Cornelia Lanz & Stefan Laux – Sie liebten sich beide

Cornelia Lanz & Stefan Laux – Sie liebten sich beide. – neue CD mit Liedern von Robert & Clara Schumann und Brahms – Rezensionsexemplar & Konzert 21.10.18 in München. Frauenliebe und -leben: Der Titel des von Robert Schumann vertonten Gedichtzyklus steht als Motto über dieser neuen CD. Denn nach Carattere di Donne. Frauenrollen und Frauengestalten bei Schubert, Rossini und Verdi denkt auch die zweite gemeinsame Lied-CD von Cornelia Lanz(Mezzosopran) und Stefan Laux (Piano) intensiv über den Blick auf die Frauen – und das Selbstbild von Frauen nach. Ein Thema, das Cornelia Lanz nicht nur in der historischen Perspektive beschäftigt, sondern sehr direkt im Hier und Jetzt. Schließlich hat sie als Initiatorin des Vereins Zukunft Kultur e.V. viel beachtete Operninszenierungen mit auf den Weg gebracht, bei denen Geflüchtete zusammen mit renommierten Solisten auf der Bühne stehen. Diese interkulturellen Erfahrungen – gerade in Bezug auf das Verhältnis der Geschlechter – verleihen ihrer Interpretation eine zusätzliche Tonalität und höchst aktuelle Vielschichtigkeit. Der glühende Kern von Sie liebten sich beide. ist und bleibt natürlich die großartige Liedliteratur von Robert Schumann, Clara Schumann und Johannes Brahms – dreier Künstler, die einander in einem komplexen Beziehungsdreieck verbunden waren und die Vieles und Tiefes zu sagen haben über Glück und Unglück in der Liebe.

Die zweite gemeinsame CD von Cornelia Lanz (Mezzosopran) und Stefan Laux (Piano) kreist um das „unmögliche“ Gefühl, das wir Liebe nennen. Schon das titelgebende Gedicht von Heinrich Heine, Sie liebten sich beide., springt innerhalb eines Halbsatzes von der hoffnungsvollsten aller Prämissen zum hoffnungslosesten Verlauf einer Beziehung. Und auch die weiteren Lieder des ausgewählten Repertoires bewegen sich zwischen Liebesseligkeit und Liebesschmerz – mit deutlicher Tendenz zum Leiden an der Liebe. Doch wie könnte es anders sein bei diesen zwei Komponisten und dieser Komponistin? Robert Schumann feiert in Frauenliebe und -leben die sich allein über den Mann definierende, den Mann geradezu vergötternde Frau. Clara Schumann, seine reale Ehefrau, finanzierte mit ihrer glanzvollen internationalen Pianistenkarriere die stetig wachsende Familie – und war nach Ansicht von Robert Schumann dennoch nur dazu bestimmt, in ihrem Dienst an ihm und den Kindern aufzugehen. Johannes Brahms wiederum liebte die 14 Jahre ältere Frau des von ihm verehrten, jedoch unaufhaltsam in die psychische Krankheit abdriftenden Komponisten. Kurzum: Eine Melange der Affekte, die der emotionalen Intensität der lyrischen Vorlagen in nichts nachsteht – ja, sie beinahe übertrifft.
Der pianistische Duo-Partner für die zweite Kollaboration bringt geradezu idealtypische Voraussetzungen für die Einspielung mit: Stefan Laux. Die lange und außerordentlich erfolgreiche Karriere des Gründers und Leiters der Süddeutschen Schubertgesellschaft steht ganz im Zeichen des Liedes. Seine umfangreiche Diskographie ist ebenso beeindruckend wie die illustre Liste seiner künstlerischen Partner. Gemeinsam spüren Lanz und Laux den ebenso leidenschaftlichen wie zeitlosen Aggregatzuständen der Liebe nach – und entdecken, wie vieles das 19. Jahrhundert mit unserer eigenen, vermeintlich aufgeklärteren Epoche verbindet …

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