Kunst und Kultur

Symbole , Spuren , Zeichen , Codes – ein QUADROLOG

Vier Künstlerinnen, vier Ansätze, eine Ausstellung. Das Thema Symbole – Spuren – Zeichen – Codes wird sehr unterschiedlich aufgefasst:

Christiane B. Bethkes Bodeninstallation „Blind Date“ transformiert die Brailleschrift. Eine über den Tastsinn wahrnehmbare, abstrakte Codierung wird visuell erfahrbar. Die Betrachter sind aufgefordert, die Botschaft für den eigenen „Innenraum“  zu übersetzen.

Chris Firchow zeigt aus der Chinesischen Tradition kommend Zustandsbilder aus dem I Ging. Es sind Formen, die Zustände umreißen oder darstellen. Die Grundlage für die von ihr entwickelten Werke  bildet das wahrscheinlich älteste Buch der Welt: Das Buch der Wandlungen – das I Ging.

Karolin Hägele hat in ihren neusten Arbeiten den Berg zum Thema, den Berg als Symbol der ursprünglichen Kraft der ungebändigten Natur, aber auch der Verbundenheit mit ihrer Heimat.  Transparenz, Vielschichtigkeit und Fließenlassen  prägen ihre Malerei, die sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegt.

Katja Krouppas „Vor allem ihre Stilleben haben die große Ruhe von geglückten Kompositionen. Ein vorsichtiger, betont menschlicher Klang geht von ihnen aus, der uns in seiner Klarheit sofort auffällt, seltsam vertraut und doch fremd“ -Klaus Fußmann über ihre Stillleben.

Die Künstlerinnen aus Köln, Berlin, St. Petersburg und Ravensburg  treten über ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze in einen „Quadrolog“ und begreifen die Ausstellung als Ausdruck und Möglichkeit der Verständigung.

Im Rahmen der Ausstellung wird es zwei Lesungen geben, von Alexandra Linett am 06.07. um 19 Uhr und von Petra Lohan am 30. 07. um 17 Uhr.

Symbole , Spuren , Zeichen , Codes – ein QUADROLOG

Ausstellung in der Galerie am Nöldnerplatz,

Lückstr. 72/73, 10317 Berlin

26.06.  – 30.07.2017, Vernissage am 24.06. um 17 Uhr

Gregor Gysi / Anna Thalbach / Max Moor lesen „Marx und Engels intim – aus dem unzensierten Briefwechsel“

Eine Lesung aus den persönlichen Briefen und Texten der berühmtesten Philosophen der Welt: Karl Marx und Friedrich Engels. Diese privaten Briefe dieser beiden Männer sind so unerwartet deftig, dass man sie unbedingt vorlesen muss.

Nach dem Tode von Marx erbte Engels alle seine schriftlichen Unterlagen. Nach Engels´ Tod wiederum ging alles in das Eigentum der SPD über, die Marx´ Nachlass aber so nachlässig verwaltete, dass einige seiner Aufzeichnungen einfach verloren gingen.

Einer der Menschen, die sich daran machten, alle Dokumente der beiden wieder zu einer kompletten Sammlung zusammenzutragen, war ein Mann namens Dawid Rjasanow, der Leiter des Moskauer Marx-Engels-Instituts war. Herr Rjasanow sammelte einfach alles. Auch die Briefe, aus denen diese Lesung besteht. Das machte ihn in den Augen der sowjetischen Führung so verdächtig, dass man ihn 1938 vorsichtshalber erschießen ließ. Man kann ja nie wissen bei so neugierigen Leuten!

Es wird vorgelesen, was teilweise nie für die Öffentlichkeit bestimmt war! Und Sie werden fürs Zuhören bestimmt nicht erschossen! Versprochen!

Dr. Gregor Gysi, Jahrgang 1948, prägte wie wenige andere Politiker der vergangenen Jahre die politische Debatte in Deutschland. Als Rechtsanwalt vertrat er u. a. Robert Havemann, Rudolf Bahro und Bärbel Bohley. Er war der letzte Parteivorsitzende der SED und der erste der PDS. Von 1990 bis 2002 und wieder seit 2005 ist Gysi Mitglied des Deutschen Bundestages gewesen. Mit seinen Reden fasziniert er bis heute selbst seine politischen Gegner. Als Fraktionsvorsitzender führte er die Partei Die Linke zehn Jahre lang, bis er im Herbst 2015 von der Bundesfraktions-Spitze abtrat. Im Dezember 2016 wurde er zum Präsidenten der Europäischen Linken gewählt.

Max Moor ist gebürtige Schweizer und studierte an der Zürcher Schauspiel-Akademie und arbeitete als Film- und Theaterschauspieler. Seine über 25-jährige Karriere als Reporter und Moderator beginnt bei kunst-stücke im ORF. Mit dem Grimme-Preis-nominierten CANALE GRANDE auf VOX wird er in Deutschland bekannt. Für 3sat moderierte er ab 2005 das Magazin KULTURZEIT. 2007 übernimmt er die ARD-Kultursendung ttt – titel, thesen, temperamente. Darüber hinaus präsentiert er die regelmäßigen Gesprächsreihen BERNER REDEN und MAX MOOR & DIE KUNST – FÜR ALLES UND JEDEN? in Bonn.

Anna Thalbach gehört zu den großen Charakter-Darstellerinnen des deutschen Films und Fernsehens. In TV-Kultserien wie „Tatort“ oder herausragenden Kinoproduktionen wie „Friedrich – Ein deutscher König“ begeisterte die Schauspielerin ein Millionen-Publikum. Anna Thalbach ist eine der versiertesten und besten Hörbuchinterpretinnen, die auch durch ihre Live-Lesungen begeistert.

Donnerstag, 29. Juni 2017– 20:00 Literatur LIVE im PRATER

Veranstaltungsort

PRATER

Kastanienallee 7-9

10435 Berlin

Karten-Tel. 55 77 52 52

besucherservice@parkaue.de

Christian Brückner liest Roger Willemsen „Wer wir waren“

Christian Brückner hat den letzten Text von Roger Willemsen als Hörbuch eingesprochen und liest nun live im Prater

„Woher nehmen wir nur all unser Nichtwissen?“

Im Sommer vor seinem Tod arbeitete Roger Willemsen an einem neuen Buch: „Wer wir waren“ sollte es heißen. Er sah sich unsere Gegenwart an, als wäre er schon viele Jahre weiter in die Zukunft gereist: Was machen wir gerade mit dieser Welt und unserem Leben? Warum machen wir das? Und warum machen wir es nicht anders, obwohl wir wissen, dass wir so in die Katastrophe schlittern? Roger Willemsen arbeitete an diesem Buch mit großer Entschiedenheit und Leidenschaft.

„Wer wir waren“ sollte im Herbst 2016 erscheinen, aber Roger Willemsen hörte auf zu schreiben, als er von seiner Krankheit erfuhr. Er trat auch nicht mehr auf. Kurz vorher hatte er im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eine Rede von mitreißendem Furor gehalten, in der er den Kern von „Wer wir waren“ formuliert hat. Sie war für ihn von großer Bedeutung und ist es für uns umso mehr: Es war sein letzter Auftritt, es ist sein letzter Text.

Uns haben viele Briefe erreicht, in denen Roger Willemsens Leserinnen und Leser fragen, ob wir wissen, was er zu den politischen und sozialen Entwicklungen unserer Tage gesagt hätte. Diese Rede gibt darauf Antworten. Auch deswegen haben wir uns entschlossen, sie zu veröffentlichen. Ihr Aufruf, sich nicht einverstanden zu erklären, lässt uns alle spüren, wen wir verloren haben. Und was wir ihm und uns schuldig sind. Jörg Bong. Verlegerischer Geschäftsführer S. Fischer Verlag. Frankfurt, 2016

Der gleichzeitig coole, warme und raumgreifender Sound von Christian Brückner ist durch Filme, Hörfunk, Lesungen, Hörbücher und als Synchronstimme ( Robert de Niro, Harvey Keitel, Martin Sheen, Peter Fonda etc.) zur Legende geworden. Zusammen mit seiner Frau Waltraut gründete er den parlando (Hörbuch-)Verlag (www.parlando-verlag.de). Christian Brückner wird für seine Arbeit mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet und erhält mehrfach den Deutschen Hörbuchpreis, 2012, erstmalig als Auszeichnung für das Lebenswerk. Er ist Ehrenpreisträger der deutsche Schallplattenkritik 2016.

Veranstaltungsort

PRATER

Freitag, 30. Juni 2017– 20:00 Literatur LIVE im PRATER

Kastanienallee 7-9

10435 Berlin

Karten-Tel. 55 77 52 52

besucherservice@parkaue.de

Ucon Acrobatics

Im Frühjahr 2001 wurde die  erste Kollektion veröffentlicht mit der Vision eine Marke ins Leben zu rufen die sich durch Qualität, Innovation, Kreativität und eine Produktion unter fairen Bedingungen auszeichnet. Mit einer großen Leidenschaft für die Arbeit von talentierten Künstlern und der Design-Community arbeiteten sie an einzigartigen Kooperationen um ein kreatives und gesundes Umfeld für die Marke zu schaffen. Das Studio in Berlin-Friedrichshain, ein alter komplett umgebauter Kuhstall, liegt in einem Kiez wo Kunst, progressives Design, Architektur und Mode eine lange Tradition hat.

Die Produkte entstehen im berliner Studio aus der Inspiration der Stadt, den Ländern die sie bereiset haben und durch  Freunde und Bekannte. Den Anspruch an denen  sie an ihr Produktdesign haben spiegelt sich vor allem in Minimalismus, Innovation und Funktionalität wieder. Bei jeder neuen Entwicklung habe sie den Anspruch an sich selbst, ein perfektes Produkt zu kreieren. Diese sollen Spass machen, den Alltag erleichtern und gleichzeitig gut aussehen. Diese Erfahrung aus über 15 Jahren seit Gründung haben ihnen geholfen eine Marke zu schaffen auf die sie sehr stolz sind. Ucon Acrobatics richtet sich an eine neue Generation von kreativen Konsumenten, die unsere Vision von innovativen & funktionalen und gleichzeitig modernen, minimalistischen Produkten teilt. Ein ganz klarer Fokus auf das bestmögliche Produkt mit anspruchsvoller Fertigung und technischem Know-How haben sie dahin gebracht wo sie heute sind.

Die Bedeutung von Ucon Acrobatics

Das Leben in der Stadt haben wir mit grosser Begeisterung angenommen. Wir schätzen es sehr dort zu wohnen wo sich soviele unterschiedliche Kulturen treffen. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die der ein oder andere vielleicht im Vorbeigehen übersehen mag, uns aber immer wieder auf’s neue inspirieren. Die täglichen Herausforderungen sind für uns Abenteuer die wir leben, nicht Probleme die wir lösen. Wir wollen leicht durch’s Leben gehen, und jeden Tag unsere Ideen hinterfragen um uns ständig weiterzuentwickeln – ohne jemals and der Qualität oder an unseren Idealen Abstriche zu machen.
Ucon Acrobatics. Balance und Leichtigkeit im täglichen Leben.
Link: https://ucon-acrobatics.com/view-all-items/?firstload=20

All-White Everything at SEEK’S SUPER NATURAL POP-UP SHOP

Vom 4. bis 8. Juli 2017 bringt die SEEK zur Fashion Week einen Pop-up-Shop auf die Straße.

Die SEEK transformiert den Hotspot Fechtner Delikatessen – bekannt für ein umfassend gesundes Food-Angebot bestehend aus regionalen Produkten höchster Qualität – in ein Retail-Konzept. Fashion In- und Outsider finden hier zusammen, um zu inspirieren und sich inspirieren zu lassen. Die Berliner Torstraße, wo das erste Pop-up-Format der SEEK aufschlägt, ist ein Zentrum der Offenheit, Inspiration und Individualität.

Die SEEK als offizielle ‚voice of street culture’ begibt sich mitten hinein ins Leben.

Marke, Einkäufer, Presse, Konsumenten – die Grenzen verschwimmen von Saison zu Saison mehr. Als zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen des Handels präsentiert der Shop eine kuratierte Auswahl von Mode, Food und Lifestyle. Mehr noch: Der Einkauf wird zum Erlebnis, indem ein Konzept entsteht, an dem jeder teilhaben will, und das jeder teilen möchte.

Das Konzept Super Natural ist gleichermaßen das Dachthema der sechsten Ausgabe des SEEK Magazines. Im Pop-up-Shop werden ausschließlich weiße Produkte angeboten, in einem klaren und auf das Wesentliche reduzierten Umfeld. Am 3. Juli wird dann zum Launch der aktuellen Printausgabe in den Pop-up-Shop eingeladen.

Super Natural ist in Zusammenarbeit mit Daniel Padilla Werner (Brand & Retail Consultant/Buyer Denim & Urban bei der KaDeWe Group) entstanden.

Rudy Cremonini - The Club

The Club ist die driHe Einzelausstellung des in Bologna lebenden und arbeitenden Künstlers Rudy Cremonini (*1981 Bologna, Italien).
Rudy Cremonini erschaS mit seiner einzigarTgen Pinselführung, mit der er die Farben oW dick und cremig auf die Leinwand auWrägt, Bildwelten von poeTscher Intensität, die sich zwischen FiguraTon und AbstrakTon bewegen. Dabei nutzt der Künstler keinerlei Vorzeichnungen, sondern arbeitet direkt auf der Leinwand. Die MoTve in seinen Bildwelten sind Gegenstände (STllleben), Figuren (Porträts) oder Szenen aus seinem unmiHelbaren Umfeld. Neben der abstrakten Malweise sind es die überwiegend zarten, eher dunkleren Farben, die diesen MoTven eine hintergründige Tiefe und gewisse MysTk einverleiben. 
 Für die Ausstellung The Club hat sich Cremonini insbesondere mit dem Genre der Porträtmalerei auseinandergesetzt. Für ein Porträt, so der Künstler, brauche der Maler „viel Kontrolle und Respekt für die Person“ da es „voller KraW und Energie“ stecke. Schon kleinste Gesten – seien es leuchtend blaue Augen wie in Blue Wool, die stylische HerrenkeHe und das Unterhemd in If Your Life is oder die weiße Haube der Krankenschwester in The Nurse – können Rückschlüsse auf den Charakter der porträTerten Person zulassen, sie gar einer besTmmten (GesellschaWs-)Gruppe zuordnen. GleichzeiTg geht es Rudy Cremonini darum, das „Verwundbare“ im Subjekt für den Betrachter sichtbar zu machen, so wie mit der Arbeit The Club. Es zeigt die Nahansicht eines dunkelhäutigen Menschen. Lediglich die Augen und der Ansatz des Mundes sind eindeutig zu erkennen. Cremonini macht mit dieser Arbeit auf die aktuelle Situation vieler Flüchtlinge aufmerksam, die von Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt, nicht in den „Club“ aufgenommen werden.
Daneben werden wieder Arbeiten zum Thema der „Sicherheitszonen“ – oder Rückzugsorte – in der Ausstellung zu sehen sein, ein für Rudy Cremonini typisches Thema. So zeigt er uns in The New Bedroom ein junges Mädchen, das mit Kopeörern auf dem Boden ihres Zimmers sitzt und vollkommen von der Außenwelt abgeschirmt in ein Buch oder eine ZeitschriW verTeW zu sein scheint. Auch hier hat der Künstler, auf der Suche nach neuen MoTven, Details aus dieser Arbeit herauslöst und zu eigenständigen Bildwelten mit eigener Wirkung erweckt (Music, Indoor Plants und Ceramic Penguins). 
 Im März dieses Jahres feierte die Galerie mit dem Künstler dessen New Yorker Messedebüt auf der Volta NY überaus erfolgreich. Schon zuvor machte Cremonini durch zahlreiche Ausstellungen in Italien, Frankreich und Deutschland auf sich aufmerksam und gehört zu den aufstrebenden und vielversprechendsten jungen Künstlern der Galerie Thomas Fuchs.

SAVVY Funk

Im Rahmen des Radioprogramms Every Time A Ear di Soun präsentieren die documenta 14, Deutschlandfunk Kultur und SAVVY Contemporary SAVVY Funk, ein Radioprojekt und offenes Archiv in Form eines Lese- und Hörraums sowie eine Reihe von „Fußnoten“ der eingeladenen Künstler_innen.

SAVVY Funk geht am 16. Juni um Mitternacht auf Sendung und sendet bis zum 8. Juli auf UKW 103.0 MHz in Berlin, UKW 90.4 MHz in Kassel, SW 15560 kHz und auf documenta14.de.

Offene Galerie und Radiostudio vom 17. Juni bis 8. Juli täglich von 9–24 Uhr, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin

Eröffnungsparty 17. Juni, 18 Uhr, SAVVY Contemporary im silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin

Live auf der Bühne: Adespotes Skyles, Satch Hoyt, AGF (Antye Greie-Ripatti) und Mista Wallizz

SAVVY Contemporary wird für 22 Tage zu einem Radiosender, der sich als offenes Studio und Plattform versteht und Audiomaterial und Hör-Inhalte live produziert und sendet. SAVVY Funk, ein 24/7-Radioprogramm und -Kunstwerk, ist ein Raum für Hörexperimente, neue Formen der Partizipation, Performativität und erkenntnistheoretische Vielfalt. Als Projekt mit einer breiten Palette von Praktiken und Sprachen, erkundet SAVVY Funk klangliche und auditive Phänomene – Stimme, Geräusch, Musik und Sprache – als Medien, um kontrahegemoniale Geschichten zu schreiben; reflektiert wird zudem, wie durch Klang psychische und physikalische Räume geschaffen und organisiert werden.

SAVVY Funk setzt auf die Kraft des Sounds und des Radios bei der Ausgestaltung von Wissen und Aktion. Inspiriert von Frantz Fanon und seiner Auffassung des Radios als Mittel des politischen Kampfs und des Widerstands sowie von Rudolf Arnheims Aufruf, ausdrücklich die Dichter „in die Funkstudios“ zu holen, hat das Projekt 18 Künstler_innen eingeladen, das Radioprogramm zu gestalten. Die Künstler_innen haben mit Studierenden der von Professor Nathalie Singer und Martin Hirsch geleiteten Klasse für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar Formen der Zusammenarbeit entwickelt.

Die Bauhaus-Universität Weimar stellt zudem ein offenes Archiv mit über zweihundert Gegenständen zur Verfügung, das von Singers Privatsammlung (darunter wichtige Buchpublikationen, Schallplatten und historische Objekte aus der Frühzeit des Sendebetriebs und des Hörspiels) bis zu dem digitalen Archiv für Radiokunst EXPA reicht, einem Projekt und einer Ausstellungsreihe der Bauhaus-Universität Weimar. Besucher_innen sind eingeladen, diese Sammlung von mehr als 7000 Audioarbeiten, die über ein Jahrhundert Radio- und Audiokunstgeschichte umfasst, zu durchstöbern und anzuhören. Am Klangarchiv für Audiokunst EXPA ist SAVVY.doc, die offene Bibliothek von SAVVY Contemporary mit seltenen Publikationen und Magazinen ebenso beteiligt wie Colonial Neighbours, SAVVY Contemporarys dauerhaftes radikales und partizipatives Archiv zur deutschen Kolonialgeschichte.

Zusätzlich zum Radioprogramm und dem Lese- und Hörraum stellt eine Reihe von „Fußnoten“ in Form von Kunstwerken, Dokumenten, Videoarbeiten und Hörstücken Überlegungen über die Macht des Hörens und die poetischen und politischen Dimensionen des Klangs an. Neben den Beiträgen der SAVVY Funk Künstler_innen präsentiert Rui Vilela seine Recherchen über das guinea-bissauische Rádio Libertação, welches 1967 während der kolonialen Besetzung durch Portugal gegründet wurde und eine wichtige Rolle spielt für die von Amílcar Cabral ins Leben gerufene afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und den Kapverden (PAIGC).

Diese Arbeiten, die sich über die Räume von SAVVY Contemporary verteilen, sind mit den Strukturen des Sendestudios durch eine von Igor Eskinja entworfene Raumintervention verknüpft. Besucher_innen des SAVVY Funk sind eingeladen, in dieses vielschichtige Forschungsmaterial einzutauchen, das Radio machen in vivo zu erleben und zugleich Akteure in einer „einfallsreichen Partnerschaft zwischen Ausübenden und Publikum zu werden“ (Seán Street, The Poetry of Radio: The Colour of Sound, New York: Routledge, 2012).

Teilnehmende Künstler_innen und Radiomacher_innen

AGF (Antye Greie-Ripatti), Leo Asemota, Gívan Belá, Alessandro Bosetti, Alberto de Campo, Igor Eskinja, Islands Songs (Silvia Ploner & Nicolas Perret), Tim Etchells, Abrie Fourie (Colonial Neighbours), Dani Gal and Achim Lengerer, Satch Hoyt, Felix Kubin, Brandon LaBelle and Anna Bromley , Missy Magazine (Gina D’Orio & Margarita Tsomou), Mobile Radio (Sara Washington & Knut Aufermann), Nástio Mosquito, Ahmet Öğüt, reboot.fm (Diana McCarty & Pit Schultz), Natascha Sadr, Haghighian and Nicholas Bussmann, Saout Radio (Anna Raimondo & Younes Baba-Ali), Rui Vilela , Tito Valery, James Webb

SAVVY Funk Team

Programmverantwortliche und Kuratoren:

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Marcus Gammel, Elena Agudio

Koordinatoren:

Tina Klatte, Maximilian Netter

Kuratorische Assistentin:

Sol Izquierdo de la Viña

Management:

Lema Sikod

Management Assistentin:

Lynhan Balatbat

Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, Studiengang Kunst und Gestaltung:

Unter Leitung von Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch

Radiosendung:

Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Grit Lieder, Johann Mittmann, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch, Markus Westphal

Ausstellungsdesign und Archivrecherche:

Anna Rupp, Rosa Süß, Rafael Brasil Sabino, Alejandro Weyler. Aus dem EXPA Archiv und der Sammlung von Nathalie Singer

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der documenta 14.

ROMAIN KRONENBERG - Rien que de la terre, et de plus en plus sèche

In this movie by Romain Kronenberg, two young men have settled in the inhospitable desert region of Eastern Turkey, at the Syrian front, waiting for the return of their friend who has gone off to scout the area in search of more habitable land.

They communicate through radio transmitters – the scout describing his path across the vast expanse of desert, while the two men who have stayed behind listen to him and begin to imagine and plan a more hopeful future on the other side of the desert.But when the radio signal starts to fade and the voice disappears, the two men are confronted with the responsibility of locating their friend.

ROMAIN KRONENBERG Born in Paris in 1975, Romain Kronenberg attended the Faculty of Theology in Geneva from 1994 to 1995. From 1996 to 2001, he entered the Conservatoire Supérieur de Musique in Geneva before joining the Center for the Composition of Music Iannis Xenakis (CCMIX) from 2001 to 2002. From 2001 to 2005 he became a composer and a sound designer at the IRCAM (Institute for Research and Coordination in Acoustics/Music) in Paris. Since 2004, he has worked as a filmmaker, plastic artist and composer. Kronenberg’s most recent works define themselves by their rigor and ambiguity, focusing on the idea of renewal (and rebirth), as they attempt to seize an ever-changing vision of the world. He imagines stories where opposingviews coexist,neither in black-and-white oppositionnorin dialetical relation, but in simultaneity.

He expressesthis through the superimposition of images capturingoptimism and pessimism, Titans and Gods, the individual and the collective, the organic and the inorganic, desire and fear, the human and thedivine. In 2005, he set up a display of his work at the Fondation Cartier in Paris and at the Adn Gallery in Barcelona, and thenat the Xippas Gallery and The Palais de Tokyoin 2008. His work was then exhibited at Paris’s Galerie Centquatre in 2010, at Berlin’s Werkstatt der Kulturen in 2012, and at Singapore’s Institute of Contemporary Arts in 2013. The same year, his work was presented at the International Film Festival in Rotterdam. In 2015, there was an outdoor screening of his work at the International Contemporary Art Fair in Paris. His works have also been screened at the Fondation Galeries Lafayette, the Salon de Montrouge, Radio France, the Loop in Barcelona, the Kyoto Art Center, the Mardin Biennial in Turkey, and the Kunst im Tunnel (KIT) in Düsseldorf.

Thomas Köner - Expanding Illuminance

An hypnotic journey through two visions of the future and two utopias, from footages of the monumental «Metropolis» (Fritz Lang, 1927) and of the film 80`s cult «Tron» (Steven Lisberger, 1982). Thomas Köner Thomas Köner studied at the Music Academy in Dortmund, and at CEM-Studio in Arnhem.

His work revolves mainly on the combination of visual and audio experiences, and develops into installations, concerts, videos, photos and multimedia works. In 2000, he received the “New Media Prize” at the Montreal International Festival New Cinema New Media. In 2004, he received the “Golden Nica” of Prix Ars Electronica, the “Produktionspreis WDR/Deutscher Klangkust – Preis” (German prize for sound art). His media installation “Suburb of the Void” received the Transmediale prize 2005 in Berli and was presented at the Venice Biennale, at the Fenice theatre, as a live performance. Various important museums has acquired his audio-visual works for their collection: mainly the Pompidou Centre, the Museum of contemporary art of Montreal, the Comunidad of Madrid, the FRAC of Limousin. In 2008, he participated at the Media Art Biennale in Seoul. In 2009, he received the MuVi prize at the International short film festival of Oberhausen. Thomas Köner is nominated for the Nam June Paik prize in 2012.

ANTONI MUNTADAS In Girum revisited / International Première

Antoni Muntadas was born in 1942 in Barcelona. After studying architecture and engineering in Barcelona, Muntadas dedicated himself to art, and ever since 1971,he has focused specifically on videoproduction. He settled in the U.S., where he was granted a fellowship, then became a professor at the Center of Advanced Visual Studies (MIT) in Cambridge, Massachusetts.

He now lives in New York and is aprofessor of the practicein MIT’s Department of Architecutre, heading its Program in Art, Culture and Technology (ACT). He is also a professor at the Instituto Universitario de Arquitectura del Veneto in Venice. Antoni Muntadas was an early pioneer of video and installation art in the mid-seventies, and he has continued to work with photography, video, installation art, audio recording, and urban art. Over four decades, Muntadas has been developing these projects, which critically reflect on key issues in the configuration of contemporary experience.

His aim is to detect and decode the control and power mechanisms through which hegemonic ways of seeing are built, and explore the decisive role played by the mass media in this process. In his works, which always reflect a clear creative processand often make a direct appeal to viewer participation, Muntadas uses an array of media, languages and discursive strategies that encompassinterventions in public space, video and photography, the publication of printed material, the use of Internet and new digital tools, multimedia installations, and the organisation of multidisciplinary, collaborative research projects.

Muntadas has taught and directed seminars at diverse institutions throughout Europe and the United States, including the National School of Fine Arts in Paris, the Fine Arts Schools of Bordeaux and Grenoble, the University of California in San Diego, the San Francisco Art Institute, Cooper Union, the University of São Paulo, and the University of Buenos Aires. He has also served as a resident artist and consulting advisor for various research and education centres including the Visual Studies Workshop in Rochester, the Banff Centre in Alberta, Arteleku in San Sebastian, The National Studio for Contemporary Arts Le Fresnoy, and the University of Western Sydney. His work has been exhibited in numerous museums, including the Museum of Modern Art (MoMA) in New York, the Berkeley Art Museum, the Montreal Contemporary Art Museum, the Reina Sofia Museum in Madrid, the Museum of Modern Art , Haus der Kulturen der Welt, Berlin 7 in Buenos Aires, the Museum of Modern Art in Rio de Janeiro, and the Museum of Contemporary Art in Barcelona. His work has been included in international events and venues such the 9th and 10th editions of Documenta Kassel (1977, 1997), the Whitney Biennial of American Art (1991), the 51st Venice Biennial (2005), and others in São Paulo, Lyon, Taipei, Gwangju, and Havana.

His solo exhibitions have also appeared at the Württembergischer Kunstverein Stuttgart, the Centro de las Artes in Sevilla and the Centre d’art contemporain in Thiers. He presented an installation at the Inter-Society of Electronic Arts in San José, California in 2006, the Telefónica Foundation Space, the Recoleta Cultural Center, and the Spanish Cultural Center in Buenos Airesin in 2007, and the Cervantes Institute in Paris in 2008. In 2009, he carried out an art intervention at the Mies van der Rohe Pavillion. In Montréal,his work was shown at the SBC Gallery of Contemporary Art and at the Cinemathéque Quebécoise.

Supported by the program Lives And Works in Istanbul, he exhibited at the Istanbul Modern Museum in 2010. More recently, there was a Muntadas retrospective at the Reine Sofia Museum, showcasing his»Entre/Between», which ran from 2011 to 2012. In 2013, his work was exhibited inside Pinacoteca Station in Sao Paulo.It has also been shown at Galeria Michella Rizzo in Venice and at Galería Moisés Pérez de Albéniz in Madrid. His exhibit»About Academia», previously installed in 2011 at The Carpenter Center for the Visual Arts at Harvard University, traveled to the Audain Gallery in Vancouver in early 2013. Muntadas is the recipient ofnumerousprizes and grants from institutionssuch as the Solomon R. Guggenheim Foundation, the Rockefeller Foundation, the National Endowment for the Arts, the New York State Council on the Arts, and Arts Electronica in Linz. He received theLaser d’Or prize (considered the «Oscar of Video Art») from the International Association for Video in the Arts and Culture in Locarno, the National Prize of Plastic Arts from the Catalan Government, and the National Prize of Plastic Arts(2005) and the Velázquez Plastic Arts Prize (2009)from the Spanish Ministry of Culture.

AES+F Inverso Mundus

Shown at the 56th Venice Biennial, the panoramic video «Inverso Mundus» is a delirious and absurd interpretation of the series of 16th-century historical engravings, «Inverso Mundus» (The World Upside Down), through filmed episodes of contemporary life. Characters are acting out scenes of absurd social utopias, changing their masks, morphing from beggars into rich men – from policemen into thieves. Metrosexual cleaners shower the city with debris. Female inquisitors torture men on IKEA-style devices. Children and seniors are locked in a kick-boxing match. The film depicts a world where chimeras are pets and the Apocalypse is entertainment. AES+F AES+F is an artist collective formed as AES in 1987, by three Russian artists – Tatiana Arzamasova, Lev Evzovich, and Evgeny Svyatsky, and joined in 1995 by Vladimir Fridkes, at which point the group was renamed

AES+F. Tatiana was born in 1955 in Moscow, where she graduated from Moscow Architectural Institute (MARCHI) – State Academy in 1978. Prior to founding AES Group, Tatiana was a conceptual architect. She participated in conceptual architecture exhibitions in London, Paris, and Venice. Lev was born in 1958 in Moscow, where he graduated from Moscow Architectural Institute in 1982. Prior to founding AES Group, Lev also worked in conceptual architecture. He participated in conceptual architecture exhibitions in Milan, Frankfurt-on-Main, and Paris.

Lev also worked as an art director in film. Evgeny was born in 1957 in Moscow, where he graduated from Moscow University of Print Design in 1980. Prior to founding AES Group, Evgeny worked in book illustration, advertising, and graphic design. Evgeny also worked as a creative director for publishing houses in Moscow. Vladimir was born in Moscow in 1956, where he worked as a fashion photographer prior to joining the collective. His work was published in many leading fashion magazines: VOGUE, Harper’s Bazaar, ELLE, Marie Claire, Cosmopolitan, Sunday Times Style and others. The artist collective works in photography, video, and animation, as well as more traditional media, such as painting, drawing, sculpture and architecture.

AES+F’s early work included performance, installation art, painting, and illustration. Well-known for their monumental video-art installations that Gareth Harris of The Art Newspaper describes as «monumental painting set in motion», AES+F create largevisualfrescoes that explore contemporary global values, vices and conflicts, all while deploying a sophisticated, poetic dialogue among these media and plumbing the depths of art history and other cultural canons. Berlin 5 AES+F’s workhas been exhibited at numerous international festivals – namely,at ARS-06 at Kiasma in Helsinki and at the biennales of Venice, Lyon, Sydney, Gwangju, Moscow, Gothenburg, Havana, Tirana, Istanbul, Bratislava, Seoul etc. Their works belong to some of the world’s most important collections : at theModern Musesum in Stockholm, the Musée de l’Elysée in Lausanne, the Museum of Contemporary Art in Krákow (MOCAK),the Sammlung Goetz Museum in Munich, the ZKM (Center for Art and Media) in Karlsruhe,the Art Gallery of South Australia in Adelaide, the Museum of Old and New Art in Tasmania, the Centre de Arte dos de Mayo in Madrid, andthe Maison Européenne de la Photographie, the Center Georges Pompidou, and the Louis Vuitton Foundation in Paris.

Their work is represented by some of Russia’s most important national museums, such as The State Tretyakov Gallery (Moscow), The State Russian Museum (St. Petersburg), and the Multimedia Art Museum (Moscow). They won the Bronze Medal from Russian National Academy of Fine Arts in 2005, the Sergey Kuryokhin Award in 2011, the Kandinsky Prize in 2012, the Gold Medal from Russian National Academy of Fine Arts in 2013, the NordArt-Prize in 2014, and the Pino Pascali Prize in 2015.

RENCONTRES INTERNATIONALES PARIS/BERLIN

New cinema and contemporary art
Our contemporary visual culture is located at the interjection of esthetic, social and political
questionnings of our times, and issues linked to the evolution of production and diffusion
modes. Rencontres Internationales Paris/Berlin proposes to explore these practices and
their evolutions.
From 13 to 18 June in Berlin at the Haus der Kulturen der Welt, the Rencontres
Internationales creates a space for discovery and reflection dedicated to moving image
contemporary practices.
Between new cinema and contemporary art, this unique platform in Europe offers a rare
opening for contemporary audiovisual creation. Documentary approaches, experimental
fictions, videos, hybrid forms: the programme is the result of extensive research and
invitations to signficant artists from cinema and contemporary art.
The event offers an international programme gathering 120 works of 40
countries.
By bringing together internationally renowned artists and filmmakers with young
and emerging ones, the audience will attend indoor screenings, special events, video
programmes, performances and discussions, in the presence of art centres and museums,
curators, artists and distributors who will share with the audience their experience and
views on new audiovisual practices and issues.
The event is entry free.
Collaborations beside the Rencontres Internationales dates are developed with occasional
screenings, temporary exhibitions and workshops on the invitation of museums, art centres,
biennales and art schools in Europe and internationally. These include the National School
of Fine Arts in Paris, the National Museum of Contemporary Art in Bucharest, the Beirut
Art Centre, the Cartagena Biennial, the Prague Triennial, the National Palace of Arts in
Buenos Aires. These collaborations prolonge the Rencontres Internationales, enable to
reach new audiences and to support artists through regular activities.
Nathalie Hénon and Jean-François Rettig run and program Les Rencontres Internationales.
Furthermore they are invited curators in museums, art schools and art centres. They
regularly take part in committees of institutions, such as in the past years at Institut
Français and Ville de Paris.
Nathalie Hénon studied philosophy at Sorbonne university and Louvain-La-Neuve university
where she also received the higher education agregation in philosophy. She teaches at
Science-Po and Paris 3 university, develop a research on Law studies, is translator and
literary critic.
Jean-François Rettig studied philosophy at Sorbonne university, as well as esthetics,
cinema and contemporary musicology. He has taught French and philosophy, and worked
on international projects at Danaé Art Fondation. He is member of the French-German High
Cultural Council, where he represented arts and multimedias fields from 2005 to 2009.

 

Die vielseitige Künstlerin Anastasia May

Anastasia May wurde 1985 in der russischen Metropole St.Petersburg geboren. Bereits als Kind hat sie viele spannende Städte und Ortschaften Russlands kennengelernt. Den Atlantischen Ozean, Sibirische Weiten und Fernöstliche Landschaften, die sie als Kind mit ihren Eltern bereist hatte, haben bei ihr einen starken Eindruck hinterlassen. Alte Märchen und Sagen, faszinierende Bräuche und Geschichten der ansässigen Völker haben eine Sehnsucht nach Zauber in Ihrer Seele geweckt. Als Kind war sie fasziniert von den Bilderbüchern und fing bereits mit 6 Jahren an, ihre ersten Illustrationen zu den Märchen zu malen.

Ihre Bilder strahlen in leuchtenden Farben, ihre Figuren scheinen aus anderen Welten zu kommen und die alten Weisheiten der unterschiedlichen Kulturen spiegeln sich in Ihren Bildern wieder. Anastasias Sehnsucht nach der Leichtigkeit des Seins spürt man in allen ihren Arbeiten und sie laden die Betrachter ein, in die zauberhafte Welt ihrer Phantasie einzutauchen. Ihre Bilder sind mit Harmonie und Freude erfüllt, sie berühren unsere Herzen auf ganz eigene Weise. Als markanter Punkt in Ihren Arbeiten sind Darstellungen  von Frauen, deren überdimensional gestaltete Kussmünder zu sehen sind.

Anastasia May bringt In ihren Bildern  die pure Lebensfreude zum Ausdruck.

Heute eröffnet die Ausstellung der documenta 14 in Kassel

Heute, am 10. Juni 2017, eröffnet die Ausstellung der documenta 14 in Kassel. An mehr als 30 verschiedenen Orten, öffentlichen Institutionen, Plätzen, Kinos und Universitätsstandorten werden mehr als 160 internationale Künstler_innen ihre für die documenta 14 konzipierten Arbeiten vorstellen. Die Ausstellungsorte sind täglich von 10-20 Uhr geöffnet.

Orientierung auf der documenta 14

Der Künstlerische Leiter Adam Szymczyk schlägt einen Parcours für den Besuch der documenta 14 in Kassel vor. Dieser beginnt am ehemaligen unterirdischen Bahnhof (KulturBahnhof) und erstreckt sich über die Nordstadt über den Friedrichsplatz in Richtung Süden bis zu der Torwache, dem unvollendeten Tor zur Stadt. Den Parcours sowie Informationen zu den Ausstellungsorten finden Sie auf der Webseite der documenta 14. Die Info-Karte mit allen Ausstellungsorten der documenta 14 in Kassel können sie hier herunterladen.

Die beiden Hauptpublikationen der documenta 14 sind das documenta 14: Daybook und Der documenta 14 Reader. Der documenta 14 Reader, eine kritische Anthologie, behandelt Fragen der Ökonomie, der Sprache und der Kolonialität von Macht, während das documenta 14: Daybook den an der documenta 14 beteiligten Künstler_innen gewidmet ist. Ergänzt wird das Daybook durch zwei Broschüren (Map Booklets), jeweils eines für Athen und Kassel, die überall dort erworben werden können, wo die Publikationen erhältlich sind. Die Broschüren können in den Schutzumschlag des Daybook eingelegt werden und vervollständigen damit das Buch. Sie liefern generelle Informationen zu den Ausstellungsorten und eine Liste der ausgestellten Werke.

Weiteres Informationsmaterial über die documenta 14 sowie das tägliche Veranstaltungsprogramm erhalten Sie im Presse- und Informationszentrum am Friedrichsplatz 4 in 34117 Kassel und im Public Paper, der zweiwöchentlichen Zeitung der documenta 14, die in allen Ausstellungsorten kostenfrei ausliegt.

Das vollständige Veranstaltungsprogramm der documenta 14 finden Sie im Kalender auf der Webseite der documenta 14.

Bücherspenden für The Parthenon of Books

The Parthenon of Books ist ein Kunstwerk im Prozess, das auf der Beteiligung der Öffentlichkeit basiert. Tausende Bücher wurden bereits für die Installation nach Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis gespendet, die derzeit auf dem Kasseler Friedrichsplatz erbaut wird. Auch während der Ausstellung können vor Ort noch Bücher abgegeben werden, um den Parthenon mit einst oder gegenwärtig verbotenen Büchern aus der ganzen Welt zu gestalten.

Wir laden Sie herzlich ein, zu Ihrem Besuch der Ausstellung ein Buch mitzubringen und so selbst ein Teil des Werks zu werden.

Besucher_innenumfrage

Während die documenta 14 in Kassel heute eröffnet wird, ist die Ausstellung seit dem 8. April in Athen zu sehen. In Athen zählt die documenta 14 bereits 244.000 Besuche an den verschiedenen Ausstellungsorten, den Werken im öffentlichen Raum und bei den zahlreichen Veranstaltungen und Performances rund um die Stadt. Die Besuche werden am Eingang von jedem Veranstaltungsort der documenta 14, Werken im öffentlichen Raum sowie Veranstaltungen gezählt.

Die documenta 14 hat während der ersten neun Wochen Besucher_innenbefragungen durchgeführt: 43 Prozent der Ausstellungsbesucher_innen sind griechische Besucher_innen und kommen aus Athen, Thessaloniki, Patras, Volos und anderen Teilen Griechenlands; ein Viertel der Besucher_innen kommen aus Deutschland, die weiteren Besucher_innen kommen aus der ganzen Welt (mehr als 56 verschiedene Länder), um die Ausstellung an den verschiedenen Orten zu besichtigen, an Veranstaltungen teilzunehmen, Konzerte zu hören und die vielen Ebenen des Programms der documenta 14 in Athen zu erleben. Laut Umfrage ist es für viele der griechischen und internationalen Besucher_innen der erste Besuch einer documenta. Die Besucherumfrage wurde von der Universität Kassel in Zusammenarbeit mit der Universität Athen durchgeführt

Hugo Matha, un designer Made in France

Il aime l’artisanat, le sur-mesure et les mélanges singuliers, comme pour ses pochettes en cuir et bois. Retour sur le parcours « fabriqué en France » de ce jeune créateur dont les accessoires se font bien remarquer.

BIO EXPRESS

Né il y a 24 ans dans un village tranquille de l’Aveyron au sein d’une famille de vignerons, Hugo Matha sait très vite ce vers quoi il se destine. « Depuis tout petit, je n’ai eu de cesse de m’exprimer en créant des objets. Aujourd’hui, je suis à une époque de ma vie où mes accessoires sont le vecteur que j’ai trouvé pour cela », explique le designer. Après avoir fait ses classes à l’école Duperré puis auprès d’Olivier Châtenet ­ styliste et spécialiste d’Yves Saint Laurent ­ et de Jean-Charles de Castelbajac, le jeune homme fonde son propre label dans l’esprit de la haute couture et du sur-mesure.

RÉPUTATION

Travailleur et débordant d’une énergie communicative, il s’attire,après seulement deux collections, la bienveillance du concept store Colette et de la presse féminine. Il prépare aussi une collaboration avec le gantier Causse ­ passé sous pavillon Chanel­ pour l’hiver 2015-2016. « Le chemin à parcourir reste long et je m’enthousiasme de tout ce qui reste à venir », confie-t-il.

STYLE

Ses modèles entièrement réalisés à la main et en édition limitée oscillent entre fonctionnalité du sac et beauté de l’objet design, une fois posés dans un coin. Selon lui, « des accessoires où s’expriment avec modernité les gestes propres à la qualité de l’artisanat et à l’intelligence industrielle », car le garçon a l’amour du travail d’atelier et de l’excellence.

INSPIRATIONS

Si les bois et les cuirs nobles ainsi que le plexiglas ont influencé sa collection automne-hiver 2014-2015, pour l’été prochain, il a introduit dans ses variations autour de la pochette des matériaux plus minéraux comme le grès, inspiré par « une femme d’exigence, déterminée et singulière, à l’instar de la danseuse Marie-Agnès Gillot ».

GALERIE KORNFELD presents Stéphane Couturier So Far So Close

“So Far So Close”: the themes of distance and proximity resonate throughout Stéphane Couturier’s current exhibition at Galerie Kornfeld. For the past five years, the French photographer has been travelling to Algiers on a regular basis to photograph the “Climat de France” housing estate. Built in the International Style during the late 1950s by French architect Fernand Pouillon, this monumental building project was designed to give the poorest of the poor a life outside the slums and to reinforce the influence of the French colonial authority over Algeria’s
Muslim population.
Although the housing estate in the Bab-El-Oued district borders directly on the Kasbah of Algiers, it has always been a kind of city within a city. Today about 30.000 people live in the 5.000 apartments built by Pouillon. “Climat de France” is neglected by politicians and avoided by the police, which has led to the emergence of new, locally developed structures and even buildings. At the heart of the estate is a monumental construction, articulated
around a square with 200 pillars. A central space for congregation, communication and commerce, it has also become a hub for the drug trade.
During his first visit to “Climat de France”, Stéphane Couturier instantly realized that his work would have to involve the people, who today inhabit and transform Pouillon’s ideal architectures according to their own needs and desires. Thus his repertoire of themes and motifs expanded: in addition to the large-scale, captivatingly composed, almost painterly photographs of buildings or architectural structures, he created pictures that document the people and their everyday life, capturing them in iconic images. Video portraits, which formally occupy a space
between image and film, and three-dimensional photo installations touch the very limits of the medium of “photography” and extend its spectrum.
These diverse aspects can be found throughout the exhibition, which features large-scale shots, resembling abstract paintings, side by side with smaller works. Colourful pictures, whose lightness and grace are reminiscent of the paintings of Henri Matisse, documentary-like scenes taken from everyday life, portrait shots and video portraits of the inhabitants of Bab-El-Oued and “Climat de France”, and thirty narrow, stele-like photo-objects are combined to create a multidimensional overall installation.
Stéphane Couturier (*1957) is one of the most renowned contemporary French photographers. His works can be found in many important collections throughout the world, such as the Centre Pompidou, the Musée du Petit Palais, the Cabinet des Estampes in the Bibliothèque Nationale de France (all in Paris), the National Gallery in Washington, the Art Institute of Chicago and the LACMA in the USA, the Gemeentemuseum in The Hague, the Weserburg in Bremen, the Museu Nacional da República in Brasilia, as well as in the Israel Museum in Jerusalem.
His works have been exhibited worldwide in solo and group exhibitions, for instance at the Venice Biennale in 2015 

THE GALLERIA GIORGIO FRANCHETTI AT CA’ D’ORO

Exquisite late-Gothic example of a ‘warehouse-residence’, Ca’ d’Oro – built for the rich merchant Marino Contarini between 1422 and about 1440, on the site of a previous Veneto Byzantine house – was bought in 1894 by Baron Giorgio Franchetti (Turin 1865 – Venice 1922), who decided to make it into a museum of his art collections, the result of a collecting passion begun in his youth in Venice, Austria and Germany and intensified from 1890 over the course of a long stay in Florence and numerous travels abroad. Donated to the state in 1916, which undertook to continue the works of furnishing and restoring the building, also buying the adjacent Palazzo Duodo, the gallery was opened to the public in 1927. Alongside the original nucleus, which included important Veneto and Flemish pieces and a considerable number of Renaissance paintings by rare and minor artists from central Italy, mainly Tuscan, works were exhibited from the state deposits, from the Museo Archeologico and the Gallerie dell’Accademia. Enriched by the further addition of sculptures from suppressed churches and demolished monuments, the museum contains – in addition to carpets, tapestries, detached frescoes (including fragments from the Fondaco dei Tedeschi) and wooden furniture of various periods and origins – an important nucleus of Renaissance medals and bronzes (including the big bronzes by Andrea Riccio from the dei Servi church, those by Vittore Camelio, the master of the Barbarigo altar and the very refined Apollo by Jacopo Bonaccolsi called l’Antico from the Pasqualigo collection) and a vast section of ceramics opened in 1992 in the adjacent Palazzo Duodo. The rich numismatic collection is also accessible on request to scholars and specialists, with Venetian coins from all periods, Byzantine and Arab pieces and examples from other European countries. Noteworthy among the most prestigious works in the gallery – which also boasts an interesting section of sixteenth- and seventeenth-century Flemish and Dutch painting with landscapes, genre scenes and still lifes – are the Portrait of Marcello Durazzo by Van Dyck, Venus in the Mirror by Titian, Sleeping Venus by Paris Bordon, two Venetian Views by Francesco Guardi and, again among the paintings from the original bequest, the Saint Sebastian by Andrea Mantegna, the most outstanding masterpiece in the museum, still housed in the evocative marble clad architectural space that Franchetti conceived to isolate the work in a sacred dimension. The visit to the palazzo includes more than just the gallery, as it still retains the structure of a Venetian warehouse-residence. The internal courtyard is particularly interesting with its stunning floor mosaic in antique marble, laid by the baron himself and evoking Cosmati floors and the St Mark’s mosaics, and the original well-head sculpted by Bartolomeo Bon in 1427. The ashes of Baron Giorgio Franchetti, as ideal custodian of the building and its fate, lie in the colonnaded atrium under a porphyry stone.

SerenissimeTrame - CARPETS FROM THE ZALESKI COLLECTION AND RENAISSANCE PAINTINGS

A story of collecting and passion for art

The Galleria Giorgio Franchetti at Ca’ d’Oro, Venice, opens the SERENISSIME TRAME exhibition on Thursday 23 March, curated by Claudia Cremonini, Moshe Tabibnia and Giovanni Valagussa. This is the first museum presentation of the Zaleski collection and features a selection of twenty-six very early carpets from the near East, chosen from an important collection, probably the most complete in the world.

The exhibition in the extraordinary Venetian building, produced by the Polo Museale del Veneto and the Fondazione Tassara of Brescia, is a tribute to the collecting passion of Giorgio Franchetti, founder of the Ca’ d’Oro state museum, who concentrated his youthful interests on carpets and nourished a marked interest in the decorative arts.

In 2014 the Fondazione Tassara received the donation from the Zaleski family of a collection of great scientific value consisting of 1325 antique carpets for the future creation of a specialist museum dedicated to their conservation and presentation to the public and to scholars.

A nucleus of very rare carpets made in the fifteenth and sixteenth centuries has been selected from the Zaleski collection. These are some of the most prized types, which came to Venice along the trade routes from the Orient: extraordinary, highly coloured textiles composed of elaborate weaves with a powerful symbolic charge.

What you will see

A selection of twenty-six very early Oriental carpets selected from a vast and precious collection will be shown for the first time. The exhibition is intended to also highlight the small but precious nucleus of carpets in the Franchetti collection with the permanent inclusion of three of the rarest textile products from his collection in the museum exhibition.

The comparison with some Italian paintings from between the mid-fifteenth century and the mid-sixteenth century, chosen from an area of cultural influence strictly tied to the domains of the Serenissima, allows immediate confirmation of the widespread circulation of these luxury items in the northern area, particularly Lombardy, Veneto and Este.

A unique experience

The exhibition presents very rare carpets matched with precious paintings to recount the passion of two men: Giorgio Franchetti, patron and founder of the Ca’ d’Oro museum in Venice, which he set up at the start of the twentieth century and then donated to the city; and Romain Zaleski, a businessman of French-Polish origin, Italian by adoption, who donated his collection of 1325 carpets, from all over the world and dating from between the fifteenth and twentieth centuries, to the Fondazione Tassara.

Le Festival Burlesque et Cabaret de Rijeka, Croatie

Le Festival Burlesque et Cabaret a présenté fin mai un spectacle formidable, cocktail savoureux mélangeant une pointe de nostalgie, un zeste de sensualité et une touche de frivolité.

Ce spectacle passionnant a montré qu’un spectacle un peu érotique peut être extrêmement polyvalent, s’il est inspiré par un certain esthétisme de bon goût, associant des artistes complets à la pointe de leur art, chant, danse et bien sûr musique.

Les artistes se dévêtaient, bien sûr, préservant une certaine pudeur, tout en aguichant les spectateurs. Le simple fait de simplement enlever leurs gants donnait à ces délicieuses créatures des airs provocateurs et érotiques raffinés. Cette représentation de très haut niveau a montré une fois de plus la qualité des shows  du Festival Burlesque et Cabaret de Rijeka, mélange de chansons et de danses. L’idée de présenter des spectacles pendant trois jours a été finalement un bon choix. La Responsable du festival, Celeste Moriae, a démontré ainsi tout son talent et son savoir-faire.

Ce mélange haut en couleurs, marqué par la bonne humeur pendant les trois jours que dure le Festival Burlesque et Cabaret de Rijeka, furent une parenthèse heureuse pour tous les participants. Notons qu’ils sont chaque année plus nombreux à venir profiter d’un si agréable moment de détente, de bonheur et de paix en Croatie au bord de la Mer Adriatique.

 

Jochen Hein auf der VOLTA 13 Basel

Der Galeriekünstlers Jochen Hein (*1960 in Husum, DE ) wird  in diesem Jahr sein Messedebüt auf der Volta Basel 2017 geben. Auf dem Stand C24 wird er dem Basler Kunstpublikum eine Auswahl von  seinen Arbeiten aus verschiedenen Werkserien präsentieren.

Seit 2015 wird Jochen Hein von der Galerie Thomas Fuchs vertreten. Bereits seine erste Einzelausstellung in der Galerie, die sich auf Seestücke konzentrierte, war ein großer Erfolg. Die Sammler fühlten sich nicht nur von den Motiven und der Malweise angezogen, sondern waren auch von der illusionistischen Wirkung und gleichzeitig abstrakten Erscheinung seiner Bilder fasziniert. In den darauffolgenden Jahren war Jochen Hein sowohl auf nationalen Messen (Art Karlsruhe, POSITIONS Berlin) als auch auf internationalen Messen (art UNTITLED Miami Beach, VOLTA NY) sehr erfolgreich vertreten. Museumsausstellungen in Hamburg (Hamburg ins Gesicht geschaut, Museum Hamburg) Neunkirchen (Open Spaces – Landschaften, Städtische Galerie Neunkirchen) und Göppingen (Pieces of Water, Kunstverein Göppingen) folgten. Zuletzt hatte Jochen Hein zwei Einzelausstellungen (Über die Tiefe) im Museum Kunst der Westküste, Alkersum / Föhr, und in der Städtischen Galerie Neunkirchen. Zu diesen erschien eine Publikation im Boyens Verlag mit Texten von Dr. Ulrike Wolff-Thomsen und Nicole Nix-Hauck M. A.

Jochen Hein wurde “als Maler” geboren, wie er in einem Interview äußerte. Er malt, was ihn schon “als jungen Menschen in Erstaunen versetzt hat” und für ihn von “tieferer Bedeutung” erschien. Seine Motive scheinen dem Betrachter vertraut: das Meer, Parklandschaften, Grasstücke und Menschen. Das Meer gehört dabei zu seinen bevorzugten Sujets, nicht etwa weil er dessen Anblick liebt oder er sich diesem nahe fühlt, vielmehr weil es ihm “Angst” macht, ihm “als das große Fremde Ehrfurcht” einflößt.

Jochen Hein interessiert sich für das “Sichtbare in der Welt”, insbesondere für die “Wahrnehmung von Oberflächen” und “wie sie sich durch das Licht wandeln”. Um diese besondere Wirkung in seinen Bildern darzustellen, hat der Maler eigene Techniken entwickelt: den aufwändig vorbereiteten Maluntergrund, den “Körper”, übergießt er mit “Farbhäuten”. An einigen Stellen schleift er die Farbe wieder ab — mit dem Spachtel, den Händen oder anderen Hilfsmitteln — während er an anderen Stellen gegebenenfalls wieder Farbe aufträgt. Die gleißenden Lichtreflexe in seinen Meerbildern entstehen unter anderem mittels schwungvoll ausgeführten Armbewegungen: mit einem Pinsel in der Hand schleudert der Künstler weiße Farbe auf die vor ihm am Boden liegende Leinwand. Die genaue Platzierung dieser “Lichtpunkte” ist folglich zufällig. Hein bezeichnet seine Malerei als “eine Mischung aus Zufall und Notwendigkeit”, als ein “Sehen und Handeln” und zieht Parallelen zu den Prozessen in der Evolution. Diese von ihm entwickelte Arbeitsweise diene, so der Künstler, der “Selbstüberlistung” und erzeuge die gewünschte “Lebendigkeit”, welche die Arbeit erst zu “seiner Malerei mache”. Außerdem sei es die “natürlichste Art, die Komplexität der Natur einzufangen”. Erst wenn Hein nicht mehr weiß, wie er “etwas hinbekommen” hat, ist er zufrieden. Bei jedem Bild entwickelt er seine Technik weiter, dabei sind ihm “Unfälle die wertvollsten Mutationen”, um zu neuen Möglichkeiten der Malerei zu gelangen.

Jochen Hein führt den Betrachter mit seiner Malerei gewissermaßen hinters Licht, indem er ihm scheinbare Wirklichkeitsausschnitte, tatsächlich aber “informelle Bruchstücke” zeigt. Aus der Ferne hat der Betrachter den Eindruck, er befinde sich mitten auf dem offenen Ozean und sei diesem schutzlos ausgeliefert. Tritt dieser, angezogen von der detailliert wirkenden Malweise, näher an die Leinwand heran, stellt er allerdings irritiert fest, dass es sich um eine abstrakte Oberfläche, bestehend aus Farbspritzern und Farbflächen, “um sinnlose Informationen” handelt. Jene Täuschung des Betrachters, jene “Spannung zwischen Erwartung und Wirklichkeit”, die aus der “Spannung zwischen der Raumwirkung der Bilder aus der Ferne” und ihrer “banalen materiellen Beschaffenheit” aus der Nähe entsteht, ist es, die den Künstler reizt. Jochen Hein zufolge erlaube die menschliche Wahrnehmung und dessen Erkenntnisfähigkeit nur eine “ganz oberflächliche Ahnung” von der Welt. Der Mensch sei “zu einer Tunnelwahrnehmung verdonnert”. Und diese nur “oberflächliche Ahnung” des Betrachters von der Welt nutzt der Künstler für sich und zeigt in seinen Bildern, dass der “Mensch gerade nicht erkennt, was er sieht: Selbst die Illusion ist eine Illusion”.

Das Besondere an der Malerei von Jochen Hein ist, dass seine Abbilder von der Natur dem Betrachter vielleicht deshalb so real erscheinen, weil sie gerade nicht hyperrealistisch gemalt sind, sondern aus abstrakten Oberflächen bestehen. Seine Bilder setzen sich im Auge des Betrachters zusammen und lösen sich wieder auf, “so wie in dem Moment, in dem wir meinen, uns ein Bild von der Welt gemacht zu haben, sich bei näherer Betrachtung immer nur neue Unklarheiten und Fragen auftun”.