Kunst und Kultur

RENCONTRES INTERNATIONALES PARIS/BERLIN

Major event dedicated to contemporary audiovisual creation, and after Paris in March at Gaîté Lyrique, the Rencontres Internationales will be held in Berlin from June 13 to 18, 2017, at Haus der Kulturen der Welt. Throughout 6 days of free access, a space for discovery and sharing focused on moving image contemporary practices will be available to all.

Crossing new cinema and contemporary art, this unique platform in Europe provides a rare opening on contemporary audiovisual practices. Documentary approaches, experimental fictions, videos, hybrid forms: the programme of Les Rencontres Internationales is the result of a thorough research and of invitations to some artists, personalities from cinema and the contemporary art fields.

In the presence of artists and filmmakers from all over the world, you will attend screenings – premieres, cartes blanches, special events, video focus -, performances and a forum where experiences and views on new audiovisual practices will be shared.

Contemporary visual culture holds the convergence between the aesthetic, social and political issues and adapts to the continuing development of production and dissemination technologies. Rencontres Internationales Paris/Berlin offers a future-oriented way of observing these practices.

Khôra

Geheimnisvoll liegt der Ort allen Werdens. Ungreifbar birgt er jenen Urzustand, in dem alles Kommende bereits als Idee angelegt, das sich Manifestierende indes noch unsichtbar, kaum erahnbar ist. Platon reflektierte über diesen ideellen Raum, als er über die Entstehung des Kosmos nachdachte. Den Ort, dem schließlich die Elemente – Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther – entspringen, nannte er Khôra. In der Khôra sind sie anfänglich als Spuren enthalten, in einem ursprünglichen Chaos, das sich erst nach und nach zu ordnen beginnt. Der Prozess der Schöpfung hat eingesetzt. Nadine Linnings neues Stück ist eine Reise an jenen Ursprungsort. Die Reise zum Ausgangspunkt der Schöpfung wird dabei auch zu einer Reise zum Urzustand der eigenen künstlerischen Kreation – ein Forschen in einem Zustand kreativen Potenzials, das nach Entfaltung und Offenbarwerdung strebt. Im Anfang ist die Inspiration – eine schöpferische Energie, die nach kreativer Entladung sucht. Die Entstehung von Linnings Stücken besteht niemals im Füllen einer tradierten Form, weniger noch in einer Neuinterpretation bestehenden Materials. Es sind immer Neuschöpfungen, Gesamtkunstwerke, die in einer intensiven intuitiven Reise durch ein Material und im befruchtenden Dialog mit weltweit wirkenden Künstlern verschiedenster Disziplinen zum Leben erwachen. Dabei verbleiben sie in einem Zustand beständigen Wandels, sie bleiben in Resonanz mit der Zeit, an der sie partizipieren und dem Publikum, für das sie geschaffen wurden, lebendig
Dieser künstlerische Zustand der Khôra und deren Entfaltung ist 5 ein schützenswertes Reservoir, naturgemäß bedroht von organisatorischen Zwängen und Produktionsmaschinerien. Mit Khôra wagt Nadine Linning beides – die Thematisierung eines intuitivorganischen Schöpfungsprozesses und die Umsetzung desselben in der praktischen Entwicklung des Stückes selbst – Khôra als ein metafiktionales Werk, das seine eigene Entstehung künstlerisch reflektiert.
Zu den stark assoziativen Klängen der Musik Michiel Jansens diffundieren Tänzer durch den scheinbar liquiden Bühnenraum, tauchen auf, verbinden sich spielend mit dem Bühnenbild und verschwinden wieder wie von Zauberhand. Hypnotisierende Projektionen des Designers Bart Hess ziehen den Zuschauer unweigerlich tief hinein in das Geschehen. Leuchtend rote Kostüme kreieren ihren eigenen Sound, enthüllen sich als essbar. Gemeinsam mit dem Tänzer schmeckt das Publikum ungewöhnlich-fremdartige Kostproben und inkorporiert damit gleichsam die gegenwärtige Szene. Auf etwas Geheimnisvolles, schwer Eruierbares referierende Düfte eröffnen einen dreidimensionalen Raum um den Zuschauer, der sich damit ins unmittelbare Zentrum des Aufführungsgeschehens versetzt sieht. Göttern gleich erscheinen die hängenden Tänzer, den eigens für das Stück komponierten Sekt Ambrosia-gleich dem Zuschauer reichend, der eingeladen ist, die magische Schwelle zur Bühne und damit die Grenze zwischen Künstler und Publikum endgültig zu überschreiten. Mit Khôra entwickelt Nadine Linning ihre Vision einer interaktiven Performance, die den Zuschauer mit allen Sinnen einnimmt, einen großen Schritt weiter. Das narrative Erzählen endgültig verlassend, wendet sich Linning verstärkt einer Darstellungsweise zu, die unmittelbar sinnlich erfahren und zutiefst intuitiv erfasst werden will. Das Verstehen, die Katharsis erfolgen auf eine emotionale, assoziative Weise so der Zuschauer offen dafür ist, sich in diese Erfahrung hineinzugeben und dieser Rezeptionsweise zu vertrauen. Khôra setzt damit einen Kontrapunkt zu einer stark auf rationale Erkenntnis ausgerichteten gesellschaftlichen Entwicklung. Indem es die sinnliche Wahrnehmung und intuitive, archaische Erkenntnismuster anspricht, ruft es Erinnerungen an ursprüngliche, zutiefst menschliche Fähigkeiten wach, die es wert sind, nicht einer Stigmatisierung als wertlos und überwindbar preisgegeben zu werden.
Mit Khôra fügt Nadine Linning Ihrem Oeuvre ein weiteres interdisziplinäres Kunstwerk hinzu, das dem Dialog mit den verschiedenen involvierten Künstlern eine neue Intensität und Gewichtung verleiht. Angestoßen von einem Initiationsimpuls durchläuft der künstlerische Prozess eine Reise, deren Verlauf die beteiligten Weggefährten maßgeblich mitlenken. Dabei wächst ihre Funktion weit über die eines bloßen Auftragskünstlers hinaus. Grundvoraussetzung ist immer ein tiefes Empathievermögen, sich in die Vision Nadine Linnings hineinzuversetzen sowie die Neugier und der Mut, Unbekanntes zu entdecken und unkonventionelle Wege zu beschreiten. Alle beteiligten Künstler eint überdies eins die Fähigkeit, sich in das Ungewisse, noch nicht Sichtbare – eben jenen Zustand der Khôra – hineingeben zu können, in dem tiefen Vertrauen, dass am Ende dieser Reise eine neue ästhetische Welt zum Leben erweckt sein wird. Im Prozess von Khôra war es der Food Designer Remco Vellinga, mit dem zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Stückes die Idee entstand, den im Theater für gewöhnlich angesprochenen Sinne des Sehens und Hörens, die des Riechens und Schmeckens hinzuzufügen, um dem Zuschauer eine ganzheitliche Illusion ermöglichen zu können. Inspiriert von der Idee Hippokrates’, die fünf Sinne den fünf Elementen zuzuordnen, führte die Forschungsreise zur Naturphilosophie Platons und der darin enthaltenen Idee von der Entstehung der Elemente. Der Bühnenort Khôra war geboren.
Sho Takayama Photo by Annemone Taake

Yves Marcellin, Artiste-Photographe

Yves Marcellin, Artiste-Photographe, est tour à tour, portraitiste et plasticien. Il ne refuse aucune expression figurative ou abstraite dans l’univers photographique ou digital. C’est dans la diversité des approches qu’il entend développer sa démarche créative.

“ J’utilise Photoshop en tant qu’espace de création numérique comme un peintre utilise sa palette pour le choix de ses couleurs et de sa matière“ explique Yves Marcellin.
Pour lui, la création artistique suppose des manipulations, une recherche, des tâtonnements. Saisir le réel sur le vif l’intéresse modérément.
Sensualité et réflexion sur les méandres de l’âme sont au cœur des tableaux photographiques d’Yves Marcellin. Dans ses portraits, il a la volonté d’accentuer les émotions, les comportements, les expressions, les attitudes, les postures ou les cicatrices de ses modèles.
Pour cette nouvelle série FIGURES LIBRES, il a demandé à “ Princesse Zamzam“ de poser pour lui. Un modèle improvisé dont il a su capter l’âme et auquel il a conféré un statut d’icône. Cette relation de confiance et de connexion artistique entre le photographe et son modèle se lit dans chacune des œuvres exposées.
Selon l’artiste, le portrait est le résultat d’un travail et d’une combinaison. Le photographe, de manière invariable, modifie le rendu premier de l’image, il bricole, charge de traits, il déforme en multipliant les entrées sensibles.
Ici, il s’attache à retracer un univers protéiforme en intégrant à la représentation de ce corps nu des images tirées de notre environnement immédiat, qu’il soit minéral ou architectural.
Ici, la photographie n’a pas pour mission de « décrire » mais de susciter une émotion en faisant cohabiter plusieurs réalités.
Ici, Yves Marcellin propose une exploration des émotions, des gestuelles et des expressions qui traduisent la personnalité singulière de chaque être humain.

À propos de l’artiste
Yves Marcellin vit et travaille à Ramatuelle. Après avoir été photographe illustrateur pendant 20 ans, il se consacre aujourd’hui à la photographie créative, qu’il aborde comme un art philosophique faisant partie intégrante de sa vie.
Depuis, le travail d’Yves Marcellin a fait l’objet de plusieurs expositions. Plus récemment, il a exposé au Salon international d’Art contemporain de Nice en 2014 et sur les cimaises de l’Atelier des Fées (Ramatuelle) et de la galerie Corrado Bortone (Paris) en 2015. La même année, une exposition monographique lui est consacrée à la Galerie Arles pour les Rencontres de la Photographie d’Arles. En 2016, il est mis à l’honneur à l’Espace culturel du Lavandou.
En 2017, il signe sa deuxième exposition à la galerie Corrado Bortone avec sa série « Figures libres ».
www.yvesmarcellin.com

Dritte Einzelausstellung der Künstlerin Edith Suchodrew in Wien

Mit Ihrer Ausstellung in der bekannten Wiener Galerie Contemplor zeigt die Künstlerin Malereien, Radierungen, Fotografien und Computergrafische Malerei. Im Rahmen der Ausstellung zeigt Sie ihre Werke „Man staunt nach oben in den Himmel, wo Myriaden von Sternen so nur wimmeln …“

Edith Suchodrew geboren 1953 in Eupatoria (ehem. UdSSR). 1971 Absolvierung Janis Rozentals Kunstschule an der Kunstakademie in Riga (Lettland). 1981 in Riga an der Kunstakademie das Abschlußdiplom erworben im Fach Grafik, „Diplom Freie Bildende Kunst“. Mitglied des International Association of Art (IAA) at UNESCO. Mitglied des Art Addiction Medial Art Association (AAMAA). Mitglied des Künstlerverbandes der UdSSR und Lettlands. Seit 1991 Wohnsitz in der BRD / Aachen. Seit 1974 Beteiligung an mehr als 440 Ausstellungen und auch an 90 Einzelausstellungen weltweit. Zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise ( bis dato 36). Kunstwerke bereichern Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt. Buchgestaltung mit Illustrationen (45 Bücher ). Seit dem Tod ihrer Mutter, Doris Suchodrew (17. Mai 2000 in Aachen), rezitiert die Künstlerin Edith Suchodrew ihre Gedichte.

Einzel- und Gruppenausstellungen: in Lettland, in der ( ehemalige ) UdSSR, in Litauen, in Belgien, in Dänemark, in Bulgarien, in der CSFR, in Deutschland, in Spanien, in Großbritannien, in Holland, in Österreich, in Frankreich, in Finnland, in Argentinien in Italien, in der Schweiz, in Polen, in Korea, in Schweden, in Panama, in China, in Vereinigten Arabische Emirate, in Kanada, in Türkei, in den USA.

Galerie Contemplor, Palais Esterházy, Wallnerstraße 4, 2. Hof , 1010 Wien, Österreich
Tel.: ++43(0) 664 32 0 34 36 , office@konet.at, http://contemplor.at
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 13.00 – 18.00; Sa. 12.00 – 17.00 Uhr.

Internet : www.edithsuchodrew.de

Einzelausstellungen in der Galerie Hexagone

„EDITH SUCHODREW. „„Ich sah heute Nacht einen hellen Stern, Der war mir so nah und doch so fern …“ / Computergrafische Malerei und Fotografie.“
Edith Suchodrew ist seit 2007 in der Galerie Hexagone präsent. Ihre dritte Einzelausstellung in dieser Galerie in Aachen kann man dieses Jahr im Herbst besichtigen. Ausstellung „Ich sah heute Nacht einen hellen Stern, Der war mir so nah und doch so fern …“ / 31. August – 27. September 2017 /. Computergrafische Malerei und Fotografie. Vernissage Freitag, d. 1. September 2017 um 19.00 Uhr. Lyrik von Doris Suchodrew rezitiert: Edith Suchodrew, Diplom Freie Bildende Kunst.

„Ich sah heute Nacht einen hellen Stern, / Der war mir so nah und doch so fern … / Er lachte mich an, er winkte mir zu, / Und all´ meine Sorgen verschwanden im Nu. …“ Diese Verse unvergessener Mutter von Edith, Doris Suchodrew aus dem Gedicht „Ich sah heute Nacht …“ aus dem Buch „Metamorphosen der Seele“ sind auch Leitgedanken neuer Ausstellung von Edith Suchodrew, die am 1. September 2017 in Aachen in der Galerie Hexagone eröffnet wird. Bei der Vernissage wird die Künstlerin Edith Suchodrew bei einem kleinen Konzert Gedichte Ihrer lieber Mutter Doris Suchodrew rezitieren. Besondere Gast aus Russland: Uriel Granat, Kantor und Opernsänger. Ausstellungdauer bis zum 27. September 2017.

Über Edith Suchodrew:

„… In dem Gedicht „Für mich – Credo“ von Edith Suchodrew Mutter Doris, mit der sie eine sehr innige Beziehung verbindet, und deren Gedichte sie gerne rezitiert, heißt es: „Der Geist muss sieden, brodeln, kochen“. Das tut er gewaltig in den Arbeiten von Edith Suchodrew. … … Diese Offenheit für die Zukunft begründet wohl auch das grundlegende Thema all dieser Arbeiten: Das Unterwegs sein in der Welt. …“ … Dr. Dirk Tölke. Rede zur Ausstellungseröffnung von Edith Suchodrew am 26. Juni 2015 in der Galerie Hexagone / Auszug

Le théâtre idéal d'Hortense Archambaul

Après trois années de travaux, la MC93 de Bobigny vient de rouvrir ses portes. Une salle refaite à neuf dont l’objectif premier est d’être un théâtre populaire ouvert sur la ville. Sa nouvelle directrice, Hortense Archambault, est l’invitée de La Grande Table aujourd’hui.

Une grande salle de mille places, une salle modulable sur le toit et un studio au rez-de-chaussée, un équipement technique refait à neuf, des espaces de répétition pour les artistes, un grand hall lumineux avec restaurant, café et librairie… La MC93, salle mythique de Bobigny où sont passés Robert Wilson ou Peter Sellars, s’est refait une beauté et vient de rouvrir ses portes au public. Au delà de la seule rénovation, ces trois ans de travaux ont été surtout une occasion de repenser le projet même du théâtre. Ainsi, le hall a été imaginé en dialogue avec les Balbynien-ne-s, qu’elles/ils aient déjà fréquenté la MC93 ou non, afin de faire de ce lieu un espace de vie, de convivialité, de rencontre, au-delà du seul cadre des spectacles. En choisissant de programmer de la création contemporaine, qui peut parfois apparaître comme moins accessible à un grand public, la nouvelle directrice Hortense Archambault se donne au contraire pour mission de donner envie à toutes et tous de pousser les portes de la maison. Elle vient aujourd’hui nous exposer son projet et raconter ses premiers pas à la tête de MC93…

Bacon von Nanine Linning

Er malte die Abgründe der menschlichen Seele: der britische Maler Francis Bacon. Die Beziehungen zugrunde liegenden Mechanismen von Begehren, Dominanz und Ausgrenzung stellte er auf eine schonungslos ehrliche Weise dar, die von schmerzhafter Schönheit zeugt.

Nanine Linning ergründet mit ihrem Stück die Gefühlswelten der Bilder Bacons und entdeckt in der Kompromisslosigkeit der Darstellung auch eine Analogie zur eigenen Kunst: »Mich interessiert das Tierische, das Instinkthafte. Ich fordere meine Tänzer auf, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten.« Mit exzessiver Körperlichkeit erforscht die Choreografie fundamentale Verhaltensmuster, die mit ihrer Archaik und Unbarmherzigkeit die Grenzen zwischen menschlichem und animalischem Gebaren verschwimmen lassen. Aus beinahe beunruhigender Nähe wird der Zuschauer Zeuge des Kampfes des Einzelnen um Zugehörigkeit − ein Solo gleich einem Schrei aus der Isolation. Physisch erfahrbar wird das Ringen um Überlegenheit in Duetten von ergreifender Intensität und einem Trio, dessen untrennbare Verbundenheit keinerlei Harmonie zulässt.
Der Darstellung fundamentaler Verhaltensweisen steht in Bacons Kunst das Geheimnis um das gegenüber, was das Bild nicht zeigt, allenfalls andeutet – die verborgene Seite des Portraits, der Raum hinter dem Bild. Auch Linnings Szenerie spielt mit diesen Dunkelstellen, wie auch mit den charakteristischen geometrischen Strukturen in Bacons Gemälden, die die Figuren zu umgrenzen scheinen.
Zutiefst faszinierend und erschütternd zugleich kehrt das unter anderem mit dem »Swan« für die beste niederländische Choreografie ausgezeichnete Stück zwölf Jahre nach seiner Entstehung in einer aktuellen choreografischen Bearbeitung und mit neuem Video- und Lichtdesign auf die Bühne zurück.

 

DEUX HOMMES TOUT NUS de Sébastien Thiéry

Description: Alain Kramer, avocat sérieux et mari fidèle, se réveille nu chez lui avec un de ses collègues de bureau… L’incompréhension est totale, et aucun des deux hommes n’arrive à expliquer comment ils ont pu se retrouver dans cette situation! Quand la femme de l’avocat découvre les deux hommes dénudés dans son salon, Kramer invente n’importe quoi pour sauver son couple. Il est prêt à tout pour rétablir une vérité qui lui échappe.

Où se trouve la vérité ? Dans le salon de kramer, ou dans son inconscient ?
Quand on fouille au fond de soi, sait-on jamais ce qu’on va trouver ?

Alain Kramer ist erfolgreicher Anwalt, Vater von zwei erwachsenen Kindern und glücklich verheiratet. Eigentlich alles perfekt, bis er eines Tages an der Seite seines Arbeitskollegen Nicolas Prioux aufwacht, und zwar splitternackt. Zu Tode erschrocken bedroht er den vermeintlichen und ebenfalls nackten Eindringling mit einem Gewehr, doch auch Prioux kann sich nicht erklären, wie er in Kramers Wohnung gekommen ist. Gemeinsam gehen sie auf Spurensuche, doch alles was sie finden, deutet nur einmal mehr auf das Unvermeidliche hin – sie müssen Sex miteinander gehabt haben. Als dann plötzlich Kramers Frau Catherine nach Hause kommt und die beiden beim scheinbaren Schäferstündchen erwischt, ist die Verwirrung perfekt und es wird mehr als heikel für die beiden Herren. Catherine glaubt, ihren Mann als Betrüger und verklemmten Homosexuellen entlarvt zu haben, und ihr über Jahre angestauter Frust über die Ehe-Routine entlädt sich mit einem Schlag. Kramer lässt nichts unversucht, um die ehemals heile Welt wiederherzustellen. Doch wo und wie lässt sich die Wahrheit finden – in seinem Bett, in seinem Unterbewusstsein oder vielleicht bei der oder dem geheimnisvollen Dominik?

Komödie von Sébastien Thiery
mit Andreas Elsholz, Alexander Sholti,
Suzan Anbeh und Ramona Schmid
Regie: Thomas Rohmer

http://www.theatergastspiele-fuerth.de/zwei-mnner-ganz-nackt

Tür zu

Wasser, Zahnbürsten und Klopapierrollen, mehr braucht man nicht, um Spaß zu haben. Von den alltäglichen Situationen im Badezimmer brechen Publikum und Spielerinnen zu fantastischen Abenteuern auf, wenn Bademäntel, Toiletten und Duschköpfen lebendig werden.

In der letzten Inszenierung des JNT unter der Intendanz von Andrea Gronemeyer begibt sich das Ensemble mit Ariel Doron, Objekttheatermacher und –spieler aus Tel Aviv, an den besonderen Ort Badezimmer. Gemeinsam mit den Spielerinnen Simone Oswald und Helene Schmitt entwickelt er ein überraschendes Spiel mit der äußerst lebendigen Badezimmerausstattung. Die anarchische Kraft der spielerischen Kreativität setzt treibende Impulse zwischen die Spielerinnen und ihre Objekte. In „Tür zu“ träumen alle die wildesten Träume.
In dieser interdisziplinären Inszenierung arbeite der internationale Künstler des zeitgenössischen Objekttheaters mit den erfahrenen Spielerinnen für junges Publikum.

Die Inszenierung wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Projektförderung von Kinder- und Jugendtheater.
Probenfoto Simone Oswald, Helene Schmitt
Copyright: Hans Jörg Michel

Gesicht der Nacht

In Gesicht der Nacht entführen zwei Choreografien auf ganz unterschiedliche Weise in das Reich getanzter Bilderwelten: Der Isländer Frank Fannar Pedersen, von der Zeitschrift tanz als »Hoffnungsträger des Tanzes 2015« ausgezeichnet, spürt in seiner Uraufführung var dem Phänomen der Zeit nach, vor allem der Relation von Vergangenheit und Gegenwart, und zeigt, wie die Reise durchs Leben dem Einzelnen als Bilder der Erinnerung in Kopf und Herz bleiben. Zur Musik seiner beiden Landsmänner Jóhann Jóhannsson und Sigur Rós verleiht Pedersen dieser Thematik in stimmungsvollen und gleichzeitig nachdenklichen Bildern körperlichen Ausdruck.

Stephan Thoss’ Nightbook hingegen ist von den rätselhaften Bildern des belgischen Malers René Magritte inspiriert und kreist um die Themen Inspiration, Kreativität und künstlerisches Schaffen. Wie sehr sich Thoss von dieser Thematik packen ließ, zeigt, dass er seine 2010 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden uraufgeführte Choreografie für das Mannheimer Ensemble und Publikum überarbeitet und um einen neu kreierten, zwanzigminutigen Teil erweitert hat. Das Stück handelt von einer Schriftstellerin, die unzählige Figuren und Geschichten erfunden hat. In der Nacht erwacht dieses Archiv der fragmentarischen Kurzgeschichten zum Leben, erst in Form filmischer Bilder auf einer Leinwand und dann getanzt im dreidimensionalen Raum. In surrealen Situationen spielt die Choreografie mit der Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit und lässt das Kino der Träume lebendig werden.

19. Internationale Schillertage

Die schöne Freiheit … will ich verpflanzen in mein Vaterland, heißt es in Friedrich Schillers Drama
Demetrius. Für den Aufklärer Schiller bedeutet Freiheit, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und die eigenen Fragen als Auftrag zu verstehen, selbst nach Antworten zu suchen, statt Vorgefertigtes nachzuplappern. Die Forderung von Populisten und Extremisten nach einfachen Lösungen ist ein Ausdruck der tiefen Erosion des Freiheitsbegriffs. Freiheit wird nicht mehr als etwas Positives verstanden, sondern als permanente Zumutung, in einer unübersichtlichen Lage die eigene Haut retten zu müssen.
Die Antwort des Theaters kann nur sein: komplexe Geschichten zu erzählen und Menschen in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit darzustellen, so wie es Friedrich Schiller in seinen großen, klassischen Dramen Maria Stuart, Wilhelm Tell und Die Räuber gelungen ist. Freiheit im Sinne Schillers als positive Herausforderung zu begreifen und nicht als Bürde oder als Bedrohung, damit beschäftigen sich die 19. Internationalen Schillertage in zahlreichen Gastspielen renommierter Theater aus dem In- und Ausland und Eigenproduktionen des kroatischen Regisseurs Oliver Frljić und und des dänischen Performancekollektivs SIGNA.