Brigitte Waldach: „Schimmer & Glanz“ Berliner Künstlerin erhält Marta-Preis der Wemhöner Stiftung 2020

Mit ihrer klaren Formensprache und der inhaltlichen Tiefe ihrer Arbeiten, konnte die Berliner Künstlerin Brigitte Waldach die Jury klar überzeugen, so dass sie in diesem Jahr den begehrten Marta-Preis der Wemhöner Stiftung entgegen nehmen kann.

In den großformatigen Zeichnungen und begehbaren räumlichen Verspannungen der ehemaligen Meisterschülerin von Georg Baselitz nehmen Texte und Klänge eine besondere Rolle ein.

Verbunden mit der Auszeichnung sind nicht nur ein Preisgeld, sowie ein Produktionsbudget für ein neues Werk der Marta-Sammlung, vielmehr wird Waldach mit einer Einzelausstellung ab dem 20. September 2020 im Marta Herford  geehrt.

Unter dem Namen „Schimmer und Glanz“ werden drei Werkgruppen von Brigitte Waldach gezeigt. Die Ausstellung umfasst „History Now“ (2016), den Bach-Zyklus „Die Goldberg-Variationen“ (2019), sowie eine neue Zeichnungsserie „Schweigen“, wovon eine Arbeit in die Sammlung des Marta Museums übergeht. Bei „History Now“ setzt sich die Künstlerin mit der digitalen Enzyklopädie Wikipedia auseinander. Ausgangspunkt ist die Häufigkeit von Artikeländerungen und wird anhand von Zeichnungen ausgewählter Personen, aber auch handschriftlicher Texte konkretisiert. Hierbei schimmern die Texte in Grautönen und zeigen dabei unterschiedliche Versionen von überarbeiteten Wikipedia-Einträgen. Die Themenauswahl reicht von Jesus´ Bergpredigen bis zu Zitaten aus Briefen der RAF-Mitglieder. Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen zählen zu den bedeutendsten Kompositionen der Musikgeschichte. Es sind dreißig Veränderungen einer Aria, die am Anfang und am Ende steht. Das scheinbar starre Kompositionsprinzip verbirgt eine Reise durch ein ganzes Leben. Die Raumzeichnung „Schimmer und Glanz“ transformiert die Struktur von Bachs Komposition in eine dritte Dimension, die mit Hilfe einer doppelten, gegenüberliegenden Spiegelung zu einer unendlichen Raummatrix wird.

9. Die Goldberg-Variationen,Aria 2, 2019 Graphit, Gouache auf Bütten
195 x 140 cm
Copyright: Brigitte Waldach

Brigitte Waldach (geb. 1966 in Berlin) studierte zunächst Kunstpädagogik, Kunstwissenschaften und Germanistik, bevor sie sich der Freien Kunst zuwandte. Ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin schloss sie 2000 als Meisterschülerin von Georg Baselitz ab. Aus der Zeichnung heraus hat Waldach eine ebenso poetische wie raumgreifende Praxis entwickelt. In Textwolken, Raumzeichnungen und Klang-Installationen ergründet sie aktuelle Themen und setzt sie in geistesgeschichtliche und literarische Zusammenhänge. Immer wieder setzt sie sich intensiv mit der deutschen Geschichte auseinander.

Einzelausstellungen (Auswahl): Felix Nussbaum Haus, Osnabrück („Existenz“, 2018), in der Kunsthallen Brandts, Odensen/DK („Ideology“, 2016), im Stavanger Kunstmuseum, Norwegen („Fall“, 2011) und in der Kunsthalle Emden („Zeichnungen und Installationen“, 2010)

Gruppenausstellungen (Auswahl): Oscar Niemeyer Museum zur Curitiba Biennale 2019, im Deutschen Bundestag (2019), in der Neuen Sächsischen Galerie, Chemnitz (2017), in der PIN Ausstellung der Pinakothek der Moderne, München (2015), in der Altana Kulturstiftung, Bad Homburg (2014), im Museum Kunstpalast, Düsseldorf (2013). 2013 war sie zudem in der Marta-Ausstellung „Farbe bekennen – Was Kunst macht“ mit der multimedialen Installation „Gewalt“ präsent.

Waldachs Zeichnungen befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter Albertina (Wien), Kupferstichkabinett Berlin, Berlinische Galerie, Kunsthalle Emden, Museum Kunstpalast Düsseldorf, Kunstmuseum Stavanger oder ARoS Kunstmuseum (Aarhus).

Vernissage „Schimmer und Glanz“:  20. September 2020, 12.00 Uhr

Laufzeit: 21. September 2002 – 17. Januar 2021

Marta Herford, Goebenstraße 2-10, 32052 Herford
3. History Now, RAF, 2016
Gouache, Pigmentstift, Graphit auf Bütten
195 x 140 cm
Copyright: Brigitte Waldach, Courtesy: Sammlung Christoph Hertz

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