-Designer aufgebaut. Vor anderthalb Jahren ging der Brite mit seiner ersten Kollektion für Tommy Hilfiger an den Start, inzwischen ist er bereits mit seiner dritten auf der Pole Position. Sichtlich berührt zeigt sich auch Hamilton: „Das ist der erste Award, den ich nicht fürs Rennfahren erhalte. Und ich fahre seitdem ich acht Jahre alt bin.“

Sports Icon: Ein neuer Titel für Toni Kroos

In der Kategorie Sport wurde mit Toni Kroos ein Fußballer geehrt, der eigentlich keine Titel mehr benötigt. Der 29-Jährige ist der erfolgreichste aktive deutsche Fußballspieler. Er hat nicht nur die WM gewonnen, sondern ist auch vierfacher Champions-League-Sieger und vierfacher Landesmeister. Oder wie Klaas Heufer-Umlauf es in seiner Laudatio formuliert: „Toni Kroos spielt Fußball. Das ist ein Understatement. Ein bisschen so, als würde man sagen, Lewis Hamilton hat einen Führerschein.“ Tatsächlich ist Kroos, wie Jupp Heynckes sagt, einer der größten Dirigenten, den der Fußball je gesehen hat. Fortan zählt das Ausnahmetalent denn auch den GQ Award „Sports Icon“ zu seinen Auszeichnungen.

Ernste Worte vom Weltmeister

Seine Dankesrede nutzte der Weltmeister, der mit seiner eigenen Stiftung kranken Kindern und ihren Familien hilft, für ernste Worte. „Aktuell habe ich das Gefühl, dass in unserem Land ein paar Dinge in die falsche Richtung gehen.“ Sein Appell an das Publikum: „Es gibt so viele Menschen, denen geholfen werden kann. Und ich sehe viele Gesichter, die viele Fans haben, denen Leute zuhören und ich finde wir müssen vorweg gehen und müssen den Leuten eine Richtung geben.

GQ-Preisträger Hape Kerkelingt holt zu einem Rundumschlag gegen die Politik aus

Im Bereich „Entertainment“ hat GQ einen Künstler ausgezeichnet, wie es ihn kein zweites Mal in Deutschland gibt. Unvergessen sind seine Auftritte als Königin Beatrix, auch seine „Hurz“-Aufführung ist in die deutsche Musikgeschichte eingegangen. Mit seinen Büchern ist er zum Bestsellerautor geworden. Die Verfilmung seines autobiographischen Buches „Der Junge muss an die frische Luft“ hat fast vier Millionen Kino-Besuchern in Deutschland Tränen in die Augen getrieben – mal vor Rührung, mal vor Lachen.

Sichtlich bewegt übergab Michael „Bully“ Herbig den GQ Award in der Kategorie Entertainment an Hape Kerkeling. Entgegen seiner Profession suchte Kerkeling in seiner Dankesrede dann eher die ernsten Worte. Er holte zu einem Rundumschlag gegen die Politik aus. Eigentlich habe er sich vorgenommen, nichts zu sagen. Der Grund: „Ich will keinen Shitstorm, auch politisch.“ Um dann im nächsten Moment gegen die SPD und ihre Suche nach dem Vorsitz und die Kanzlerkandidaten der CDU auszuteilen. Für ihn ist klar, „Die, die es werden wollen, können nicht und die, die können, wollen nicht.“ Auch in Richtung Angela Merkel findet er deutliche Worte. Mit Blick auf die AfD konstatiert Kerkeling: „Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land, die schärfste Opposition überhaupt. Und so wenig Kanzler wie heute war noch nie.“

Kim Jones: Der Dior Homme-Creative Director erhält den GQ Award als Designer des Jahres

Sein Weggang von Louis Vuitton im Januar 2018 sorgte für einen Atemstillstand in der Modewelt. Der war allerdings von kurzer Dauer. Zum Glück. Denn zwei Monate später folgte die Meldung, dass er die Position des Creative Director bei Dior Homme übernimmt. Seitdem sehen wir eine französische Traditionsmarke, die sich in einem rasanten Wandel der Zukunft stellt. Der Brite, der zu den einflussreichsten Menschen in der Mode zählt, schafft den Spagat zwischen Pariser Haute Couture und moderner Streetwear. Kim Jones ist unser „Man of the Year“ in der Kategorie „Designer“.

Kein Geheimnis: Der GQ Award für den besten Film des Jahres

Keine GQ-Gala ohne einen Preis für den besten Film. Die Verleihung leitete Publisher VOGUE, GLAMOUR, GQ Gentlemen’s Quarterly, AD André Pollmann mit einer Frage ein: „Warum wählen wir diesen Film als besten Film des Jahres?“ Die Antwort war ganz einfach: Weil 1,5 Millionen Kinogänger in der ersten Woche einfach nicht irren können. „Diese Gesellschaftskomödie hat den besten Cast, den unser Land zu bieten hat“, urteilt Pollmann. Und deswegen geht der GQ Award in der Kategorie „Film“ an „Das perfekte Geheimnis“, die neue Komödie von Bora Dağtekin („Türkisch für Anfänger“, „Fack ju Göhte“-Reihe). Der Film überzeugt mit seinem Humor, wobei so mancher Lacher dem Zuschauer vor lauter Ehrlichkeit auch im Halse stecken bleiben kann. Florian David Fitz, Teil des hervorragenden Casts von „Das perfekte Geheimnis“ spricht in der neuen Ausgabe übrigens über Mode, Mut und Männlichkeit.

Billy Porter: Ein neues Männerbild auf dem roten Teppich

Um Mode geht es auch bei diesem Preisträger: Bis zum 6. Januar 2019 dürfte der Schauspieler, Autor und Regisseur vielen in Europa kaum ein Begriff gewesen sein. An diesem Tag betrat er bei den Golden Globe Awards den roten Teppich nicht nur im Anzug, sondern auch mit einem bodenlangen Cape mit rosa Innenfutter. Die Bilder gingen um die Welt. Bei den Oscars wurde er zum Wiederholungstäter, mit einem Mix aus Smoking und schwarzem Samtrock. Die Kameras haben sich in diesem Moment endgültig in den 50-jährigen Emmy-Gewinner verliebt. Wie auch wir. Heute weiß jeder, wer Billy Porter ist: Ein Mann, der Grenzen einreißt, der für die Werte einer neuen Epoche steht und unser Mann des Jahres in der Kategorie „Style“.

Hinsetzen gegen #metoo: Sharon Stone und ihr magischer Moment bei den GQ Awards

Da, wo sie auftaucht, ist ein Hauch des echten Hollywoods zu spüren. Sie gehört zu den Frauen, die völlig zurecht Leinwandgöttinnen genannt werden. Souverän. Stark. Unbeirrbar. Und: Lange vor #metoo kämpfte sie für ein moderneres, freieres, weiblicheres Hollywood. Heute sucht sie sich ihre Rollen sehr bewusst aus – und hat es so geschafft, mit „The New Pope“, „Mosaic“ oder „The Laundromat“ in einigen der interessantesten und relevantesten aktuellen Produktionen zu spielen. VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp überreichte Sharon Stone den GQ Award als „Woman of the Year“.

Die Hollywoodschauspielerin nutzte ihren Moment auf der Bühne aber nicht für eine klassische Dankesrede, sondern für etwas viel Wichtigeres: um gegen Ungerechtigkeit und für den Kampf für #metoo aufzustehen. Oder besser, um sich dafür zu setzen. Auf der Bühne nahm sie auf einem Stuhl Platz, um die berühmte „Basic Instinct“-Szene nachzuspielen, die ihr Leben und die Sicht auf ihre Person für immer geändert hat und gab dabei eine kostenlose Lektion in Self-Empowerment, die im Saal stehende Ovationen auslöste. Hier sehen sie denkwürdige Rede von Sharon Stone noch einmal im Video.

Westernhagen: ein GQ-Award für eine deutsche Musik-Legende

Er eröffnete den Abend und er beschloss ihn. Nicht ohne mit einen Award von der Bühne zu gehen. Mit Marius Müller-Westernhagen zeichnete GQ einen Künstler aus, der den Deutsch-Rock so geprägt hat, wie kaum ein anderer in diesem Land. Vierzig Jahre nach seinem Album „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ hat er die Songs neu eingespielt; in dem nicht minder legendären Dreamland-Studio in Woodstock. GQ ehrte Marius Müller-Westernhagen mit dem Award in der Kategorie „Legend“. Die Anwesenden ließ Westernhagen nicht ohne ein paar mahnende Worte ziehen: „Wir haben ein globales Problem. Das ist immer zurückzuführen auf Ungerechtigkeit, auf Unfairness, auf die Überbewertung von Geld und auf die Überwertung von Wichtigkeit.“

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