Kunst und Kultur

Weltklang – Nacht der Poesie

Lesung & Performance

Mit John Burnside GBR | Yasuki Fukushima JPN | Arnon Grünberg NLD | Mila Haugová HUN/SVK | Dagmara Kraus DEU | James Noël HTI | M. NourbeSe Philip TTO/CAN | Sergio Raimondi ARG | Charlotte Van den Broeck BEL | Jan Wagner DEU
Musik: El Congo Allen CUB/DEU
Moderation: Claudia Kramatschek DEU Literaturkritikerin

Ein Panorama zeitgenössischer Dichtung: Dichterinnen und Dichter aus allen Teilen der Welt lesen, performen und singen in ihrer Muttersprache. Exklusiv für diesen Abend erscheint eine Anthologie mit den deutschen Fassungen der Texte zum Mitlesen.

Den Auftakt des diesjährigen Weltklangs bildet eine Performance über Herkunft, Heimat und Identität der flämischen Dichterin Charlotte Van den Broeck (geb. 1991 in Turnhout) und des niederländischen Autors Arnon Grünberg (geb. 1971 in Amsterdam).

Die Gedichte des schottischen Autors John Burnside (geb. 1955 in Dunfermline) fangen auf einzigartige Weise „das Andersleben der Dinge ein“. Die sprachgewaltigen Texte widmen sich dem „großen Spektakel des Realen“, folgen dem Flug von Fleckenkäuzen, beschreiben das metallische Rauchgrau des Himmels und die Membranen gestrandeter Quallen.

Yasuki Fukushima (geb. 1943 in Tokio) ist einer der expressivsten Gegenwartslyriker Japans. Seine „zekkyō tanka“ (geschriene Tankas) trägt er zu Musik vor, laut und drängend. Dabei setzt er seine Verse in Dialog zu den Texten anderer Autoren, sprengt die Grenzen zwischen Eigenem und Fremdem. Fukushimas Performances sind wie Jazz: Keiner seiner Auftritte gleicht dem anderen.

Körper und Gedicht sind enggeführt in der Lyrik von Mila Haugová (geb. 1942 in Budapest, lebt in Bratislava). Die Dichtung der Slowakin ist immer anspielungsreich. Natur, Liebe, Erinnerung und Verlust werden untrennbar miteinander verwoben: Gedichte wie „halb- / durchlässige membrane“, fragil und kraftvoll zugleich.

Die Gedichte von Dagmara Kraus (geb. 1981 in Wrocław, Polen) sind eine „vokabelfrohe Mischung aus Sprachfetischen, Wortüberdrehtheiten und Einspeisungen aus entlegenen Begriffs- und Namensarchiven“ (Michael Lentz). An diesem Abend schöpft Kraus aus dem reichen Fundus antiker Trauerkultur und moderner Plansprachen.

James Noël (geb. 1978 in Hinche, Haiti) gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Haitis. Er betreibt poetische Erregung als oberste Form von Engagement. Seine Gedichte stecken voller wuchtiger Bilder: Die Sonne hat ein Höllenherz, der Himmel ist eine bemalte Hülle, das Meer der beste aller Filme. Noël bedichtet damit die „Migration der Mauern“: Fluchtbewegungen zwischen Ruinen und Grenzwällen.

M. NourbeSe Philip (geb. 1947 in Moriah, Trinidad und Tobago) liest aus Zong! (Wesleyan University Press 2008), einem herausragenden Werk der konzeptuellen Dichtung. Sie verfremdet einen juristischen Bericht aus dem 18. Jahrhundert über den Tod von 150 Afrikanern auf einem Sklavenschiff. Der historische Text löst sich auf und wird zu einer Stimmen-Kakophonie.

Sergio Raimondi (geb. 1968 in Bahía Blanca, Argentinien) ist der Dichter der globalisierten Welt schlechthin und ihr radikaler Kritiker. Raimondi vermag es, in nur wenigen Versen die Grundsatzfragen der politischen Ökonomie auf eine Scheibe Kastenbrot herunterzubrechen. Seine Dichtkunst ist wie ein „Muskel, der abstrahieren kann“.

Die dichterischen Wurzeln von Charlotte Van den Broeck liegen im Spoken Word. Sie ist eine grandiose Performerin. Mit ihren beiden Gedichtbänden wurde sie in ihrem Land zu einem Shootingstar. Van den Broeckerzählt von familiären häuslichen Szenen, von Dingen, die über die Ränder fallen, von Nachmittagen in Relieflettern, mit einer „Leichtigkeit, die sich sträubt. Als sei alles nur eine Murmelbahn“.

Jan Wagner (geb. 1971 in Hamburg) verschmilzt höchste Formbeherrschung mit überraschenden poetischen Wendungen, ohne je traditionalistisch zu sein. Als erster Lyriker erhielt er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse. Er verhilft dem Rettich zum Auftritt im Gedicht, wie auch Mücken als Sphinxleibern und einem Biker in der Weite Montanas.
Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep

Außerdem finden Poesiegespräche mit Sergio Raimondi, Yasuki Fukushima, M. NourbeSe Philip, Mila Haugová und James Noël statt.

18. poesiefestival berlin

Das Haus für Poesie präsentiert auf dem 18. poesiefestival berlin: Europa_ Fata Morgana vom 16. bis zum 24. Juni 2017 rund 170 Dichterinnen und Dichter auf den Bühnen der Akademie der Künste sowie in verschiedenen Stadtteilen. Die Marathonlesung mit dem Schweizer Dichter Franz Dodel, Poets` Corner in den Berliner Bezirken sowie der große Lyrikmarkt zum Abschluss des Festivals stehen bei freiem Eintritt allen Besucherinnen und Besuchern offen.

Marathonlesung „Nicht bei Trost”

Der Schweizer Dichter Franz Dodel liest auf dem 18. poesiefestival berlin gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern acht Tage lang aus seinem Langpoem „Nicht bei Trost“. Der sich immer weiter spinnende, aus Haikus bestehende Text umfasst derzeit mehr als 32.700 Zeilen. Ob mit Bühnenerfahrung oder ohne –  alle sind aufgerufen, dem Gedicht auf der Terrasse der Akademie der Künste am Hanseatenweg für einen Ausschnitt die eigene Stimme zu leihen. Als Dankeschön gibt es eine Freikarte für eine Festivalveranstaltung nach Wahl.

Anmeldung unter: marathonlesung@haus-fuer-poesie.org

Poets’ Corner

In Berlin lebende Dichterinnen und Dichter lesen im Rahmen des 18. poesiefestival berlin ihre Werke in Bibliotheken, Galerien und unter freiem Himmel in acht Bezirken. Bei freiem Eintritt können die Berliner im eigenen Kiez zeitgenössische Poesie entdecken – von dem Begegnungs- und Kulturzentrum NOVILLA in Treptow-Köpenick bis zum Vorplatz des Gotischen Hauses in der Spandauer Fußgängerzone.

Standorte: www.haus-fuer-poesie.org/poets-corner

Lyrikmarkt

Den Abschluss des 18. poesiefestival berlin bildet der Lyrikmarkt, auf dem mehr als 40 Verlage und Buchhandlungen zum Schmökern einladen. Begleitet wird der Markt von Kinderprogrammen, Konzerten und Lesungen. Neben dem Festivalthema Europa wird ein besonderes Augenmerk auf Dresden gelegt. Auf einer Open-Air-Bühne zeigen Künstlerinnen und Künstler, dass die sächsische Hauptstadt eine strahlende poetische, vielfältige und multikulturelle Seite hat. Auf dem Programm stehen Bas Böttcher und Tanasgol Sabbagh mit dem Erich Kästner Rapslam, Störaktionen durch das Lyrikkollektiv G13, ein Syrischer Frauenchor, Trickfilmworkshops für Kinder und vieles mehr. Im Buchengarten präsentieren 25 Dichterinnen und Dichter die große Bandbreite deutscher und internationaler Gegenwartslyrik – unter ihnen sind der Mitbegründer der arabischen Moderne, Abbas Beydoun aus dem Libanon, Huchel-Preisträgerin Orsolya Kalász und der isländische Dichter Sjón, der für seine Texte für Björk bekannt ist. Sven Ratzke, ein Homme Fatal der Chanson- und Kleinkunstszene, gibt das große Abschlusskonzert.

18. poesiefestival berlin: Europa_ Fata Morgana

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Das poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Es wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und das Auswärtige Amt.

Das 18. poesiefestival berlin / James Noël

Das 18. poesiefestival berlin: Europa_ Fata Morgana startete am 16. Juni 2017. Das Haus für Poesie erwartet rund 170 Dichterinnen und Dichter sowie Künstlerinnen und Künstler aus 42 Ländern. Wunsch, Fata Morgana oder Realität – die Europäische Union ist ins Wanken geraten und mit ihr europäische Werte wie Meinungs- und Kunstfreiheit, Vielfalt und Demokratie. Das neuntägige Festival präsentiert Innen- und Außenansichten auf die EU und Europa in poetischer Auseinandersetzung – in Lesungen, Konzerten, Performances und Ausstellungen in der Akademie der Künste. Zu den Höhepunkten gehören der große Auftakt mit Weltklang, einem Konzert aus Stimmen und Sprachen, drei D poesie mit mehreren Produktionen zwischen Text, Musik und Tanz sowie Auf ein Wort, Europa, das 22 internationale Dichterstimmen zu einer vielsprachigen Installation versammelt.

James Noël (geb. 1978 in Hinche, Haïti) ist Dichter, Sänger und auf der Bühne ein Ereignis. Er betreibt poetische Erregung als oberste Form von Engagement. Mit über einem Dutzend Buchveröffentlichungen gilt Noël als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Haïtis.

Seine Gedichte stecken voll wuchtiger Bilder: Die Sonne hat ein Höllenherz, das Meer ist der beste aller Filme, und das Leben wird „an die Masten genagelt / mit den dicken Tentakelkabeln / der Dunkelheit“. Er schreibt, um „seinen Körper zu befreien von all den Worten, um, leichter als Papier, in Zeit und Geschichte voranzuschreiten“, sagt Noël.

In seinem monumentalen Work-in-progress „Die Migration der Mauern“ überblendet Noël Politik und Metaphorik, Fluchtbewegungen mit dem Wegbrechen gesicherter Fundamente in der flüssigen Moderne und dem Errichten neuer Mauern. Es ist ein politisch und poetisch hoch aktuelles Werk.

Noëls Texte wurden musikalisch verarbeitet, unter anderem von Wooly Saint-Jean, James Germain, Robenson Auguste und Tamara Suffren. Sie wurden von Pierre Brisson und dem bekannten Sänger und Entertainer Arthur H. in einer Show mit dem Titel „L’Or Noir“ (Schwarzes Gold) aufgeführt. Noël hat außerdem eine Anthologie mit Gegenwartslyrik aus Haïti herausgegeben, die 73 aktuelle Dichterinnen und Dichter versammelt. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen war James Noël Stipendiat in der Villa Medici in Rom. James Noël lebt in Port-au-Prince.

Via Lewandowsky Fotoserie ›House Calls‹

Diese Kamerabilder hat ein Agent des Realen aufgenommen, und ein Agent des Irrealen hat sie anschließend beschriftet. Am Kreuzungspunkt ihrer Wahrnehmungen ist etwas Drittes entstanden, das die Spione im eigenen Auftrag in einem Akt der Eingebung PHOTOPROSA nannten. Zwei Kundschafter im Außendienst, die sich seit Jahren regelmäßig treffen und ihre Rechercheergebnisse auswerten. Bilder von fernen und nahen Schauplätzen sind es, Via Lewandowsky hat sie im Auftrag seiner Privatdetektei auf verschiedenen, zum Teil auch gemeinsamen Künstlerreisen der letzten Jahre angefertigt und seinem Kompagnon Durs Grünbein später zur Auswertung überlassen. Worauf dieser sie, ausreichend informiert über die Umstände und Anlässe, mit Kommentaren versah. Entstanden ist so ein Atlas der unmöglichen Orte, ein Dossier aus Bilddokumenten und handschriftlichen Texten […]. Aus ihnen wird ein Bewegungsmuster erkennbar, Spuren werden gelegt und gefunden, ein Narrativ zeichnet sich ab.

Bereits 1988 schworen sich Durs Grünbein und Via Lewandowsky in der gemeinsamen Heimatstadt Dresden unbedingte künstlerische Treue. Sie veröffentlichten unter dem Titel ›Ghetto-Hochzeit‹ Texte und Zeichnungen im Ursus Press Verlag von Christoph Tannert. Seitdem gingen regelmäßig Ideen im Spannungsfeld von Sprache und Bild zwischen ihnen hin und her, die Funken wurden zur Grundlage sehr unterschiedlicher Projekte. Prinzip war immer die gegenseitige Überraschung in einem Klima drohender Langeweile, gesellschaftlicher Konditionierung und Überwachung, damals im Osten, anders heute im Westen. (Text : Via Lewandowsky und Durs Grünbein)

Neben Soundobjekten von Via Lewandowsky steht die fortlaufende Fotoserie ›House Calls‹, eine Gemeinschaftsarbeit von Via Lewandowsky und Durs Grünbein im Mittelpunkt der Präsentation.

 

Die Heidelberger Literaturtage im Aufbruch finden vom 21. bis 25. Juni im Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz Heidelberg statt.

Via Lewandowsky (* 1963, Dresden) studierte von 1982 bis 1987 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zwischen 1985 und 1989 veranstaltete er dort mit der Avantgardegruppe der ›Autoperforationsartisten‹ subversive Performances, die den offiziellen Kunstbetrieb der DDR unterliefen. 1989 verließ er kurz vor der Wende die DDR und zog nach Westberlin. Er reist viel und hatte diverse längere Aufenthalte im Ausland u. a. in New York, in Rom, in Peking und in Kanada. Er lebt in Berlin.

Durs Grünbein (* 1962, Dresden) lebt seit 1986 nach kurzzeitigem Studium als Dichter, Übersetzer und Essayist in Berlin. Er war Gast des German Department der New York University und der Villa Aurora in Los Angeles. Für sein Werk erhielt er mehrere Preise, darunter den Peter-Huchel-Preis 1995, den Georg-Büchner-Preis 1995, den Literaturpreis der Osterfestspiele Salzburg 2000, den Friedrich Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt 2004 und den Berliner Literaturpreis 2006 der Preußischen Seehandlungverbunden mit der Heiner-Müller-Professur 2006.

Natalie Czech  you see// but // you say

Im Werk der Fotokünstlerin Natalie Czech geht es auf charakteristische Weise um das Verhältnis von Bild, Bildgegenstand und Text. In umfangreichen Werkgruppen arbeitet sie an Formen einer konzeptuellen Verflechtung dieser unterschiedlichen Darstellungsebenen. Sie verbindet Stilmittel klassischer Objektfotografie mit verschiedenen, vorwiegend literarischen Textformaten. So lassen sich ihre Werke als visuelle Gedichte verstehen, denn sie interpretieren ihr poetisches Ausgangsmaterial weiter – seien es Gedichte verschiedener Autoren oder digitale Bildzeichen, sogenannte Icons, wie in ihrer neuesten Werkgruppe. Czechs Arbeit fächert die Textualität solcher Elemente in neue, pluralisierende Lesarten auf. Dabei verfolgt sie eine auf den ersten Blick paradoxe Unternehmung, nämlich die, ›mit Fotografie zu schreiben‹.

Ihre neueste Werkgruppe trägt den Titel ›to icon‹, und er birgt einen entscheidenden Deutungshinweis, macht er doch das Substantiv ›Icon‹ zum Verb, generiert ein aufs Lesen von Bildern bezogenes Kunstwort. Genau das geschieht in den neuen Fotoarbeiten: Sie zeigen Piktogramme, visuelle Kommunikationskürzel im Zwischenraum von Bild und Text, die heutzutage für praktisch jeden Handy-, Tablet- oder Web-User zur alltäglichen Bildlektüre geworden sind – so vertraut, dass man sie kaum mehr wahrnimmt, sondern schlichtweg funktional benutzt. Czech stellt fest, dass die digitalen Symbole in verschiedenen Programmen teils unterschiedliche Verwendungen und Bedeutungen haben. So sammelt sie Begriffsfelder, die ein Icon abdeckt, und inszeniert das semantische Feld in einem Foto. Dafür fotografiert sie etwa Kleidungsstücke und Accessoires im Stil von Mode- und Produktfotografie, liest die Form eines Icons in Umrisse, Falten oder Nähte der Objekte hinein – und appliziert sie jeweils als farbigen Kunststoffguss direkt aufs Foto.

Zum Beispiel in ›Pen /PR Shirt‹ (2016): Eine Designerbluse mit kleinteilig-opulentem Blumenmuster liegt bildfüllend locker drapiert mit angewinkelten Armen auf schwarzem Stoff. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man im unteren Bildteil auf der Innenseite des linken Ärmels das Symbol eines stilisierten Stifts. Die länglich-rechteckige Form, am unteren Ende mit einem kleinen Dreieck, oben mit einem Quadrat versehen, kommt in verschiedenen Apps und Textprogrammen vor – und ist hier außerdem mit dem Nahtmuster der Manschette deckungsgleich, mit der sich der Ärmel aufknöpfen lässt. Da Bedeutung und Gebrauch eines Icons in den verschiedenen digitalen Anwendungen variiert, fügt Czech in ›to icon‹ den fotografierten Objekten, wie bei Waren üblich, eine Art Produktlabel hinzu. Darauf gibt sie akribisch die Bedeutungsvarianten und die jeweilige Referenzsoftware wieder. So kommt etwa das Symbol ›Pen‹ aus diesem Bild unter anderem in ›PicsArt Photo for Windows 8.1‹, ›TripAdvisor IOS 14.6‹, ›Pinterest © 2016‹, ›Google Translate © 2015‹ und anderen vor. Insgesamt notiert Czech hier acht Bedeutungsvarianten und Quellen. Auf dem Label zusammengeführt, liest sich die Aufzählung einzelner Funktionsbezeichnungen plötzlich assoziativ und frei wie ein poetischer Text: ›Draw / Drafts / Draft Reviews / Write a Review / Update Info / Edit / Text // Wrong?‹.

Czech (er) findet auf dem Weg solcher Manöver vielfach gestaffelter Rekontextualisierung und Rückübersetzung eine ganz eigene Art von Poesie. Sie knüpft auf freiere Weise an frühere Werkgruppen und deren Verflechtung von Bild und Poesie an, wie etwa bei den mehrteilig angelegten ›Poems by Repetition‹. Dort entfaltet Czech je ein Gedicht ausgewählter Autoren innerhalb eines wiederholt fotografierten Motivs. Die Fotografie, selbst ein Reproduktionsmedium, konstituiert Textproduktion dadurch ausdrücklich mit – auch dies eine Weise, mit Fotografie zu schreiben. Sie verwendet dabei oft Gedichte, die mit Stilmitteln der Repetition experimentieren. So sind diese Werke letztlich Sprachbilder im doppelten Sinne: Literarisch lassen sie sich als Konkrete Poesie oder experimentelle Dichtung lesen, bildbezogen aber ebenfalls als konzeptuelle Objektfotografie auffassen. Czech operiert dabei bewusst mit einer Ambivalenz, die schon in ihren literarischen Quellen angelegt und eines ihrer zentralen Themen ist, dass nämlich Text in sich bereits ein (literarisches) Bild und, ganz buchstäblich, stets auch Schriftbild ist. (Text: Jens Asthoff)

Natalie Czech (* 1976) lebt und arbeitet in Berlin. Ausstellungen u. a. im CRAC Alsace Altkirch, MOMA New York, Palais de Tokyo Paris, Fotomuseum Winterthur, Kunsthalle Wien, Hamburger Bahnhof Berlin, Kunstverein in Hamburg, Braunschweig, Langenhagen. Arbeiten u. a. in den Sammlungen des MOMA New York, Pinakothek der Moderne München, Fotomuseum Winterthur.

IMAN REZAI: I AM E-W­ASTE

Der für seine drasti­schen Arbeiten bekan­nte Künstler Iman Re­zai geht mit I AM E-­WASTE Thema von glob­aler Relevanz an. Un­ter dem Deckmantel des Recyclings verlas­sen jährlich 50 Mill­ionen Tonnen Elektro­schrott die Industri­estaaten und werden illegal an Endlager in Asien und Afrika deponiert, wo sie Me­nschen und Umwelt ve­rgiften. Diese Route macht der Künstler nun bekannt.

Rezai reist für I AM E-WASTE zu Orten, an denen die Abfallpr­odukte der technolog­isierten Konsumgesel­lschaft enden. Vor Ort entsteht eine mul­timediale Werksreihe, deren Ergebnis fern von üblichen Dokum­entationen liegen.
In der Konzeption der dreidimensionalen Arbeiten schafft Iman Rezai eine Verbind­ung zwischen den Urs­prungsländern und den E-Waste Deponien. Er füllt wiederversc­hließbare Glasflasch­en mit E-Waste von den Deponien, fügt re­flektierendes Glitze­rfragmente und das I AM E-WASTE Logo hin­zu. Diese Flaschenp­ost mit dem Namen „E­-MAIL“ schickt er auf eine Reise zurück an den Ort der Entst­ehung des E-Wastes.
Iman Rezai nutzt die subversive Kraft der Kunst zur Anregung individueller Momen­te der Reflektion. Die Vielfalt der verw­endeten Medien ermög­licht dem Betrachter eine modulare Ersch­ließung des komplexen Themas. Die fotogr­afischen und filmisc­hen Arbeiten liegen im Spannungsfeld von Umweltaktivismus und investigativem Jou­rnalismus. Die impul­sive Rezeption des Gesehenen schafft eine Entgrenzung von Ob­jektivität und Subje­ktivität und wirkt so konträr üblicher Sehgewohnheiten.

Getragen wird das Pr­ojekt über die Crowd­funding-Plattform Ki­ckstarter. Die Kampa­gne ging heute onlin­e. Sammler können hi­erüber Objekte der Werksarbeit vorab erw­erben und sich den Zugang zur filmischen Dokumentation der investigativen Reise sichern.

Zur Kickstarter-Kamp­agne: https://www.kickstarter.com/projects/668­289538/i-am-e-waste

ÜBER IMAN REZAI

Der deutsch-iranische Künstler Iman Rezai thematisiert in se­inen Arbeiten stets gesamtgesellschaftli­che Probleme, welche sich für ihn oft in Doppelmoral manifes­tieren. Die Provokat­ion hat er noch nie gescheut. Schon als Student polarisierte er international mit seiner partizipati­ven Performance Die Guillotine. Hier wur­de online über die Hinrichtung eines Sch­afs mittels einer ri­esigen selbstgebauten Guillotine abgesti­mmt. Der öffentliche Aufschrei war enorm. Das Leben eines Sc­hafes polarisiert, während es sich oft so bequem wegschauen lässt, wenn durch un­ser Handeln das Leben anderer Menschen aktiv verkürzt wird.

The Magic Oil von Jorgos Katsaros

Jorgos Katsaros, der gebürtiger Stuttgarter mit griechischen Wurzeln, ist Zauberkünstler, Comedian, Moderator, Musiker und Schauspieler.

Und er produziert seit Kurzem sein eigenes griechisches Olivenöl der Marke KATSAROS.Angefangen mit der Zauberei hat Jorgos Katsaros schon im Alter von acht Jahren indem er seinen größeren Bruder für die ersten Tricks mit Münzen und Karten den Zauberkasten abschwatzte. Der Vater, ein Bibliothekar, versorgt ihn mit Fachliteratur und seine Mutter nähte ihm die geheimen Taschen in sein Kostüm. Sie war auch sein erstes „Testobjekt“, wenn es um neue Tricks ging. Es folgen erste Auftritte bei Schulfesten und Familienfeiern.

Mit 15 wurde er Mitglied beim rennomierten Magischen Zirkel von Deutschland und entwickelt dort seine Wettbewerbsdarbietung „Lupenreine Illusionen“, bei der sich alles um ein magisches Vergrößerungsglas dreht. 1999 gewinnt er mit dieser Nummer den Grand Prix von Brüssel und wird außerdem Deutscher Vizemeister der Manipulation.

Im Jahr 2000 überreicht ihm Prinzessin Stephanie beim Zauberfestival „Monte Carlo Magic Stars“ den Silbernen Zauberstab von Monaco. Es folgen Bühnen- und TV-Auftritte in ganz Europa, in den USA, in Kanada und China. Im Jahr 2009 gewinnt er die Goldmedaille beim Zauberfestival in Shanghai.

Mittlerweile ist Jorgos Katsaros ein gefragter Moderator in Varietés und Dinnershows und wird für Galas, Firmenevents und Werbefilme gebucht.

The Magic Oil

Eine der beliebtesten Nummern aus seinem vielfältigen Repertoire ist die magische Flaschenvermehrung. Und bei Jorgos passiert das nicht, wie üblich, mit Weinflaschen, sondern mit KATSAROS-Olivenöl – The Magic Oil.

Wenn er dann nach einer Show im Foyer mit den Zuschauern redet und dabei auf sein Öl zu sprechen kommt, denken viele, das wäre nur ein Gag. Umso mehr sind sie dann ein zweites Mal verblüfft. Diesmal aber nicht wegen der Illusionen und Zaubernummern, sondern weil es dieses Olivenöl wirklich gibt. Und davon reichlich, da Jorgos ja anscheinend jeden Abend auf der Bühne diese griechische Spezialität herbei zaubert.

Crossover Marketing könnte man so etwas nennen. Wenn sich Show und Realität überschneiden.

In Wirklichkeit steckt aber keine Magie, sondern viel Leidenschaft dahinter, um dieses exklusive Olivenöl in die deutschen Küchen zu zaubern.

Schon immer brachte er für Freunde und Bekannte sein Öl mit nach Deutschland, welches von den familieneigenen Bäumen aus dem Heimatdorf seines Vaters stammt. Weil die Nachfrage nach seinem Spitzenöl immer größer wird, entschließt er sich 2015 seine eigene Firma zu gründen, um diese seltene und rare Olivenölsorte „Athinoliá“ für alle Feinschmecker zugänglich zu machen.

Seinem Traumberuf, der Zauberei, ist Jorgos Katsaros aber treu geblieben. Und gerne garniert er seine Shows mit Anekdoten aus Griechenland. So muss man, seiner Meinung nach, den Griechen dankbar sein für all die griechischen Mathematiker wie Pythagoras oder Archimedes. Denn ohne sie wüssten wir ja gar nicht, wie viel Schulden Griechenland hat.

Die fantastische Mischung aus Schwabe und Grieche birgt aber auch ein Problem: Die einen wollen sparen, die anderen müssen.

Magische Musik

Nicht nur kabarettistische Einlagen baut Jorgos in seine Shows ein, auch musikalisch hat das Multitalent einiges zu bieten: Denn Jorgos Katsaros ist auch ein ausgezeichneter Geigenspieler.

Ab dem Alter von sieben Jahren bekommt er Violinenunterricht und heute ist er darüber sehr froh, die Musik in seine Vorführungen einbauen zu können. Er begleitet Artisten und Sängerinnen in Dinnershows und Varietés live auf der Bühne und lässt währenddessen noch Spielkarten an seinen Fingern erscheinen. Und wenn dann erwachsenen Zuschauer wieder zu Kindern werden und sich verzaubern lassen, ist der griechische Schwabe Jorgos Katsaros glücklich.

Exposition de l'artiste Moa Daliendog en Bourgogne à la propriété Coudurier-Jung

Du Jeudi 22 juin, date du vernissage, au 20 juillet 2017 se déroulera à Beaune l’exposition Ca$h Ca$h de l’artiste bordelais Moa Daliendog.

Cette exposition se déroulera à la propriété viticole Coudurier- Jung (propriétaires et négociants) au coeur de Beaune, dans le caveau familial, une merveille du XVIème siècle en pierre naturelle magnifiquement restaurée.Une initiative originale pour découvrir le surprenant travail de l’artiste ainsi que les vins de la propriété, une dégustation sera en effet proposée au cours du vernissage.

Moa Daliendog est un artiste plasticien français né en 1980 à Libourne. C’est à partir de la fin des années 1990  qu’il se forme aux arts plastiques en cadre scolaire et universitaire. Plus tard, il organisera des expositions collectives au sein de l’association Pilgrimage dont il est l’un des membres fondateurs.

C’est en  2013 qu’il commence son travail sur la série CA$H-CA$H et collabore avec l’artiste Auguste. Aujourd’hui il  perfectionne et développe sa série CA$H-CA$H, offrant aux sujets qu’il représente une aura magique et envoûtante, aux couleurs vives et aux nombreux effets de matière distinguant son travail  par ces particularités originales qui lui confèrent une identité singulière.

Cette série est le fruit de nombreuses années de travail consacrées à la photographie de portraits, à l’utilisation de son scanner et de son imprimante, ainsi qu’à peaufiner sa technique de finition et qu’il a malicieusement nommée « MÉLATAPATAPEINTURE».

À travers cette série de portraits, il cristallise ses modèles au sein d’un univers coloré empli d’effets de matière, les inscrivant ainsi dans une forme de moment d’éternité. Ses textures sont réalisées à l’aide d’un scanner, il scanne les emballages de nos produits de consommations courants, les sacs que nous utilisons au supermarché, ou bien de l’aluminium ou du cellophane froissé, ou des vêtements…

C’est un savant mélange de numérique, un excellent dosage de talent, et sa finition unique « MÉLATAPATAPEINTURE »qui donnent aux œuvres de Moa Daliendog un rendu proche de la peinture. Cette technique numérique produit discrètement du geste qui se dégage, une aura en infusion. L’artiste imprime lui-même ses travaux à l’aide de son imprimante, les œuvres sont composées de 12, 20 ou 30 pages de papier photo A4 (21/29,7 cm).

Il recouvre en guise de finition ses travaux avec de la résine époxy à l’intérieur de laquelle il insère des paillettes brillantes, de l’étain et des éclats phosphorescents. Pour vous parler du travail de l’artiste nous pouvons citer la critique d’Anna Piergentili dans Stile Arte :

« Les compositions de l’artiste français Moa Daliendog sont éthérées, sous le profil d’une vibration intense de la matière, aux couleurs intenses et vives. Avec sa grâce ravissante, Moa immortalise les déesses d’Hollywood en termes postwarholiens, qui mettent en lumière une attitude non affadie sur ce maître des icônes du vingtième siècle. Une opération loin d’être aisée et pourtant parfaitement réussie du point de vue de la réinvention d’un module.

Il apprécie de mettre en valeur les vedettes ayant marqué l’histoire, étant devenues des légendes et appartenant désormais aujourd’hui à notre imaginaire collectif, telles que Madonna, Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, sans pour autant dédaigner les nouvelles célébrités du ‘tapis rouge’. Parmi ses œuvres apparaissent aussi les impérissables Uma Thurman et Claudia Schiffer, Paris Hilton et même la reine de « Wrecking Ball », la très sulfureuse Miley Cyrus.

L’artiste, partant des portraits photographiques des stars les plus célèbres, tresse une trame chromatique vraiment singulière. Il est un génie dans l’utilisation des textures, sur lesquelles se posent des lumières romantiques et des ombres exquises de dentelles qui enrichissent les images.

Son art délicieusement éclectique surprend par son adresse dans l’utilisation équilibrée des teintes pastel, une touche naturaliste qui confère une aura magique particulière aux femmes splendides qu’il représente, comme si elles étaient des fleurs bariolées prises au piège dans une dimension surréaliste. Une réinterprétation sans précédent de la polychromie « à plat » du père du Pop Art, Andy Warhol ».

Amateurs de beaux arts et amoureux du bon vin, nous vous donnons donc rendez-vous le 22 juin à partir de 18h pour un délicieux moment  de convivialité.

Informations pratiques:

Adresse: la propriété Coudurier-Jung est située au 19, Rue du Faubourg Bretonnière 21 200 Beaune

www.coudurierjung.com

Retrouvez également les œuvres de Moa Daliendog actuellement en vente au concept-store

Tata Roberta – 19 place Saint- Georges – 31 000 Toulouse

Symbole , Spuren , Zeichen , Codes – ein QUADROLOG

Vier Künstlerinnen, vier Ansätze, eine Ausstellung. Das Thema Symbole – Spuren – Zeichen – Codes wird sehr unterschiedlich aufgefasst:

Christiane B. Bethkes Bodeninstallation „Blind Date“ transformiert die Brailleschrift. Eine über den Tastsinn wahrnehmbare, abstrakte Codierung wird visuell erfahrbar. Die Betrachter sind aufgefordert, die Botschaft für den eigenen „Innenraum“  zu übersetzen.

Chris Firchow zeigt aus der Chinesischen Tradition kommend Zustandsbilder aus dem I Ging. Es sind Formen, die Zustände umreißen oder darstellen. Die Grundlage für die von ihr entwickelten Werke  bildet das wahrscheinlich älteste Buch der Welt: Das Buch der Wandlungen – das I Ging.

Karolin Hägele hat in ihren neusten Arbeiten den Berg zum Thema, den Berg als Symbol der ursprünglichen Kraft der ungebändigten Natur, aber auch der Verbundenheit mit ihrer Heimat.  Transparenz, Vielschichtigkeit und Fließenlassen  prägen ihre Malerei, die sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegt.

Katja Krouppas „Vor allem ihre Stilleben haben die große Ruhe von geglückten Kompositionen. Ein vorsichtiger, betont menschlicher Klang geht von ihnen aus, der uns in seiner Klarheit sofort auffällt, seltsam vertraut und doch fremd“ -Klaus Fußmann über ihre Stillleben.

Die Künstlerinnen aus Köln, Berlin, St. Petersburg und Ravensburg  treten über ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze in einen „Quadrolog“ und begreifen die Ausstellung als Ausdruck und Möglichkeit der Verständigung.

Im Rahmen der Ausstellung wird es zwei Lesungen geben, von Alexandra Linett am 06.07. um 19 Uhr und von Petra Lohan am 30. 07. um 17 Uhr.

Symbole , Spuren , Zeichen , Codes – ein QUADROLOG

Ausstellung in der Galerie am Nöldnerplatz,

Lückstr. 72/73, 10317 Berlin

26.06.  – 30.07.2017, Vernissage am 24.06. um 17 Uhr

Gregor Gysi / Anna Thalbach / Max Moor lesen „Marx und Engels intim – aus dem unzensierten Briefwechsel“

Eine Lesung aus den persönlichen Briefen und Texten der berühmtesten Philosophen der Welt: Karl Marx und Friedrich Engels. Diese privaten Briefe dieser beiden Männer sind so unerwartet deftig, dass man sie unbedingt vorlesen muss.

Nach dem Tode von Marx erbte Engels alle seine schriftlichen Unterlagen. Nach Engels´ Tod wiederum ging alles in das Eigentum der SPD über, die Marx´ Nachlass aber so nachlässig verwaltete, dass einige seiner Aufzeichnungen einfach verloren gingen.

Einer der Menschen, die sich daran machten, alle Dokumente der beiden wieder zu einer kompletten Sammlung zusammenzutragen, war ein Mann namens Dawid Rjasanow, der Leiter des Moskauer Marx-Engels-Instituts war. Herr Rjasanow sammelte einfach alles. Auch die Briefe, aus denen diese Lesung besteht. Das machte ihn in den Augen der sowjetischen Führung so verdächtig, dass man ihn 1938 vorsichtshalber erschießen ließ. Man kann ja nie wissen bei so neugierigen Leuten!

Es wird vorgelesen, was teilweise nie für die Öffentlichkeit bestimmt war! Und Sie werden fürs Zuhören bestimmt nicht erschossen! Versprochen!

Dr. Gregor Gysi, Jahrgang 1948, prägte wie wenige andere Politiker der vergangenen Jahre die politische Debatte in Deutschland. Als Rechtsanwalt vertrat er u. a. Robert Havemann, Rudolf Bahro und Bärbel Bohley. Er war der letzte Parteivorsitzende der SED und der erste der PDS. Von 1990 bis 2002 und wieder seit 2005 ist Gysi Mitglied des Deutschen Bundestages gewesen. Mit seinen Reden fasziniert er bis heute selbst seine politischen Gegner. Als Fraktionsvorsitzender führte er die Partei Die Linke zehn Jahre lang, bis er im Herbst 2015 von der Bundesfraktions-Spitze abtrat. Im Dezember 2016 wurde er zum Präsidenten der Europäischen Linken gewählt.

Max Moor ist gebürtige Schweizer und studierte an der Zürcher Schauspiel-Akademie und arbeitete als Film- und Theaterschauspieler. Seine über 25-jährige Karriere als Reporter und Moderator beginnt bei kunst-stücke im ORF. Mit dem Grimme-Preis-nominierten CANALE GRANDE auf VOX wird er in Deutschland bekannt. Für 3sat moderierte er ab 2005 das Magazin KULTURZEIT. 2007 übernimmt er die ARD-Kultursendung ttt – titel, thesen, temperamente. Darüber hinaus präsentiert er die regelmäßigen Gesprächsreihen BERNER REDEN und MAX MOOR & DIE KUNST – FÜR ALLES UND JEDEN? in Bonn.

Anna Thalbach gehört zu den großen Charakter-Darstellerinnen des deutschen Films und Fernsehens. In TV-Kultserien wie „Tatort“ oder herausragenden Kinoproduktionen wie „Friedrich – Ein deutscher König“ begeisterte die Schauspielerin ein Millionen-Publikum. Anna Thalbach ist eine der versiertesten und besten Hörbuchinterpretinnen, die auch durch ihre Live-Lesungen begeistert.

Donnerstag, 29. Juni 2017– 20:00 Literatur LIVE im PRATER

Veranstaltungsort

PRATER

Kastanienallee 7-9

10435 Berlin

Karten-Tel. 55 77 52 52

besucherservice@parkaue.de

Christian Brückner liest Roger Willemsen „Wer wir waren“

Christian Brückner hat den letzten Text von Roger Willemsen als Hörbuch eingesprochen und liest nun live im Prater

„Woher nehmen wir nur all unser Nichtwissen?“

Im Sommer vor seinem Tod arbeitete Roger Willemsen an einem neuen Buch: „Wer wir waren“ sollte es heißen. Er sah sich unsere Gegenwart an, als wäre er schon viele Jahre weiter in die Zukunft gereist: Was machen wir gerade mit dieser Welt und unserem Leben? Warum machen wir das? Und warum machen wir es nicht anders, obwohl wir wissen, dass wir so in die Katastrophe schlittern? Roger Willemsen arbeitete an diesem Buch mit großer Entschiedenheit und Leidenschaft.

„Wer wir waren“ sollte im Herbst 2016 erscheinen, aber Roger Willemsen hörte auf zu schreiben, als er von seiner Krankheit erfuhr. Er trat auch nicht mehr auf. Kurz vorher hatte er im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eine Rede von mitreißendem Furor gehalten, in der er den Kern von „Wer wir waren“ formuliert hat. Sie war für ihn von großer Bedeutung und ist es für uns umso mehr: Es war sein letzter Auftritt, es ist sein letzter Text.

Uns haben viele Briefe erreicht, in denen Roger Willemsens Leserinnen und Leser fragen, ob wir wissen, was er zu den politischen und sozialen Entwicklungen unserer Tage gesagt hätte. Diese Rede gibt darauf Antworten. Auch deswegen haben wir uns entschlossen, sie zu veröffentlichen. Ihr Aufruf, sich nicht einverstanden zu erklären, lässt uns alle spüren, wen wir verloren haben. Und was wir ihm und uns schuldig sind. Jörg Bong. Verlegerischer Geschäftsführer S. Fischer Verlag. Frankfurt, 2016

Der gleichzeitig coole, warme und raumgreifender Sound von Christian Brückner ist durch Filme, Hörfunk, Lesungen, Hörbücher und als Synchronstimme ( Robert de Niro, Harvey Keitel, Martin Sheen, Peter Fonda etc.) zur Legende geworden. Zusammen mit seiner Frau Waltraut gründete er den parlando (Hörbuch-)Verlag (www.parlando-verlag.de). Christian Brückner wird für seine Arbeit mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet und erhält mehrfach den Deutschen Hörbuchpreis, 2012, erstmalig als Auszeichnung für das Lebenswerk. Er ist Ehrenpreisträger der deutsche Schallplattenkritik 2016.

Veranstaltungsort

PRATER

Freitag, 30. Juni 2017– 20:00 Literatur LIVE im PRATER

Kastanienallee 7-9

10435 Berlin

Karten-Tel. 55 77 52 52

besucherservice@parkaue.de

Ucon Acrobatics

Im Frühjahr 2001 wurde die  erste Kollektion veröffentlicht mit der Vision eine Marke ins Leben zu rufen die sich durch Qualität, Innovation, Kreativität und eine Produktion unter fairen Bedingungen auszeichnet. Mit einer großen Leidenschaft für die Arbeit von talentierten Künstlern und der Design-Community arbeiteten sie an einzigartigen Kooperationen um ein kreatives und gesundes Umfeld für die Marke zu schaffen. Das Studio in Berlin-Friedrichshain, ein alter komplett umgebauter Kuhstall, liegt in einem Kiez wo Kunst, progressives Design, Architektur und Mode eine lange Tradition hat.

Die Produkte entstehen im berliner Studio aus der Inspiration der Stadt, den Ländern die sie bereiset haben und durch  Freunde und Bekannte. Den Anspruch an denen  sie an ihr Produktdesign haben spiegelt sich vor allem in Minimalismus, Innovation und Funktionalität wieder. Bei jeder neuen Entwicklung habe sie den Anspruch an sich selbst, ein perfektes Produkt zu kreieren. Diese sollen Spass machen, den Alltag erleichtern und gleichzeitig gut aussehen. Diese Erfahrung aus über 15 Jahren seit Gründung haben ihnen geholfen eine Marke zu schaffen auf die sie sehr stolz sind. Ucon Acrobatics richtet sich an eine neue Generation von kreativen Konsumenten, die unsere Vision von innovativen & funktionalen und gleichzeitig modernen, minimalistischen Produkten teilt. Ein ganz klarer Fokus auf das bestmögliche Produkt mit anspruchsvoller Fertigung und technischem Know-How haben sie dahin gebracht wo sie heute sind.

Die Bedeutung von Ucon Acrobatics

Das Leben in der Stadt haben wir mit grosser Begeisterung angenommen. Wir schätzen es sehr dort zu wohnen wo sich soviele unterschiedliche Kulturen treffen. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die der ein oder andere vielleicht im Vorbeigehen übersehen mag, uns aber immer wieder auf’s neue inspirieren. Die täglichen Herausforderungen sind für uns Abenteuer die wir leben, nicht Probleme die wir lösen. Wir wollen leicht durch’s Leben gehen, und jeden Tag unsere Ideen hinterfragen um uns ständig weiterzuentwickeln – ohne jemals and der Qualität oder an unseren Idealen Abstriche zu machen.
Ucon Acrobatics. Balance und Leichtigkeit im täglichen Leben.
Link: https://ucon-acrobatics.com/view-all-items/?firstload=20

All-White Everything at SEEK’S SUPER NATURAL POP-UP SHOP

Vom 4. bis 8. Juli 2017 bringt die SEEK zur Fashion Week einen Pop-up-Shop auf die Straße.

Die SEEK transformiert den Hotspot Fechtner Delikatessen – bekannt für ein umfassend gesundes Food-Angebot bestehend aus regionalen Produkten höchster Qualität – in ein Retail-Konzept. Fashion In- und Outsider finden hier zusammen, um zu inspirieren und sich inspirieren zu lassen. Die Berliner Torstraße, wo das erste Pop-up-Format der SEEK aufschlägt, ist ein Zentrum der Offenheit, Inspiration und Individualität.

Die SEEK als offizielle ‚voice of street culture’ begibt sich mitten hinein ins Leben.

Marke, Einkäufer, Presse, Konsumenten – die Grenzen verschwimmen von Saison zu Saison mehr. Als zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen des Handels präsentiert der Shop eine kuratierte Auswahl von Mode, Food und Lifestyle. Mehr noch: Der Einkauf wird zum Erlebnis, indem ein Konzept entsteht, an dem jeder teilhaben will, und das jeder teilen möchte.

Das Konzept Super Natural ist gleichermaßen das Dachthema der sechsten Ausgabe des SEEK Magazines. Im Pop-up-Shop werden ausschließlich weiße Produkte angeboten, in einem klaren und auf das Wesentliche reduzierten Umfeld. Am 3. Juli wird dann zum Launch der aktuellen Printausgabe in den Pop-up-Shop eingeladen.

Super Natural ist in Zusammenarbeit mit Daniel Padilla Werner (Brand & Retail Consultant/Buyer Denim & Urban bei der KaDeWe Group) entstanden.

Rudy Cremonini - The Club

The Club ist die driHe Einzelausstellung des in Bologna lebenden und arbeitenden Künstlers Rudy Cremonini (*1981 Bologna, Italien).
Rudy Cremonini erschaS mit seiner einzigarTgen Pinselführung, mit der er die Farben oW dick und cremig auf die Leinwand auWrägt, Bildwelten von poeTscher Intensität, die sich zwischen FiguraTon und AbstrakTon bewegen. Dabei nutzt der Künstler keinerlei Vorzeichnungen, sondern arbeitet direkt auf der Leinwand. Die MoTve in seinen Bildwelten sind Gegenstände (STllleben), Figuren (Porträts) oder Szenen aus seinem unmiHelbaren Umfeld. Neben der abstrakten Malweise sind es die überwiegend zarten, eher dunkleren Farben, die diesen MoTven eine hintergründige Tiefe und gewisse MysTk einverleiben. 
 Für die Ausstellung The Club hat sich Cremonini insbesondere mit dem Genre der Porträtmalerei auseinandergesetzt. Für ein Porträt, so der Künstler, brauche der Maler „viel Kontrolle und Respekt für die Person“ da es „voller KraW und Energie“ stecke. Schon kleinste Gesten – seien es leuchtend blaue Augen wie in Blue Wool, die stylische HerrenkeHe und das Unterhemd in If Your Life is oder die weiße Haube der Krankenschwester in The Nurse – können Rückschlüsse auf den Charakter der porträTerten Person zulassen, sie gar einer besTmmten (GesellschaWs-)Gruppe zuordnen. GleichzeiTg geht es Rudy Cremonini darum, das „Verwundbare“ im Subjekt für den Betrachter sichtbar zu machen, so wie mit der Arbeit The Club. Es zeigt die Nahansicht eines dunkelhäutigen Menschen. Lediglich die Augen und der Ansatz des Mundes sind eindeutig zu erkennen. Cremonini macht mit dieser Arbeit auf die aktuelle Situation vieler Flüchtlinge aufmerksam, die von Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt, nicht in den „Club“ aufgenommen werden.
Daneben werden wieder Arbeiten zum Thema der „Sicherheitszonen“ – oder Rückzugsorte – in der Ausstellung zu sehen sein, ein für Rudy Cremonini typisches Thema. So zeigt er uns in The New Bedroom ein junges Mädchen, das mit Kopeörern auf dem Boden ihres Zimmers sitzt und vollkommen von der Außenwelt abgeschirmt in ein Buch oder eine ZeitschriW verTeW zu sein scheint. Auch hier hat der Künstler, auf der Suche nach neuen MoTven, Details aus dieser Arbeit herauslöst und zu eigenständigen Bildwelten mit eigener Wirkung erweckt (Music, Indoor Plants und Ceramic Penguins). 
 Im März dieses Jahres feierte die Galerie mit dem Künstler dessen New Yorker Messedebüt auf der Volta NY überaus erfolgreich. Schon zuvor machte Cremonini durch zahlreiche Ausstellungen in Italien, Frankreich und Deutschland auf sich aufmerksam und gehört zu den aufstrebenden und vielversprechendsten jungen Künstlern der Galerie Thomas Fuchs.

SAVVY Funk

Im Rahmen des Radioprogramms Every Time A Ear di Soun präsentieren die documenta 14, Deutschlandfunk Kultur und SAVVY Contemporary SAVVY Funk, ein Radioprojekt und offenes Archiv in Form eines Lese- und Hörraums sowie eine Reihe von „Fußnoten“ der eingeladenen Künstler_innen.

SAVVY Funk geht am 16. Juni um Mitternacht auf Sendung und sendet bis zum 8. Juli auf UKW 103.0 MHz in Berlin, UKW 90.4 MHz in Kassel, SW 15560 kHz und auf documenta14.de.

Offene Galerie und Radiostudio vom 17. Juni bis 8. Juli täglich von 9–24 Uhr, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin

Eröffnungsparty 17. Juni, 18 Uhr, SAVVY Contemporary im silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

Live auf der Bühne: Adespotes Skyles, Satch Hoyt, AGF (Antye Greie-Ripatti) und Mista Wallizz

SAVVY Contemporary wird für 22 Tage zu einem Radiosender, der sich als offenes Studio und Plattform versteht und Audiomaterial und Hör-Inhalte live produziert und sendet. SAVVY Funk, ein 24/7-Radioprogramm und -Kunstwerk, ist ein Raum für Hörexperimente, neue Formen der Partizipation, Performativität und erkenntnistheoretische Vielfalt. Als Projekt mit einer breiten Palette von Praktiken und Sprachen, erkundet SAVVY Funk klangliche und auditive Phänomene – Stimme, Geräusch, Musik und Sprache – als Medien, um kontrahegemoniale Geschichten zu schreiben; reflektiert wird zudem, wie durch Klang psychische und physikalische Räume geschaffen und organisiert werden.

SAVVY Funk setzt auf die Kraft des Sounds und des Radios bei der Ausgestaltung von Wissen und Aktion. Inspiriert von Frantz Fanon und seiner Auffassung des Radios als Mittel des politischen Kampfs und des Widerstands sowie von Rudolf Arnheims Aufruf, ausdrücklich die Dichter „in die Funkstudios“ zu holen, hat das Projekt 18 Künstler_innen eingeladen, das Radioprogramm zu gestalten. Die Künstler_innen haben mit Studierenden der von Professor Nathalie Singer und Martin Hirsch geleiteten Klasse für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar Formen der Zusammenarbeit entwickelt.

Die Bauhaus-Universität Weimar stellt zudem ein offenes Archiv mit über zweihundert Gegenständen zur Verfügung, das von Singers Privatsammlung (darunter wichtige Buchpublikationen, Schallplatten und historische Objekte aus der Frühzeit des Sendebetriebs und des Hörspiels) bis zu dem digitalen Archiv für Radiokunst EXPA reicht, einem Projekt und einer Ausstellungsreihe der Bauhaus-Universität Weimar. Besucher_innen sind eingeladen, diese Sammlung von mehr als 7000 Audioarbeiten, die über ein Jahrhundert Radio- und Audiokunstgeschichte umfasst, zu durchstöbern und anzuhören. Am Klangarchiv für Audiokunst EXPA ist SAVVY.doc, die offene Bibliothek von SAVVY Contemporary mit seltenen Publikationen und Magazinen ebenso beteiligt wie Colonial Neighbours, SAVVY Contemporarys dauerhaftes radikales und partizipatives Archiv zur deutschen Kolonialgeschichte.

Zusätzlich zum Radioprogramm und dem Lese- und Hörraum stellt eine Reihe von „Fußnoten“ in Form von Kunstwerken, Dokumenten, Videoarbeiten und Hörstücken Überlegungen über die Macht des Hörens und die poetischen und politischen Dimensionen des Klangs an. Neben den Beiträgen der SAVVY Funk Künstler_innen präsentiert Rui Vilela seine Recherchen über das guinea-bissauische Rádio Libertação, welches 1967 während der kolonialen Besetzung durch Portugal gegründet wurde und eine wichtige Rolle spielt für die von Amílcar Cabral ins Leben gerufene afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und den Kapverden (PAIGC).

Diese Arbeiten, die sich über die Räume von SAVVY Contemporary verteilen, sind mit den Strukturen des Sendestudios durch eine von Igor Eskinja entworfene Raumintervention verknüpft. Besucher_innen des SAVVY Funk sind eingeladen, in dieses vielschichtige Forschungsmaterial einzutauchen, das Radio machen in vivo zu erleben und zugleich Akteure in einer „einfallsreichen Partnerschaft zwischen Ausübenden und Publikum zu werden“ (Seán Street, The Poetry of Radio: The Colour of Sound, New York: Routledge, 2012).

Teilnehmende Künstler_innen und Radiomacher_innen

AGF (Antye Greie-Ripatti), Leo Asemota, Gívan Belá, Alessandro Bosetti, Alberto de Campo, Igor Eskinja, Islands Songs (Silvia Ploner & Nicolas Perret), Tim Etchells, Abrie Fourie (Colonial Neighbours), Dani Gal and Achim Lengerer, Satch Hoyt, Felix Kubin, Brandon LaBelle and Anna Bromley , Missy Magazine (Gina D’Orio & Margarita Tsomou), Mobile Radio (Sara Washington & Knut Aufermann), Nástio Mosquito, Ahmet Öğüt, reboot.fm (Diana McCarty & Pit Schultz), Natascha Sadr, Haghighian and Nicholas Bussmann, Saout Radio (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali), Rui Vilela , Tito Valery, James Webb

SAVVY Funk Team

Programmverantwortliche und Kuratoren:

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Marcus Gammel, Elena Agudio

Koordinatoren:

Tina Klatte, Maximilian Netter

Kuratorische Assistentin:

Sol Izquierdo de la Viña

Management:

Lema Sikod

Management Assistentin:

Lynhan Balatbat

Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, Studiengang Kunst und Gestaltung:

Unter Leitung von Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch

Radiosendung:

Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Grit Lieder, Johann Mittmann, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch, Markus Westphal

Ausstellungsdesign und Archivrecherche:

Anna Rupp, Rosa Süß, Rafael Brasil Sabino, Alejandro Weyler. Aus dem EXPA Archiv und der Sammlung von Nathalie Singer

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der documenta 14.

ROMAIN KRONENBERG - Rien que de la terre, et de plus en plus sèche

In this movie by Romain Kronenberg, two young men have settled in the inhospitable desert region of Eastern Turkey, at the Syrian front, waiting for the return of their friend who has gone off to scout the area in search of more habitable land.

They communicate through radio transmitters – the scout describing his path across the vast expanse of desert, while the two men who have stayed behind listen to him and begin to imagine and plan a more hopeful future on the other side of the desert.But when the radio signal starts to fade and the voice disappears, the two men are confronted with the responsibility of locating their friend.

ROMAIN KRONENBERG Born in Paris in 1975, Romain Kronenberg attended the Faculty of Theology in Geneva from 1994 to 1995. From 1996 to 2001, he entered the Conservatoire Supérieur de Musique in Geneva before joining the Center for the Composition of Music Iannis Xenakis (CCMIX) from 2001 to 2002. From 2001 to 2005 he became a composer and a sound designer at the IRCAM (Institute for Research and Coordination in Acoustics/Music) in Paris. Since 2004, he has worked as a filmmaker, plastic artist and composer. Kronenberg’s most recent works define themselves by their rigor and ambiguity, focusing on the idea of renewal (and rebirth), as they attempt to seize an ever-changing vision of the world. He imagines stories where opposingviews coexist,neither in black-and-white oppositionnorin dialetical relation, but in simultaneity.

He expressesthis through the superimposition of images capturingoptimism and pessimism, Titans and Gods, the individual and the collective, the organic and the inorganic, desire and fear, the human and thedivine. In 2005, he set up a display of his work at the Fondation Cartier in Paris and at the Adn Gallery in Barcelona, and thenat the Xippas Gallery and The Palais de Tokyoin 2008. His work was then exhibited at Paris’s Galerie Centquatre in 2010, at Berlin’s Werkstatt der Kulturen in 2012, and at Singapore’s Institute of Contemporary Arts in 2013. The same year, his work was presented at the International Film Festival in Rotterdam. In 2015, there was an outdoor screening of his work at the International Contemporary Art Fair in Paris. His works have also been screened at the Fondation Galeries Lafayette, the Salon de Montrouge, Radio France, the Loop in Barcelona, the Kyoto Art Center, the Mardin Biennial in Turkey, and the Kunst im Tunnel (KIT) in Düsseldorf.

Thomas Köner - Expanding Illuminance

An hypnotic journey through two visions of the future and two utopias, from footages of the monumental «Metropolis» (Fritz Lang, 1927) and of the film 80`s cult «Tron» (Steven Lisberger, 1982). Thomas Köner Thomas Köner studied at the Music Academy in Dortmund, and at CEM-Studio in Arnhem.

His work revolves mainly on the combination of visual and audio experiences, and develops into installations, concerts, videos, photos and multimedia works. In 2000, he received the “New Media Prize” at the Montreal International Festival New Cinema New Media. In 2004, he received the “Golden Nica” of Prix Ars Electronica, the “Produktionspreis WDR/Deutscher Klangkust – Preis” (German prize for sound art). His media installation “Suburb of the Void” received the Transmediale prize 2005 in Berli and was presented at the Venice Biennale, at the Fenice theatre, as a live performance. Various important museums has acquired his audio-visual works for their collection: mainly the Pompidou Centre, the Museum of contemporary art of Montreal, the Comunidad of Madrid, the FRAC of Limousin. In 2008, he participated at the Media Art Biennale in Seoul. In 2009, he received the MuVi prize at the International short film festival of Oberhausen. Thomas Köner is nominated for the Nam June Paik prize in 2012.

ANTONI MUNTADAS In Girum revisited / International Première

Antoni Muntadas was born in 1942 in Barcelona. After studying architecture and engineering in Barcelona, Muntadas dedicated himself to art, and ever since 1971,he has focused specifically on videoproduction. He settled in the U.S., where he was granted a fellowship, then became a professor at the Center of Advanced Visual Studies (MIT) in Cambridge, Massachusetts.

He now lives in New York and is aprofessor of the practicein MIT’s Department of Architecutre, heading its Program in Art, Culture and Technology (ACT). He is also a professor at the Instituto Universitario de Arquitectura del Veneto in Venice. Antoni Muntadas was an early pioneer of video and installation art in the mid-seventies, and he has continued to work with photography, video, installation art, audio recording, and urban art. Over four decades, Muntadas has been developing these projects, which critically reflect on key issues in the configuration of contemporary experience.

His aim is to detect and decode the control and power mechanisms through which hegemonic ways of seeing are built, and explore the decisive role played by the mass media in this process. In his works, which always reflect a clear creative processand often make a direct appeal to viewer participation, Muntadas uses an array of media, languages and discursive strategies that encompassinterventions in public space, video and photography, the publication of printed material, the use of Internet and new digital tools, multimedia installations, and the organisation of multidisciplinary, collaborative research projects.

Muntadas has taught and directed seminars at diverse institutions throughout Europe and the United States, including the National School of Fine Arts in Paris, the Fine Arts Schools of Bordeaux and Grenoble, the University of California in San Diego, the San Francisco Art Institute, Cooper Union, the University of São Paulo, and the University of Buenos Aires. He has also served as a resident artist and consulting advisor for various research and education centres including the Visual Studies Workshop in Rochester, the Banff Centre in Alberta, Arteleku in San Sebastian, The National Studio for Contemporary Arts Le Fresnoy, and the University of Western Sydney. His work has been exhibited in numerous museums, including the Museum of Modern Art (MoMA) in New York, the Berkeley Art Museum, the Montreal Contemporary Art Museum, the Reina Sofia Museum in Madrid, the Museum of Modern Art , Haus der Kulturen der Welt, Berlin 7 in Buenos Aires, the Museum of Modern Art in Rio de Janeiro, and the Museum of Contemporary Art in Barcelona. His work has been included in international events and venues such the 9th and 10th editions of Documenta Kassel (1977, 1997), the Whitney Biennial of American Art (1991), the 51st Venice Biennial (2005), and others in São Paulo, Lyon, Taipei, Gwangju, and Havana.

His solo exhibitions have also appeared at the Württembergischer Kunstverein Stuttgart, the Centro de las Artes in Sevilla and the Centre d’art contemporain in Thiers. He presented an installation at the Inter-Society of Electronic Arts in San José, California in 2006, the Telefónica Foundation Space, the Recoleta Cultural Center, and the Spanish Cultural Center in Buenos Airesin in 2007, and the Cervantes Institute in Paris in 2008. In 2009, he carried out an art intervention at the Mies van der Rohe Pavillion. In Montréal,his work was shown at the SBC Gallery of Contemporary Art and at the Cinemathéque Quebécoise.

Supported by the program Lives And Works in Istanbul, he exhibited at the Istanbul Modern Museum in 2010. More recently, there was a Muntadas retrospective at the Reine Sofia Museum, showcasing his»Entre/Between», which ran from 2011 to 2012. In 2013, his work was exhibited inside Pinacoteca Station in Sao Paulo.It has also been shown at Galeria Michella Rizzo in Venice and at Galería Moisés Pérez de Albéniz in Madrid. His exhibit»About Academia», previously installed in 2011 at The Carpenter Center for the Visual Arts at Harvard University, traveled to the Audain Gallery in Vancouver in early 2013. Muntadas is the recipient ofnumerousprizes and grants from institutionssuch as the Solomon R. Guggenheim Foundation, the Rockefeller Foundation, the National Endowment for the Arts, the New York State Council on the Arts, and Arts Electronica in Linz. He received theLaser d’Or prize (considered the «Oscar of Video Art») from the International Association for Video in the Arts and Culture in Locarno, the National Prize of Plastic Arts from the Catalan Government, and the National Prize of Plastic Arts(2005) and the Velázquez Plastic Arts Prize (2009)from the Spanish Ministry of Culture.

AES+F Inverso Mundus

Shown at the 56th Venice Biennial, the panoramic video «Inverso Mundus» is a delirious and absurd interpretation of the series of 16th-century historical engravings, «Inverso Mundus» (The World Upside Down), through filmed episodes of contemporary life. Characters are acting out scenes of absurd social utopias, changing their masks, morphing from beggars into rich men – from policemen into thieves. Metrosexual cleaners shower the city with debris. Female inquisitors torture men on IKEA-style devices. Children and seniors are locked in a kick-boxing match. The film depicts a world where chimeras are pets and the Apocalypse is entertainment. AES+F AES+F is an artist collective formed as AES in 1987, by three Russian artists – Tatiana Arzamasova, Lev Evzovich, and Evgeny Svyatsky, and joined in 1995 by Vladimir Fridkes, at which point the group was renamed

AES+F. Tatiana was born in 1955 in Moscow, where she graduated from Moscow Architectural Institute (MARCHI) – State Academy in 1978. Prior to founding AES Group, Tatiana was a conceptual architect. She participated in conceptual architecture exhibitions in London, Paris, and Venice. Lev was born in 1958 in Moscow, where he graduated from Moscow Architectural Institute in 1982. Prior to founding AES Group, Lev also worked in conceptual architecture. He participated in conceptual architecture exhibitions in Milan, Frankfurt-on-Main, and Paris.

Lev also worked as an art director in film. Evgeny was born in 1957 in Moscow, where he graduated from Moscow University of Print Design in 1980. Prior to founding AES Group, Evgeny worked in book illustration, advertising, and graphic design. Evgeny also worked as a creative director for publishing houses in Moscow. Vladimir was born in Moscow in 1956, where he worked as a fashion photographer prior to joining the collective. His work was published in many leading fashion magazines: VOGUE, Harper’s Bazaar, ELLE, Marie Claire, Cosmopolitan, Sunday Times Style and others. The artist collective works in photography, video, and animation, as well as more traditional media, such as painting, drawing, sculpture and architecture.

AES+F’s early work included performance, installation art, painting, and illustration. Well-known for their monumental video-art installations that Gareth Harris of The Art Newspaper describes as «monumental painting set in motion», AES+F create largevisualfrescoes that explore contemporary global values, vices and conflicts, all while deploying a sophisticated, poetic dialogue among these media and plumbing the depths of art history and other cultural canons. Berlin 5 AES+F’s workhas been exhibited at numerous international festivals – namely,at ARS-06 at Kiasma in Helsinki and at the biennales of Venice, Lyon, Sydney, Gwangju, Moscow, Gothenburg, Havana, Tirana, Istanbul, Bratislava, Seoul etc. Their works belong to some of the world’s most important collections : at theModern Musesum in Stockholm, the Musée de l’Elysée in Lausanne, the Museum of Contemporary Art in Krákow (MOCAK),the Sammlung Goetz Museum in Munich, the ZKM (Center for Art and Media) in Karlsruhe,the Art Gallery of South Australia in Adelaide, the Museum of Old and New Art in Tasmania, the Centre de Arte dos de Mayo in Madrid, andthe Maison Européenne de la Photographie, the Center Georges Pompidou, and the Louis Vuitton Foundation in Paris.

Their work is represented by some of Russia’s most important national museums, such as The State Tretyakov Gallery (Moscow), The State Russian Museum (St. Petersburg), and the Multimedia Art Museum (Moscow). They won the Bronze Medal from Russian National Academy of Fine Arts in 2005, the Sergey Kuryokhin Award in 2011, the Kandinsky Prize in 2012, the Gold Medal from Russian National Academy of Fine Arts in 2013, the NordArt-Prize in 2014, and the Pino Pascali Prize in 2015.

RENCONTRES INTERNATIONALES PARIS/BERLIN

New cinema and contemporary art
Our contemporary visual culture is located at the interjection of esthetic, social and political
questionnings of our times, and issues linked to the evolution of production and diffusion
modes. Rencontres Internationales Paris/Berlin proposes to explore these practices and
their evolutions.
From 13 to 18 June in Berlin at the Haus der Kulturen der Welt, the Rencontres
Internationales creates a space for discovery and reflection dedicated to moving image
contemporary practices.
Between new cinema and contemporary art, this unique platform in Europe offers a rare
opening for contemporary audiovisual creation. Documentary approaches, experimental
fictions, videos, hybrid forms: the programme is the result of extensive research and
invitations to signficant artists from cinema and contemporary art.
The event offers an international programme gathering 120 works of 40
countries.
By bringing together internationally renowned artists and filmmakers with young
and emerging ones, the audience will attend indoor screenings, special events, video
programmes, performances and discussions, in the presence of art centres and museums,
curators, artists and distributors who will share with the audience their experience and
views on new audiovisual practices and issues.
The event is entry free.
Collaborations beside the Rencontres Internationales dates are developed with occasional
screenings, temporary exhibitions and workshops on the invitation of museums, art centres,
biennales and art schools in Europe and internationally. These include the National School
of Fine Arts in Paris, the National Museum of Contemporary Art in Bucharest, the Beirut
Art Centre, the Cartagena Biennial, the Prague Triennial, the National Palace of Arts in
Buenos Aires. These collaborations prolonge the Rencontres Internationales, enable to
reach new audiences and to support artists through regular activities.
Nathalie Hénon and Jean-François Rettig run and program Les Rencontres Internationales.
Furthermore they are invited curators in museums, art schools and art centres. They
regularly take part in committees of institutions, such as in the past years at Institut
Français and Ville de Paris.
Nathalie Hénon studied philosophy at Sorbonne university and Louvain-La-Neuve university
where she also received the higher education agregation in philosophy. She teaches at
Science-Po and Paris 3 university, develop a research on Law studies, is translator and
literary critic.
Jean-François Rettig studied philosophy at Sorbonne university, as well as esthetics,
cinema and contemporary musicology. He has taught French and philosophy, and worked
on international projects at Danaé Art Fondation. He is member of the French-German High
Cultural Council, where he represented arts and multimedias fields from 2005 to 2009.